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Kurz ver­linkt L: Han­no­ver-Lin­dens dunk­le Sei­te

Über die eigen­ar­ti­gen Denk­struk­tu­ren der „Lin­ken“ kann man sich bei Bedarf rund um die Uhr wun­dern. Rück­wärts­ge­wandt und staats­feind­lich wol­len sie, die in den letz­ten Wochen vor allem mit ver­meint­lich anti­se­mi­ti­schen Gei­stes­hal­tun­gen auf­ge­fal­len sind, nicht sein, mit RAF und ähn­li­chen Grup­pen ver­bin­det die moder­ne „Lin­ke“ nichts mehr.

So weit die Theo­rie.

Nun begab es sich, dass die „Lin­ken“ eine jüngst statt­ge­fun­de­ne Haus­be­set­zung in Han­no­ver – wie­so auch immer man aus­ge­rech­net in Han­no­ver irgend­was beset­zen wol­len soll­te – gut­hie­ßen, in deren Ver­lauf sich gleich­falls als „Lin­ke“ bezeich­nen­de Jung­men­schen ein „Zei­chen gegen Gen­tri­fi­zie­rung“ set­zen woll­ten, indem sie ein­fach mal so beschlos­sen, dass Besitz­rech­te an irgend­wel­chen Immo­bi­li­en sich eben­so wie etwa­ige Anwoh­ner gefäl­ligst den Inter­es­sen der „Gesell­schaft“, also zumin­dest ihnen, unter­zu­ord­nen sei­en.

Das war dann zwar nix, aber von so was lässt man sich ja als stol­zer „lin­ker“ Staats­bür­ger nicht ins Bocks­horn jagen.

Der Lin­de­ner Löwe fasst zusam­men:

Rein woll­ten zum Bei­spiel die Haus­be­set­zer in die Lim­mer­stra­ße 98, aber vor ihnen woll­te auch ein neu­er Besit­zer rein, um das Haus abzu­rei­ßen und es durch etwas zu erset­zen, das wohl nicht hüb­scher sein wird. So kamen die Poli­zi­sten rein­ge­stürmt, die Beset­zer muss­ten wie­der raus und in den näch­sten Tagen oder Wochen wird wohl die Abriss­bir­ne etwas zu tun bekom­men. Wer etwas besitzt, wird nun ein­mal vom Geld ent­schie­den, und wer etwas besetzt, weiß das eigent­lich.

Nun ist der „Lin­de­ner Löwe“ der­zeit eben­so wenig erreich­bar wie eini­ge Blogs des „Nacht­wäch­ters“, den ich hier nur all­zu gern ver­lin­ke, und ich ver­mu­te, das ist kein Zufall, haben doch die bei­den Autoren sich über die Haus­be­set­zung im All­ge­mei­nen und über die genau­en Umstän­de im Spe­zi­el­len lustig gemacht, und so ein „lin­ker“ Auto­no­mer ver­steht da kei­nen Spaß.

Das war aber auch ein Blöd­sinn, den die Beset­zer da ver­zapft haben:

Als die Beset­zung ver­gan­ge­nen Mitt­woch begann, waren die For­de­run­gen klar. Ein Abriss der Gebäu­de aus der Grün­der­zeit der Lim­mer­stra­ße soll­te ver­hin­dert wer­den, um sie für eine unkom­mer­zi­el­le Nut­zung zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Und nach­dem der Eigen­tü­mer da ziem­lich viel Geld bezahlt haben dürf­te, um so schal­ten und wal­ten zu dür­fen, wie ihm gera­de die Lau­ne steht, ist es natür­lich eine gera­de­zu men­schen­feind­li­che Hal­tung, wenn er über das, was mit sei­nem Geld geschieht, gern selbst ent­schei­den wür­de; voll der Ego­ist! Blö­der­wei­se ist Ego­is­mus hier­zu­lan­de nicht straf­bar, ande­res aber schon:

Der Rück­griff auf Poli­zei­ge­walt zur Durch­set­zung der bestehen­den Eigen­tums­ver­hält­nis­se ist cha­rak­te­ri­stisch für bür­ger­lich-kapi­ta­li­sti­sche Gesell­schaf­ten.

Da hat aber jemand sei­nen Karl Marx aus­wen­dig gelernt. :mrgreen:
Der bür­ger­lich-kapi­ta­li­sti­sche Staat, in dem das Eigen­tum eines Men­schen gesetz­lich geschützt ist, ist wahr­lich ziem­lich unmensch­lich. Jeden­falls, wenn es nicht das eige­ne ist.

Und die Beset­zer wis­sen zwar nicht so recht, was Eigen­tum ist, aber „Men­schen“ ken­nen sie. „Men­schen“ sind sie selbst, und sie unter­schei­den sich von ihren „Mit­men­schen“ dadurch, dass sie für „die gute Sache“ kämp­fen. Wer nicht kämpft, ist nur noch „Anwoh­ner“:

Anwohner_innen (sic!) ver­sorg­ten die Men­schen im Haus mit Lebens­mit­teln, Möbeln oder boten kon­kre­te Unter­stüt­zung bei Reno­vie­rungs­ar­bei­ten an.

Wäre ich Anwoh­ner, ich käme mir, gelin­de gesagt, ziem­lich ver­arscht vor.

(Unbe­dingt wei­ter­le­sen beim Nacht­wäch­ter; sicher­heits­hal­ber als Kopie hier gespie­gelt, falls wordpress.com auch zufäl­lig tech­ni­sche Pro­ble­me bekommt.)

Senfecke:

  1. Jeder­mann soll wis­sen, dass wir Lin­de­ner uns nichts gefal­len las­sen. Es wird wird immer Wider­stand geben. Des­halb auch an jeder Ecke die Pira­ten­flag­ge. Jasa­ger gibt’s genug, vor allem Rich­tung Harz.

  2. Pira­ten­flag­ge?
    Das heißt, ihr seid vor allem dar­an inter­es­siert, euch auf Kosten ande­rer zu berei­chern?

    Ich neh­me an, mit den „Ecken“ meinst du also Anwalts­kanz­lei­en?

  3. Sich zu berei­chern, über­las­se ich den Par­tei­en, vor allem der, die sich rühmt, aus Pira­ten zu bestehen. Pira­ten brau­chen gute Anwäl­te, wie mich :mrgreen:

  4. “Aus dem offen­kun­di­gen Ver­sa­gen des histo­ri­schen Libe­ra­lis­mus erwuchs die sozia­li­sti­sche Bewe­gung mit dem Ziel, die miss­brauch­ten Frei­heits­rech­te ein­zu­schrän­ken zugun­sten der Gesamt­heit und beson­ders zugun­sten der wirt­schaft­lich Schwa­chen. Die­se Ziel­set­zung beruht jedoch auf einem Denk­feh­ler; denn der histo­ri­sche Libe­ra­lis­mus ver­sag­te nicht, weil er zuviel, son­dern weil er zuwe­nig Frei­heit ver­wirk­lich­te.
    …Die sozia­li­sti­schen Bestre­bun­gen lau­fen dar­auf hin­aus, die libe­ral­ka­pi­ta­li­sti­sche durch eine zen­tral­ge­lei­te­te Wirt­schaft, also die pri­va­te durch eine staat­li­che Ver­mach­tung und die Priv­at­mo­no­po­le durch Staats­mo­no­po­le zu erset­zen. Das bedeu­tet nichts ande­res, als dass die vie­len erbar­mungs­lo­sen Wirt­schafts­dik­ta­to­ren, die sich immer­hin noch durch einen letz­ten Rest von Kon­kur­renz gegen­sei­tig in ihrer Macht beschrän­ken, durch einen ein­zi­gen, eben­so erbar­mungs­lo­sen, aber völ­lig unbe­schränk­ten Wirt­schafts­dik­ta­tor in Gestalt des Staa­tes abge­löst wer­den. Dadurch kann sich die Lage der arbei­ten­den Men­schen nur noch hoff­nungs­los ver­schlim­mern, wie man­nig­fa­che geschicht­li­che Erfah­run­gen hin­läng­lich bestä­ti­gen.”

    Dr. Ernst Wink­ler, aus “Theo­rie der Natür­li­chen Wirt­schafts­ord­nung”, 1952

    Soviel zum “Denk­feh­ler Mar­xis­mus” = Staats­ka­pi­ta­lis­mus. Dass sich das unwis­sen­schaft­li­che Geschreib­sel von Karl Marx noch immer an vie­le Wirr­köp­fe ver­kau­fen lässt, hängt damit zusam­men, dass der so genann­te “Unglau­be” gegen­über der reli­giö­sen Ver­blen­dung durch den künst­li­chen Arche­typ Jah­we (so genann­te “Gläu­bi­ge” nen­nen ihn den “lie­ben Gott”) abso­lut wir­kungs­los ist: http://www.deweles.de/files/apokalypse.pdf

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