Eben im “heute-journal”, nur echt in Kleinbuchstaben, versuchte ein Soldat sich an Metaphern und scheiterte kläglich.
Der bewaffnete Konflikt sei “wie ein Staffellauf”, man müsse gleich schnell nebeneinander laufen, um den Stab übergeben zu können.
So weit, so einfach; leider auch so verkehrt.
Ein Staffellauf, so lernte ich es als junger Schüler, funktioniert nämlich nicht, indem alle Teilnehmer gleich schnell nebeneinander laufen, denn das war eher ein beliebtes Spiel auf Schulhöfen und hieß Kettenlauf.
In einem Staffellauf indes geht es eben darum, der Schnellste zu sein; weil man eben nicht nebeneinander läuft, sondern in der Absicht, die Gegnermannschaften zu übertrumpfen, aufeinander zu. Eigentlich ist es schade, dass die Deutschen den Stab partout nicht abgeben.
Eventuell sollte ihnen jemand die Regeln erklären.
Nachtrag von 23 Uhr: In den Kommentaren erklärte mir “Ey Lou”, dass Staffellauf tatsächlich einen kurzen Moment des parallelen Laufens beinhaltet. Ich zögere mit dieser Deutung, da ich kurze Momente irgendwie anders in Erinnerung habe.


Der Herr Soldat hat schon so ungefähr Recht, denke ich. Beim Übergeben der Staffette rennen beide Staffelläufer im so genannten “Wechselraum” einen Moment lang “gleich schnell nebeneinander” und wenn das nicht 1‑A klappt, ist das Rennen so gut wie gelaufen (bzw. eben gerade NICHT!)
Auch Bundeswehrsoldaten haben ihre hellen Momente…
Selbst, wenn die profisportliche Version des Staffellaufes sich so sehr von der schulischen unterscheidet, bleibt aber der Aspekt, dass die Formulierung diese Deutung nur als Vermutung zulässt, erhalten. Von einem kurzen Moment war schließlich nicht die Rede. (Das wäre inzwischen auch schon ein recht langer kurzer Moment.)
Aber danke für die Ergänzung.
Schade, dass Ey Lou die Sache bereits richtiggestellt hat…sehr schade. Ich wollte gerade loslegen. Wie wäre es mit ein bisschen Sport?
Du vergisst: Ich bin Informatiker.