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Protokoll einer Herzchenverschwendung (inkl. Kätzchen)

Und es begab sich aber zu der Zeit, die Zeit der Reinigung genannt ward, dass sich abermals der Gedenktag des Heiligen Kyrill von Saloniki jährte, im Volksmunde auch der Tag der Liebenden genannt. Um auch seinen eigenen Schafen ein wenig Liebe zu spenden, sprach der Vorsteher einer kleinen Gemeinde wie folgt:

„Ich will auch in ihnen die Freude an dieser edlen Zeit wecken!”

Und so hinterließ er, kaum merklich, ein Zeichen, das zuvor nicht da gewesen war, um die Sinne zu verstören und sie zu formen nach seinem Willen:

Einer aber erkannte die Missetat des Vorstehers, und er trat vor das Volk und sprach: Ich will ihn lehren, unseren Geist zu verwirren!

Mit kundiger Hand nun machte er sich, geschützt von der Dunkelheit der Nacht, daran, das Mal, das das Volk im Banne hielt, zu zähmen. Schließlich gelang es ihm:

Und alle, die das Mal nun sahen, gerieten in Verzückung, und ihre Herzen warden beseelt, und alle freuten sich voll usw.; die Moral von dieser schönen Geschichte: Abgedroschener geht es immer.

(Alternative Moral für pragmatische Personen und die, die den Beitrag bis hierhin nur überflogen haben:
Herzchen passen nicht auf Geschäftskorrespondenzen.)

(Und all diese Herzchen-, Blumen- und Kätzchenverschwendung ist erst Montag vorbei. Die Tage fließen zäh dahin wie Karamell. Ach, Kamelle gibt’s ja auch bald wieder. Wir leben in wahrlich turbulenten Zeiten!)