In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird mal wieder in journalistisch neutralem Duktus über eine Versteigerung eines Exemplars des “einzigartigen” (F.A.Z.) Computers “Apple I” von 1976 berichtet. Dieses “Urvieh” (ebd.) stach folgendermaßen aus der Masse der Heimcomputer hervor:
Apple war einzigartig, man konnte es sehen, fühlen, riechen. Es galt, anders zu sein als die Masse, die ein schnödes Windows-PC-Leben führte.
Im Jahr 1976, wir erinnern uns, war die Firma Microsoft ungefähr ein Jahr alt. Das dominante Betriebssystem im universitären Umfeld wurde allmählich das noch junge Unix, privat waren Computer aus Preis- und vor allem Zweckgründen so gut wie gar nicht vertreten. Die ersten 8‑bit-Spielkonsolen, etwa der/die/das Atari 2600, begannen an Beliebtheit zu gewinnen, jedoch lief auf ihnen kein Windows. Dies hatte unter anderem zeitliche Gründe: Microsoft Windows 1.0 wurde erst im November 1983 vorgestellt.
Dass Apple-Computer sich aber irgendwann von der Masse nicht mehr technisch, sondern nur noch ideell abhoben, ist aber eine wichtige Erkenntnis. Selbst heise hat es erkannt und testet in “Mac & i” nicht mehr, sondern befühlt nur noch. Ich möchte übrigens nicht, dass man die Andersartigkeit der von mir verwendeten Geräte erriechen kann, und ich würde auch niemals ein Gerät kaufen, weil es sich besser anfühlt. Damit falle ich wohl nicht mehr in die Zielgruppe.
Aber irgendwie muss man so eine Spalte in der F.A.Z. ja vollbekommen.


Köstlich ^^
“und ich würde auch niemals ein Gerät kaufen, weil es sich besser anfühlt”
— Das stimmt nur bedingt. So zumindest die Meinung der Professoren der FH Köln. Es gibt hier sogar ein Fach namens “User Experience”, das sich vornehmlich mit der Erforschung der Gefühle vor, während und nach der Benutzung eines Produktes beschäftigt. Dieses “Gefühl” trägt dabei meiner Meinung nach sehr zum Image des Produktes oder sogar einer ganzen Marke bei.
Und gerade zu Zeiten, wo man Tablet Computer und Schlautelefone hauptsächlich nach der Bildschirmgröße und Marke beurteilt oder (um die Technikaffinnen nicht außenvor zu lassen) wo man Prozessorstärken in drei Stufen einteilt (i3, i5, i7), ist das Image besonders wichtig.
Ich spreche nur für mich.