Am 1. April 1998, eigentlich als Aprilscherz gedacht, wurde das Hyper Text Coffee Pot Control Protocol, kurz HTCPCP, spezifiziert als RFC 2324, in der Version 1.0 veröffentlicht. Die Zielsetzung war es, ein einheitliches Protokoll zu entwickeln, mit dem es möglich sein sollte, Kaffeemaschinen anzusteuern. Trotz zahlreicher Implementierungen für verschiedene Betriebssysteme fehlte es bislang meines Wissens trotz einiger Ankündigungen und anders lautender Vermutungen an einer Kaffeemaschine, die von diesen auch angesteuert werden könnte.
So weit die Vorgeschichte.
Heute nun erreichte mich ein Hinweis auf diese Entwicklung:
Jemand entwickelte eine hardwarebasierte Lösung, um per Twitter seine Kaffeemaschine fernzusteuern. Benötigt werden “lediglich” ein beliebiger Computer, eine Kaffeemaschine, ein Power Switch Tail und eine Arduino-Platine nebst Kontrollprogramm.
Einmal davon abgesehen, dass diese Lösung ebenso wie eben auch das HTCPCP physikalische Prozesse wie das Einfüllen von Wasser und Kaffeepulver noch nicht automatisieren kann, dies also im Voraus unverändert händisch erledigt werden muss und somit kaum Zeit spart, ist das sicher eine nette Bastelei gerade für uns Informatiker, die wir bekanntlich ohne Kaffee nur unzureichend funktionstüchtig sind.
Nichtsdestotrotz ist das eine verpasste Gelegenheit, denn so praktisch Twitter auch sein mag, es bietet doch nicht den Komfort einer direkten Ansteuerung über HTCPCP, zumal eben die vorgeschlagene Lösung nichts anderes ist als eine ferngesteuerte Stromversorgung und somit eigentlich nicht der Rede wert. Wo seid ihr, ihr Gadgetproduzenten, wenn man euch mal wirklich braucht?
Und jetzt mache ich mir erst mal so richtig analog einen Kaffee.
(Werbesprech des Tages: “Jetzt überall erhältlich oder unter 01…”, überall ist eben nicht gleich überall.)

