Nerdkrams
Drei Listenverwaltungen für YouTube im Test

Seit einiger Zeit nutzte ich die Fire­fox-Erweiterung You­Play­er, um der Vielzahl der von mir zur späteren Ver­wen­dung vorge­merk­ten YouTube-Videos Herr zu bleiben, gle­ich­sam als playlist-Ver­wal­tung. Nun jedoch wird diese Erweiterung seit Jahren nicht mehr aktiv gepflegt und besitzt dur­chaus einige Eck­en und Kan­ten; so ist es zum Beispiel nicht möglich, mehrere Abspiel­lis­ten anzule­gen.

Gestern nun stellte ich betrübt fest, dass einige mein­er Lieblingsvideos von YouTube gelöscht wor­den waren, ohne dass der You­Play­er dies bemerkt hätte, und andere wiederum sich mehrfach in der Liste tum­melten. Ich beschloss also, den You­Play­er auf das Altenteil zu schick­en, legte in meinem not­dürftig anonymisierten YouTube-Kon­to mehrere Playlis­ten an, auf die ich die noch nicht gelöscht­en Videos verteilte, und begab mich auf die Suche nach ein­er alter­na­tiv­en Ver­wal­tungssoft­ware, die zumin­d­est unter Win­dows lauf­fähig sein sollte; denn die Lis­ten­ver­wal­tung von YouTube ist schreck­lich zu bedi­enen.

Ich schränk­te meine Suche nicht darauf ein, ob eine Anwen­dung als Fire­fox-Erweiterung oder als sep­a­rates Pro­gramm ver­füg­bar war, denn ich bedi­ene YouTube ohne­hin via Fire­fox. Was mir allerd­ings wichtig war, war eine über­sichtliche Lis­ten­ver­wal­tung, opti­maler­weise mit Anbindung an das eigene YouTube-Kon­to, um nicht wieder sep­a­rate, schnell ver­al­tete Lis­ten pfle­gen zu müssen. Von zweit­erem Wun­sch musste ich mich allerd­ings schnell ver­ab­schieden; keine der von mir getesteten Lösun­gen kon­nte damit aufwarten.

Nach dem Durch­forsten schi­er end­los erscheinen­der Auflis­tun­gen möglich­er Alter­na­tiv­en kamen drei kosten­lose Anwen­dun­gen in die engere Auswahl; und zwar diese:


1. Muzi­ic

Muzi­ic ist, das muss ich zugeben, eine dur­chaus inter­es­sante Soft­ware mit Unter­stützung von Skins und Wieder­ga­belis­ten. Man kann YouTube durch­suchen, hat diverse “soziale” Funk­tio­nen zur Ver­fü­gung und bekommt die Wieder­ga­belis­ten direkt unter dem Video angezeigt, sofern angelegt. Eigentlich fehlte diesem Pro­gramm nur noch eine Anbindung an das eigene YouTube-Kon­to zur Per­fek­tion, wären da nicht die kleinen Unschön­heit­en:

Die Ski­n­un­ter­stützung bringt es näm­lich mit sich, dass das Haupt­fen­ster von Muzi­ic sich mitunter selt­sam ver­hält. Ein leeres Fen­ster, nicht aktivier­bare Menüs und ähn­liche Dinge trüben lei­der den Genuss ein wenig; zumal das Haupt­fen­ster direkt nach dem Start verdächtig nach Wer­bung aussieht:

Auf einen umfassenderen Test habe ich daher aus­nahm­sweise ein­mal verzichtet. Sollte sich allerd­ings an meinen Kri­tikpunk­ten etwas ändern, so bitte ich diejeni­gen von euch, liebe Leser, die Muzi­ic bere­its ein­set­zen, um einen kurzen Hin­weis; denn eigentlich ist es, wie bere­its erwäh­nt, eine pri­ma konzip­ierte Anwen­dung.


2. Web­Musix

Web­Musix ist ein hüb­sches deutschsprachiges Pro­gramm mit ein­er hüb­schen deutschsprachi­gen Web­site, das, anders als Muzi­ic, nicht ver­sucht, vor allem mit sein­er uni­versellen Ver­wend­barkeit auf sich aufmerk­sam zu machen, son­dern das seine aufgeräumte, ger­adezu min­i­mal­is­tis­che Ober­fläche für sich sprechen lässt. Vor allem für Viel­nutzer inter­es­sant ist sich­er die Möglichkeit, Videos aus der selb­st zusam­mengestell­ten Wieder­ga­beliste — unten rechts im Pro­gramm­fen­ster — einzeln oder ins­ge­samt als Audio- oder Video­datei herun­terzu­laden.

Als nettes Extra kann man bei der Suche auch zwis­chen Vorschaubildern und ein­er reinen Textliste umschal­ten.

In meinem Test stürzte Web­Musix übri­gens ein­mal ab, als ich die Ein­stel­lun­gen für die Suche während des Abspie­lens änderte. Ein Klick auf “Weit­er” ließ die Fehler­mel­dung jedoch ver­schwinden; ich gebe dem .net-Frame­work, auf dem Web­Musix basiert, die Schuld, da dies auch in anderen Anwen­dun­gen oft ähn­lich auftritt.
Auch Web­Musix bietet übri­gens keine Anbindung an das eigene YouTube-Kon­to an, der Entwick­ler teilte mir allerd­ings auf Anfrage mit, dass dies geplant sei, die Imple­men­tierung allerd­ings in abse­hbar­er Zeit voraus­sichtlich nicht stat­tfind­en werde. Den­noch empfehle ich jedem Leser, der eben­falls auf der Suche nach einem geeigneten Pro­gramm ist, die Entwick­lung von Web­Musix hin und wieder aufmerk­sam zu ver­fol­gen.


3. Youtube Music Play­er

Als einzige Fire­fox­er­weiterung im bre­it­en Test­spek­trum schaffte es der Youtube Music Play­er (YMP) in die Final­runde. Er inte­gri­ert sich voll­ständig in den Brows­er, blendet etwa in der Sta­tusleiste Wieder­gabe­in­for­ma­tio­nen ein, unter­stützt allerd­ings nur eine einzige Wieder­ga­beliste. Für den Ein­steiger wichtig ist das deutschsprachige Tuto­ri­um zum YMP, das die nicht immer intu­itive Bedi­enung erk­lärt.

Als Beson­der­heit kann der YMP sowohl mit Last.fm kom­mu­nizieren (“scrob­blen”) als auch für die Wieder­gabe automa­tisch auf die beste ver­füg­bare Video­qual­ität (“High Qual­i­ty”) umschal­ten. Die Wieder­ga­belis­ten lassen sich via Seit­en-Kon­textmenü auch direkt aus YouTube her­aus befüllen.

Eine Verbindung mit dem eige­nen YouTube-Kon­to und damit den eige­nen Abspiel­lis­ten ist laut Entwick­ler eben­falls für eine zukün­ftige Ver­sion geplant. Auf dem SVN-Serv­er für YMP ist bere­its ein Verze­ich­nis für Ver­sion 5.0 beta angelegt, das unter anderem eine Auf­gaben­liste enthält, die ein “Main rewrite”, eine völ­lige Über­ar­beitung also, ankündigt. Ich bin ges­pan­nt, was diese Über­ar­beitung mit sich brin­gen wird. Für diejeni­gen mein­er Leser, die ihren Brows­er als Medien­zen­trale ein­set­zen möcht­en und etwa auch mit ihm twit­tern, flick­rn, bloggen und ähn­lich­es tun, ist der YMP bere­its jet­zt eine gute Wahl.


Für Ergänzun­gen und kon­struk­tive Kri­tik bin ich immer offen; wer ken­nt weit­ere Alter­na­tiv­en, auf die ich ein­mal einen Blick wer­fen sollte? :)