PersönlichesIn den NachrichtenNerdkrams
Erlebnisse zum Wochenende aus Leben und Fernsehen (inkl. Google-Fauxpas)

Ich disku­tierte vorhin über die Rolle der ständig weinen­den Frau in der Serie “Ghost Whis­per­er”, aus­gelöst durch ihre Wort­wahl, es sei ihr “Job” (“dschooobb”, schreck­lich­es Wort eigentlich), Men­schen hin­ters, äh, “ins Licht” zu führen. Wie genau nen­nt man so einen Men­schen bzw. seinen Beruf? Ich schlug ja “Luz­ifer”, “Licht­bringer”, vor, den Witz hat aber kein­er ver­standen. (Apro­pos Witz: An ein­er Hal­testelle lag kür­zlich ein Turn­beu­tel herum. Das erste Relikt eines Turn­beutelvergessers, das mir je untergekom­men ist. Fand ich lustig.)

Ein wenig Furcht bere­it­ete mir dann übri­gens auch diese Mel­dung. Wie all­ge­mein bekan­nt sein dürfte, fährt die Fir­ma Google seit ein­er Weile mit Kam­eras durch die Straßen und filmt unge­fragt Pri­vateigen­tum; wer ein Prob­lem damit hat, so Google, darf sich gern hin­ter­her zwecks Anonymisierung melden. Sehr großzügig. Seit April wer­den neben Fotografien auch Funknet­ze erfasst, soll heißen: Wer einen Funkrouter im Haus hat, der nach draußen funkt, wird auf der Street-View-Karte entsprechend gekennze­ich­net. “Selb­st schuld, wer sich nicht absichert”, auf dass for­t­an jed­er selb­st schuld sei, wenn er nicht den ganzen Tag einen Bleiman­tel trägt.

Nun aber kam über die Erfas­sung von Funknet­zen fol­gen­des her­aus:

Nach den Angaben des Unternehmens wur­den von offe­nen WLAN-Funknet­zw­erken auch soge­nan­nte Nutz­dat­en gespe­ichert, beispiel­sweise Frag­mente von E‑Mails oder Inhalte von abgerufe­nen Web­seit­en.

Jet­zt wird es aben­teuer­lich: Darf man wild veröf­fentlichen, was eh “rum­liegt”? Google hat sich dafür entschuldigt, den­noch bleibt die Strate­gie dieselbe: Was nicht expliz­it ver­boten ist, gilt als erwün­scht. Ander­er­seits wäre so auch der “Schutz geisti­gen Eigen­tums” hin­fäl­lig, denn geistiges Eigen­tum, um es ein­mal salopp auszu­drück­en, liegt auch meist offen herum. (Es sei denn, man ist Sony, denn dort sucht man nach Geistvollem vergebens, wie es scheint.) Und dann war es aber immer­hin ein, äh, Verse­hen von Google:

In das Pro­gramm sei aus Verse­hen auch ein Code aus einem anderen Pro­jekt eines Pro­gram­mier­ers einge­flossen, (…).

Nur, damit da kein Missver­ständ­nis auftritt: Ein Code, der verse­hentlich über gefun­dene WLAN-Net­ze mit­geschnit­tene Trans­fer­dat­en verse­hentlich kopiert, ist Teil eines anderen Pro­jek­ts von Google?
Dieser Konz­ern macht mir täglich mehr Sorge.

(Was genau, Fa. Zen­tis, kennze­ich­net eigentlich die in der Fernse­hwer­bund gepriesene “samtige Marme­lade”? Muss man die mit der Hand waschen? Fra­gen über Fra­gen!)