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Medi­en­kri­tik CXXV: Durch den Gen­der­kom­mu­nis­mus mit Micky Marx

Donald Duck, weiß manch ein in sol­chen Din­gen Ver­sier­ter, ist gemein­hin auch des­halb belieb­ter als Micky Maus, weil des Letz­te­ren Klug­schei­ße­rei den Lesern der jewei­li­gen Comics bis­wei­len jede Mög­lich­keit der Iden­ti­fi­ka­ti­on nimmt.

Inso­fern war es zwar eine inter­es­san­te Idee von DKP-Akti­vi­sten, Karl Marx zusam­men mit dem Gespenst des Kom­mu­nis­mus in einem Kon­vo­lut an Witz­zeich­nun­gen („Comic“) namens „Das Kom­mu­ni­sti­sche Comic-Mani­fest“, mir in Druck­form und wenig­stens der DKP Reck­ling­hau­sen im PDF-For­mat (Archiv­ver­si­on) in einer Fas­sung von August 2018 vor­lie­gend, das Kom­mu­ni­sti­sche Mani­fest mit Bezug auf das 21. Jahr­hun­dert sozu­sa­gen prä­sen­tie­ren zu las­sen, aber es mag mir nicht recht gefal­len, dass er hier eher Micky als Donald gleicht. Wenig­stens ein Amboss hätt’ man auf ihn run­ter­fal­len las­sen kön­nen. Das hält Men­schen wie mich bei Lau­ne. Nie­mand soll aber anneh­men, es hand­le sich um rei­nes Wie­der­käu­en oller Schin­ken: Alle Zita­te aus dem „Kom­mu­ni­sti­schen Mani­fest“ wur­den ziel­grup­pe­n­un­ge­recht mit Binnen‑I gegen­dert.

Dabei wäre die Bild­rei­he, obwohl (wie erwähnt) schon eini­ge Wah­len alt (daher auch Ange­la Mer­kel als Ant­ago­ni­stin zei­gend) und ziem­lich alte Lite­ra­tur zitie­rend, eigent­lich nah am Puls der Zeit:

Micky Marx 1

Ande­rer­seits macht sich Zeich­ner Karl Ber­ger es an eini­gen Stel­len dann doch zu ein­fach, wenn er etwa Lohn­ar­beit selbst in Zei­ten eklig duzen­der, aber wegen aus­blei­ben­den Wirt­schafts­ver­ständ­nis­ses zum Glück kaum über­le­bens­fä­hi­ger Start­ups mit Aus­beu­tung gleich­setzt und impli­ziert, die Ver­schul­dung eines Staa­tes ver­lau­fe direkt pro­por­tio­nal zum Besitz sei­ner Bür­ger, als wären Län­der mit nur weni­gen Rei­chen nicht zu hohen Schul­den fähig (an die­ser Stel­le lie­be Grü­ße in den Osten):

„Noch nie­mals hat die Unwis­sen­heit jeman­dem genützt!“, las­sen die Autoren den Zei­ge­fin­ger heben­den Marx auf Sei­te 16 behaup­ten. Dabei hal­te ich es für ziem­lich nütz­lich, über vie­les, das ande­re Men­schen bewegt, gar nichts zu wis­sen. Ist bes­ser für die Ner­ven.

Zum Bei­spiel über die Exi­stenz die­ses Hef­tes. Hopp­la, Ver­zei­hung.