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Hokr – Kara­báč // Sexy: Mur­mel­tier­män­ner

Ja moin

Es ist Mon­tag. Schnurr­ma­schi­ne gefäl­lig?

Vor­ge­stern habe ich end­lich her­aus­ge­fun­den, wie man im „Fedi­ver­se“ Bei­trä­ge so for­ma­tiert, dass sie auch außer­halb der eige­nen Tech­nik­bla­se, vul­go „Platt­form“ (d.h. Mast­o­don auf Mast­o­don geht natür­lich, Honk auf Lem­my ist nicht ganz so offen­sicht­lich), funk­tio­nie­ren. Jetzt muss ich nur noch her­aus­fin­den, wofür man das über­haupt sinn­voll benut­zen kann.

Fra­ge der Woche: „Sicher, dass du lebst?“ Einer­seits: Nein. Ande­rer­seits hät­te ich dann vom Tin­der­trend des Jah­res nichts mit­be­kom­men: „Die Gene­ra­ti­on Z hat angeb­lich ein neu­es Sex­sym­bol: Män­ner, die wie Nage­tie­re aus­se­hen“ (FAZ); womit das Pro­blem der Über­be­völ­ke­rung sich bei­zei­ten ja auch erle­digt haben soll­te.

Wäh­rend der Euro­pa­mei­ster­schaft sei­en Obdach­lo­se noch weni­ger gern gese­hen als sonst, erfah­re ich im Gegen­teil der FAZ. Mein Vor­schlag wäre ja, ihnen eine Woh­nung zu geben. Aber wer bin ich schon?

Was ich jeden­falls bin: Ein Freund guter Musik. Die­ser hier zum Bei­spiel. (Kei­ne Ahnung, wor­um es in dem Text geht. Aber es klingt gut.)

Hokr ► Kara­báč [HQ Audio] Hokro­va Vila, 2004

Guten Mor­gen.

Senfecke:

  1. „Mein Vor­schlag wäre ja, ihnen eine Woh­nung zu geben. Aber wer bin ich schon?“ – evtl. der, der sei­ne Woh­nung mit einem dann nicht mehr Obdach­lo­sen teilt? Statt nur vor­zu­schla­gen, daß „man“ (i. e. „jemand ande­res“) das mal gefäl­ligst tun soll­te? Ja? Das wäre doch mal was ande­res als immer nur Sar­kas­mus.

    • End­lich erklärt mir mal jemand, dass mei­ne Wohn­ver­hält­nis­se das zulas­sen. Moment, tun sie das eigent­lich?

      • Tun sie. In Rela­ti­on zu einem Obdach­lo­sen auf jeden Fall. End­lich erklärt er uns, war­um ande­re (Schon wie­der die! Wie damals bei „Lost“. Immer gegen­wär­tig, nie faß­bar…) bes­ser zu ent­eig­nen sind als man selbst.

        • „Ent­eig­nen“, soso. Denn jeder weiß, dass es, wenn man irgend­wo woh­nen will, nur zwei Mög­lich­kei­ten gibt: Brücke oder Ent­eig­nung. Freie Woh­nun­gen exi­stie­ren nicht und nie­mand wür­de jemals neue bau­en wol­len.

          Bist du in der SPD oder all­ge­mein heu­te nicht so lese­ge­wandt wie sonst?

          • Geht’s jetzt ans Belei­di­gen? Nun denn, auch gut. Rich­tig, auf die Fra­ge „Wer gibt ihnen eine Woh­nung?“ (zur Erin­ne­rung, DAS war die Fra­ge) gibt es zwei Ant­wor­ten: Man selbst, oder eben ande­re. Und auf die Anschluß­fra­ge „Wer zahlt dafür?“ auch deren zwei: Man selbst, oder eben ande­re. Dei­ne neue Fra­ge „Wo kann man woh­nen, wenn man denn woh­nen will?“ (bedeu­tungs­er­hal­tend absicht­lich umfor­mu­liert, damit man, obwohl heu­te wohl nicht so denk­ge­wandt wie sonst, es bes­ser ver­ste­hen und hof­fent­lich die muta­tio con­tro­ver­siae bemer­ken kann) hat natür­lich mehr Ant­wor­ten, neben „in der Schloß­al­lee!“ dann eben auch in „frei­en Woh­nun­gen“ oder „Woh­nun­gen, die jemals jemand bau­en möch­te“. Aber die – gehö­ren dann doch auch wie­der jemand ande­rem. War­um die­se ande­ren nun aber Woh­nun­gen (was „freie“ Woh­nun­gen inklu­diert) bau­en soll­ten, die sie nicht zur Eigen­nut­zung oder als Geld­an­la­ge zu nut­zen beab­sich­ti­gen, ist ohne Zwang/Enteignung nicht zu ver­ste­hen (Hmm. Viel­leicht ist Dir auch mei­ne all­ge­mei­ner gefaß­te Bedeu­tung von „Ent­eig­nen“ ent­gan­gen? Auch wenn durch demo­kra­ti­sche Abstim­mung eine unge­nutz­te Woh­nung der sozia­len Nut­zung durch Bedürf­tig­te zuge­führt wird oder auf Staats­ko­sten Sozi­al­woh­nun­gen gebaut wer­den, ist das eine Ent­eig­nung. Die­se Woh­nun­gen gehö­ren ja trotz­dem irgend­je­man­dem, bzw. deren Bau wur­de über Zwangsabgaben=Steuern finan­ziert). Also noch­mal: Laß den Obdach­lo­sen bei Dir woh­nen, bau ihm selbst eine Woh­nung, zahlt selbst den Bau einer Sozi­al­woh­nung. Oder schla­ge gra­tis­mu­tig vor, „Ihnen eine Woh­nung zu geben“, also ande­re zu ent­eig­nen (DENN DIESE WOHNUNGEN MÜSSEN – VON ANDEREN – FINANZIERT WERDEN). Puh, ermü­dend, wenn ein­fach­ste Sach­ver­hal­te falsch ver­stan­den wer­den, weil der fal­sche Vor­der­satz jeg­li­cher poli­ti­scher Argu­men­ta­ti­on („Demo­kra­tie guuut“) das Den­ken ver­wirrt. „Bis du in der SPD“… pfff. Bereits die Idee, durch poli­ti­sche Stimm­ab­ga­be eige­ne Ideen zu Lasten ande­rer durch­zu­set­zen, ist unmo­ra­lisch.

            • Und jetzt kom­men wir zu dem, was ich mein­te, denn ich zah­le bereits für die Sozi­al­woh­nun­gen, die die SPD groß­mäu­lig ver­spro­chen hat.

              Nur bau­en tut sie halt kei­ne.

              • Oha! und Aha!, so kann man’s ver­ste­hen und so werd‘ ich’s auch ver­ste­hen, wenn ich sage: Sel­ber Schuld und schon wie­der Aus­fluß des­sel­ben Feh­lers. Als wenn das Volk der Sou­ve­rän und der Poli­ti­ker Die­ner des­sel­ben wäre. „Demo­kra­tisch legi­ti­miert“ bedeu­tet eben nur eins: Die Herr­scher las­sen sich legi­ti­mie­ren, tun dann aber selbst­re­dend das, was sie wol­len. Steu­er­gel­der sind selbst­re­dend immer direkt abzu­schrei­ben und begrün­den kei­ner­lei Anspruch, d. h. sind als eine Art Schutz­geld zu ver­ste­hen. Wer’s nicht zahlt, kommt in den Knast (bei der Mafia wird man direkt erschos­sen).

                • Der Umstand, dass die SPD das Volk seit 1914 zu ver­gack­ei­ern pflegt, steht mei­nem Vor­schlag, Obdach­lo­sen von dem, was ich dem Staat eh schon gebe, ein paar Woh­nun­gen hin­zu­stel­len, nicht im Wege.

  2. Nein, das tun sie nicht. Sie „ver­gif­ten“ „nur“ den Vor­schlag, in dem sie die zum Glück nicht gestell­te Fra­ge nach der Finan­zie­rung über­sprin­gend eine hypo­the­ti­sche Ant­wort zu Lasten des Vor­schla­gen­den geben. Als ob die­ser die Situa­ti­on zu ver­ant­wor­ten hät­te oder die Pro­ble­ma­ti­sie­rung in irgend­ei­ner Form befür­wor­tet.

    „Wäh­rend der Euro­pa­mei­ster­schaft sei­en Obdach­lo­se noch weni­ger gern gese­hen als sonst, erfah­re ich im Gegen­teil der FAZ.“
    Die­se Men­schen soll­ten dann am Besten wäh­rend der Euro­pa­mei­ster­schaft tem­po­rär zwangs­ent­eig­net wer­den, um ihre Pro­ble­me wäh­rend die­ser Zeit direkt mit den Betrof­fe­nen zu „klä­ren“.

  3. Wer als weni­ger im Straf­recht bewan­der­ter, sozi­al inkom­pe­ten­ter Jurist ein­mal einen „hilf­rei­chen“ Ver­such ver­such­te, einen um Hil­fe (nicht Woh­nung: Geld) bit­ten­den Obdach­lo­sen zu bera­ten, weil jener in Erman­ge­lung eines Aus­wei­ses nicht sein täg­lich Bar­geld heu­te vom Amt bekam, statt ein­fach aus­rei­chend Schei­ne zu geben, weiß auch das Kon­zept des Tei­lens, Ent­eig­nens und Teil­ent­eig­nens zu schät­zen – jeden­falls für die, wel­che sel­bi­ges for­dern. Eine sehr sehr wit­zi­ge Idee für die ande­ren und für sol­che Leu­te eine wun­der­vol­le Selbst­be­stä­ti­gung, jeden­falls bis die kogni­ti­ve Dis­so­nanz platzt.

  4. Tat­säch­lich gibt es hier­zu klu­ge Stim­men (argu­men­tum ad auto­ritatem, jaja), die sogar noch einen Schritt wei­ter­ge­hen und auf das ver­ständ­li­che „Ja, jetzt hat man sich per Besteue­rung berau­ben las­sen dür­fen, da könn­te man doch wenig­stens erwar­ten dür­fen, daß -“ ent­geg­nen, es sei letzt­lich am Besten, wenn das gan­ze Steu­er­geld ein­fach ver­brannt wer­den wür­de. Denn die (wohl­mei­nen­den oder auch nicht, egal) „Maß­nah­men“ grei­fen in den Markt ein und ver­zer­ren ihn, Ergeb­nis Fehl­al­lo­ka­tio­nen, Inno­va­ti­ons­auf­schub, Unter­neh­mens­zom­bie­fi­zie­rung, Ent­wick­lung von Hilf­lo­sig­keits- und Bedürftigkeitsmentalität/immer stär­ke­rer Abhän­gig­keit vom Staat auf sei­ten des “ mün­di­gen“ „Bür­gers“ und­und­un­do­dero­dero­der. Daher, ich insi­stie­re: Abzu­schrei­ben­des Schutz­geld. Steu­er­fi­nan­zier­ter Woh­nungs­bau ist eben kein kari­ta­ti­ver Woh­nungs­bau. Letz­te­rer ist frei­wil­lig und kol­li­diert mit­hin nicht mit dem auf frei­wil­li­gem Aus­tausch basie­ren­den Markt­ge­sche­hen. Die paar Obdach­lo­sen, die es ohne den auf einer Abga­ben­quo­te von mitt­ler­wei­le 60%, Schul­den und Geld­drucken para­si­tie­ren­den Staat über­haupt nur gäbe, wären ohne wei­te­res bei rei­chen Wohl­tä­tern, die es immer gab und geben wird, gut auf­ge­ho­ben.

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