Es ist Montag. Schnurrmaschine gefällig?
Vorgestern habe ich endlich herausgefunden, wie man im „Fediverse“ Beiträge so formatiert, dass sie auch außerhalb der eigenen Technikblase, vulgo „Plattform“ (d.h. Mastodon auf Mastodon geht natürlich, Honk auf Lemmy ist nicht ganz so offensichtlich), funktionieren. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wofür man das überhaupt sinnvoll benutzen kann.
Frage der Woche: „Sicher, dass du lebst?“ Einerseits: Nein. Andererseits hätte ich dann vom Tindertrend des Jahres nichts mitbekommen: „Die Generation Z hat angeblich ein neues Sexsymbol: Männer, die wie Nagetiere aussehen“ (FAZ); womit das Problem der Überbevölkerung sich beizeiten ja auch erledigt haben sollte.
Während der Europameisterschaft seien Obdachlose noch weniger gern gesehen als sonst, erfahre ich im Gegenteil der FAZ. Mein Vorschlag wäre ja, ihnen eine Wohnung zu geben. Aber wer bin ich schon?
Was ich jedenfalls bin: Ein Freund guter Musik. Dieser hier zum Beispiel. (Keine Ahnung, worum es in dem Text geht. Aber es klingt gut.)
Guten Morgen.



„Mein Vorschlag wäre ja, ihnen eine Wohnung zu geben. Aber wer bin ich schon?“ – evtl. der, der seine Wohnung mit einem dann nicht mehr Obdachlosen teilt? Statt nur vorzuschlagen, daß „man“ (i. e. „jemand anderes“) das mal gefälligst tun sollte? Ja? Das wäre doch mal was anderes als immer nur Sarkasmus.
Endlich erklärt mir mal jemand, dass meine Wohnverhältnisse das zulassen. Moment, tun sie das eigentlich?
Tun sie. In Relation zu einem Obdachlosen auf jeden Fall. Endlich erklärt er uns, warum andere (Schon wieder die! Wie damals bei „Lost“. Immer gegenwärtig, nie faßbar…) besser zu enteignen sind als man selbst.
„Enteignen“, soso. Denn jeder weiß, dass es, wenn man irgendwo wohnen will, nur zwei Möglichkeiten gibt: Brücke oder Enteignung. Freie Wohnungen existieren nicht und niemand würde jemals neue bauen wollen.
Bist du in der SPD oder allgemein heute nicht so lesegewandt wie sonst?
Geht’s jetzt ans Beleidigen? Nun denn, auch gut. Richtig, auf die Frage „Wer gibt ihnen eine Wohnung?“ (zur Erinnerung, DAS war die Frage) gibt es zwei Antworten: Man selbst, oder eben andere. Und auf die Anschlußfrage „Wer zahlt dafür?“ auch deren zwei: Man selbst, oder eben andere. Deine neue Frage „Wo kann man wohnen, wenn man denn wohnen will?“ (bedeutungserhaltend absichtlich umformuliert, damit man, obwohl heute wohl nicht so denkgewandt wie sonst, es besser verstehen und hoffentlich die mutatio controversiae bemerken kann) hat natürlich mehr Antworten, neben „in der Schloßallee!“ dann eben auch in „freien Wohnungen“ oder „Wohnungen, die jemals jemand bauen möchte“. Aber die – gehören dann doch auch wieder jemand anderem. Warum diese anderen nun aber Wohnungen (was „freie“ Wohnungen inkludiert) bauen sollten, die sie nicht zur Eigennutzung oder als Geldanlage zu nutzen beabsichtigen, ist ohne Zwang/Enteignung nicht zu verstehen (Hmm. Vielleicht ist Dir auch meine allgemeiner gefaßte Bedeutung von „Enteignen“ entgangen? Auch wenn durch demokratische Abstimmung eine ungenutzte Wohnung der sozialen Nutzung durch Bedürftigte zugeführt wird oder auf Staatskosten Sozialwohnungen gebaut werden, ist das eine Enteignung. Diese Wohnungen gehören ja trotzdem irgendjemandem, bzw. deren Bau wurde über Zwangsabgaben=Steuern finanziert). Also nochmal: Laß den Obdachlosen bei Dir wohnen, bau ihm selbst eine Wohnung, zahlt selbst den Bau einer Sozialwohnung. Oder schlage gratismutig vor, „Ihnen eine Wohnung zu geben“, also andere zu enteignen (DENN DIESE WOHNUNGEN MÜSSEN – VON ANDEREN – FINANZIERT WERDEN). Puh, ermüdend, wenn einfachste Sachverhalte falsch verstanden werden, weil der falsche Vordersatz jeglicher politischer Argumentation („Demokratie guuut“) das Denken verwirrt. „Bis du in der SPD“… pfff. Bereits die Idee, durch politische Stimmabgabe eigene Ideen zu Lasten anderer durchzusetzen, ist unmoralisch.
Und jetzt kommen wir zu dem, was ich meinte, denn ich zahle bereits für die Sozialwohnungen, die die SPD großmäulig versprochen hat.
Nur bauen tut sie halt keine.
Oha! und Aha!, so kann man’s verstehen und so werd‘ ich’s auch verstehen, wenn ich sage: Selber Schuld und schon wieder Ausfluß desselben Fehlers. Als wenn das Volk der Souverän und der Politiker Diener desselben wäre. „Demokratisch legitimiert“ bedeutet eben nur eins: Die Herrscher lassen sich legitimieren, tun dann aber selbstredend das, was sie wollen. Steuergelder sind selbstredend immer direkt abzuschreiben und begründen keinerlei Anspruch, d. h. sind als eine Art Schutzgeld zu verstehen. Wer’s nicht zahlt, kommt in den Knast (bei der Mafia wird man direkt erschossen).
Der Umstand, dass die SPD das Volk seit 1914 zu vergackeiern pflegt, steht meinem Vorschlag, Obdachlosen von dem, was ich dem Staat eh schon gebe, ein paar Wohnungen hinzustellen, nicht im Wege.
Nein, das tun sie nicht. Sie „vergiften“ „nur“ den Vorschlag, in dem sie die zum Glück nicht gestellte Frage nach der Finanzierung überspringend eine hypothetische Antwort zu Lasten des Vorschlagenden geben. Als ob dieser die Situation zu verantworten hätte oder die Problematisierung in irgendeiner Form befürwortet.
„Während der Europameisterschaft seien Obdachlose noch weniger gern gesehen als sonst, erfahre ich im Gegenteil der FAZ.“
Diese Menschen sollten dann am Besten während der Europameisterschaft temporär zwangsenteignet werden, um ihre Probleme während dieser Zeit direkt mit den Betroffenen zu „klären“.
what?
Wer als weniger im Strafrecht bewanderter, sozial inkompetenter Jurist einmal einen „hilfreichen“ Versuch versuchte, einen um Hilfe (nicht Wohnung: Geld) bittenden Obdachlosen zu beraten, weil jener in Ermangelung eines Ausweises nicht sein täglich Bargeld heute vom Amt bekam, statt einfach ausreichend Scheine zu geben, weiß auch das Konzept des Teilens, Enteignens und Teilenteignens zu schätzen – jedenfalls für die, welche selbiges fordern. Eine sehr sehr witzige Idee für die anderen und für solche Leute eine wundervolle Selbstbestätigung, jedenfalls bis die kognitive Dissonanz platzt.
Tatsächlich gibt es hierzu kluge Stimmen (argumentum ad autoritatem, jaja), die sogar noch einen Schritt weitergehen und auf das verständliche „Ja, jetzt hat man sich per Besteuerung berauben lassen dürfen, da könnte man doch wenigstens erwarten dürfen, daß -“ entgegnen, es sei letztlich am Besten, wenn das ganze Steuergeld einfach verbrannt werden würde. Denn die (wohlmeinenden oder auch nicht, egal) „Maßnahmen“ greifen in den Markt ein und verzerren ihn, Ergebnis Fehlallokationen, Innovationsaufschub, Unternehmenszombiefizierung, Entwicklung von Hilflosigkeits- und Bedürftigkeitsmentalität/immer stärkerer Abhängigkeit vom Staat auf seiten des “ mündigen“ „Bürgers“ undundundoderoderoder. Daher, ich insistiere: Abzuschreibendes Schutzgeld. Steuerfinanzierter Wohnungsbau ist eben kein karitativer Wohnungsbau. Letzterer ist freiwillig und kollidiert mithin nicht mit dem auf freiwilligem Austausch basierenden Marktgeschehen. Die paar Obdachlosen, die es ohne den auf einer Abgabenquote von mittlerweile 60%, Schulden und Gelddrucken parasitierenden Staat überhaupt nur gäbe, wären ohne weiteres bei reichen Wohltätern, die es immer gab und geben wird, gut aufgehoben.