Es ist Montag. Ich „mache“ meine Steuererklärung dieses Jahr mit einem anderen Programm als sonst. Ich fühle mich wie Kolumbus.
Im Internet werden gerade Tipps rumgereicht, wodurch man das in Ungnade gefallene Substack, ein „Dienst“, mithilfe dessen man Dinge ins Internet reinschreiben kann, ersetzen könnte. Perplex stellen die Teilnehmer fest, dass es anscheinend möglich ist, ein eigenes so genanntes „Blog“ zu betreiben, ganz ohne auf Substack zurückgreifen zu müssen. Verrückte neue Welt.
Ich war schon wieder in einem Buchladen, diesmal in einem anderen. Dort sind die Rentenzeitschriften neben „ZEIT Geschichte“ einsortiert. Wisst ihr noch, damals, Rente? — Die aktuelle Ausgabe des Käseblatts „der Freitag“, nur echt mit sehr, sehr kleinem D, trägt den Untertitel „Die Superzeitung“. Cowabunga! Einen Schritt davon entfernt fiel mir das mir zuvor erfreulich unbekannte Heft „The Heritage Post“ in die Hände, das sich „Magazin für Individualisten“ nennt, aber im Inneren an die unzähligen Leser exakt dieselben Modetipps verteilt. Ich denke an das Leben des Brian, schmunzle in mich hinein und kaufe nicht.
Besinnliches aus den Politikressorts: Krieg ist Frieden, Antizionismus ist Antisemitismus. Wortbedeutungen sind überbewertet, wenn sie dem Guten, Schönen, Wahren zuwiderlaufen. Sprache schafft Tatsachen, haben sie gesagt, aber wahrscheinlich gedacht, das wäre nur was für die Sprache der Anderen. — Im Kölner Dom gibt es heuer verschärfte Sicherheitskontrollen. Trauen die ihrem Gott nicht?
Lässt hingegen niemanden allein: Musik.
Guten Morgen.

