Im Januar 2014 schrob ich:
Ein homosexueller Fußballer wird von nicht benannten Personen zum „heterosexuellen Vorzeigespieler“ stilisiert und muss dieses Bild aufrechterhalten, weil sonst was passieren würde?
Dass dieser Tage zwar nicht die Sexualität, wohl aber die politische Ansicht von Fußballspielern versehentlich für eine Nachricht gehalten wird (vgl. ZDF von MEINEN Gebühren!!11! u.a.), sei dieser Frage als aktuelle Episode beigefügt.
Denn (macht man ja auch nicht: Sätze mit „Denn“ beginnen) man muss die Meinung eines Fußballspielers zum Nahostkonflikt nicht teilen, und auch, dass mancher lieber wieder eine Kleiderordnung für Kinder und weitere Errungenschaften deutscher Vorgeschichte, um es den Bösen mal so richtig zu zeigen, restaurieren möchte, bleibt diesem Manchen unbenommen (der Deutsche mag einfache Antworten). Dass aber die neue Gretchenfrage — wie hältst du’s mit dem Nahostkonflikt? — nicht nur eine einzige richtige Antwort haben dürfe, sondern auch jedem Menschen als Sozialkreditfrage gestellt werden müsse, ist eine Entwicklung, die das übliche Maß an einfachen Lösungen für komplizierte Probleme deutlich übersteigt.
Man bezahlt einen Sportler, einen Wissenschaftler oder einen Pornodarsteller nicht dafür, auf irgendwelchen Dödelwebsites (hier: Instagram) die richtige politische Meinung zu vertreten, wie man auch zum Beispiel Politiker nicht dafür bezahlt, besonders gut in Sport, Wissenschaft oder Bumsen zu sein (obwohl). Ich weiß nicht, was mein Friseur von Israel hält, und wenn er Israel nicht mag, suche ich mir trotzdem keinen anderen Friseur. Ich bezahle ihn ja fürs Haareschneiden und nicht für eine Haltung.
Entspannt euch mal. Musik kann helfen.
