Es ist Montag. Seltsames Erlebnis des Wochenendes: Ich wurde in einem dieser „sozialen Netzwerke“ blockiert, weil jemand versucht hat, gegen mich zu argumentieren, allerdings mit einer Tabelle, die ich — was er nicht wusste — selbst erstellt hatte. Wie viele Konflikte verhindert werden könnten, wenn es dem Menschen nur innewohnte, auch mal eine Niederlage einzugestehen?
Niederlagenanalyse ist des Menschen Sache ohnehin nicht. In der Nachbetrachtung der beiden gestrigen Landtagswahlen stellte ich fest, dass die „Linken“ sicherlich etwas daraus lernen könnten, dass die „Rechten“ eher bereit sind, einander zuzustimmen. Bereits die zweite Antwort auf diesen Hinweis bestand im Wesentlichen daraus, dass die (ich zitiere) „Wagenknecht-Linke“ nämlich gar keine richtige Linke sei, als wäre das die jetzt entscheidende Diskussion. Ich sollte ein Trinkspiel daraus machen.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Zeitschrift „jungen Welt“ und ihrer Ausgründung „Jungle World“ sei es, teilte man mir mit, dass die Einen eher problematisch antiimperialistisch und die Anderen eher problematisch antideutsch seien. Hoffentlich bringt bald mal jemand ein Links raus, bei dem man sich nicht zwischen zwei problematischen Seiten entscheiden muss. Das fliegt dann vielleicht auch nicht dauernd aus irgendwelchen Parlamenten raus und/oder ist stabil genug für eine anständige Revolution.
Apropos zerstrittener Haufen: Der politische Geschäftsführer der Piratenpartei hat jüngst verkündet (Kopie), die Partei sei im Wesentlichen erledigt und man könne den Unsinn ja jetzt auch lassen. Zum Glück ist Nachtreten jetzt nicht so meine Art, aber ein bisschen schmunzeln musste ich schon. Mario Sixtus hat derweil ausgerechnet, dass — falls die CSU nach der Wahlrechtsreform als einzelne Partei nicht mehr in den Bundestag kommt — die AfD 2025 die stärkste Kraft sein könnte. Ich bin gespannt auf den Wahlkampf: CSU wählen gegen Rechts.
Das von vielen als „das neue Twitter“ hochgelobte Bluesky läuft übrigens bereits nach wenigen Wochen genau wie erwartet:

Wenn man Twitter in sein Netzwerk holt, dann wird Twitter eben nicht zu dem Netzwerk, sondern das Netzwerk wird zu Twitter.
Auch ohne Computer ist Kommunikation nicht eben leichter geworden: Briefe sollen, berichtet die Tagesschau (via Fefe), demnächst später ankommen, wenn der Absender kein Schutzgeld bezahlt. Dies wäre jetzt die Gelegenheit für einen der ungezählten alternativen Briefpostanbieter, sich zum ernsthaften Konkurrenten aufzuschwingen. Leider lesen die wahrscheinlich auch meine Texte nicht und kommen daher nicht auf diese Idee.
Zum Glück konkurrenzlos und — wenn man auf Spotify verzichtet — nicht mal so teuer wie die Post: Musik.
Guten Morgen.



Die anderen Postanbieter müssten, streng genommen, nicht mal Deine Texte dafür lesen (obwohl die durchaus bereichernd sein können). Sie sind schlicht nicht in der Lage, das Monopol zu brechen und zudem noch ihren Marktabsprachen verpflichtet. Da bringt die Information alleine nix.