Alice Weidel, als lesbische Wahlschweizerin geradezu prädestinierte Vertreterin der AfD auf so Podien, verkündete dieser Tage, einen verlorenen Krieg zu feiern sei eine dumme Idee und darum (?) habe sie auch in diesem Jahr darauf verzichtet, mit der russischen Botschaft das Jubiläum des Sieges über das Dritte Reich zu feiern. In sozialen Medien empörte man sich im Folgenden wortreich, denn das sei zweifelsohne ein Beleg für den Rechtsradikalismus Frau Weidels.
Die Frage zu beantworten, ob nicht eine Teilnahme an einem Empfang des Iwans ungefähr genau so fürchterliches Geschrei zur Folge gehabt hätte, vermag ich hier nicht abschließend zu vollziehen. Sie jedenfalls, „Historiker Jens-Christian Wagner“, erzählten ausgerechnet der Springer’schen „WELT“ im vorliegenden Kontext Beachtliches:
Mit einem solchen Geschichtsbild zeigt man keinerlei Bereitschaft, sich gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland abzugrenzen und deutlich zu machen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus war.
Dann erleuchten Sie mich mal: Wenn eine Gruppe von Staaten, die gar nicht die Absicht hatte, ihren Kriegsgegner von irgendwas zu befreien, selbst von diesem besiegten Kriegsgegner (hier: Bundeszentrale für politische Bildung) nicht etwa als Freundschaftsdienstleister oder auch nur als Befreier, sondern völlig korrekt und gut begründbar als Siegermächte bezeichnet wird, während zwar im gleichen Text von Befreiung die Rede ist, jedoch damit der Kriegsgegner des vermeintlich befreiten Landes gemeint ist, dann nennt man den Gegner von Siegern also wie?
(Schöne Idee für verurteilte Verbrecher: Einfach „endlich befreit!“ statt „oh nein, verurteilt!“ denken.)


arghl, das gibt doch wieder ärger, unterschreib bloß nix …
Mir geht’s um die Semantik. Den Inhalt zu diskutieren überlasse ich Menschen, die sich gern ärgern.