Es ist Montag. Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: „Kleingärtner aus Nienburg erntet Riesenkohlrabi“ („Mitteldeutsche Zeitung“). Wir sind wieder wer.
Ansonsten läuft es für Deutschland und die angeschlossene Europäische Union (kann weg) ja exakt so wie erwartet: Nicht nur weigern sich die sanktionierten Chinesen, keine eigene Chipfabrik zu bauen, um sich so unabhängig von dem neofeudalen Westen zu machen, nein: auch der Iwan ist trotz aller Sanktionen immer noch nicht pleite. So ein Frechdachs! Die deutsche Außenministerin, wirtschaftskompetent wie nur wenige vor ihr, sei zwar „enttäuscht“ davon, erfuhr ich amüsiert beim greisen ZDF (Archivversion), hat aber als Grund für den ausbleibenden Erfolg (wieso, klappt doch, mein Geld wird weniger) eine einleuchtende Lösung parat: Russland sei eben keine Demokratie. Natürlich ist das die einzig mögliche Erklärung. Aber könnte man es dann nicht auch einfach lassen?
Neue Episode in der beliebten Serie „Wir leben im falschen Realitätszweig“: Für Emojis ist Platz, aber für Text nicht. Es war eine außerordentlich bescheuerte Idee, normale Menschen ins Internet reinzulassen. Kann ich Gopher noch mal sehen? — Apropos „normale Menschen“: Divers ist, was man morgens in der U‑Bahn sieht. Was dort nicht vorkommt, ist nicht die Lebenswirklichkeit der meisten Menschen. Immerhin wird der Wein billiger (Archivversion), weil nach Corona einfach zu wenig davon getrunken wird. An mir liegt das nicht.
Diese Blogosphäre funktioniert zu meinem Erstaunen immer noch. Da empfiehlt man mal ungewohnt melancholische Musik, schon wird’s postwendend heimgezahlt. Dem angemessen ungehaltenen Textnachbarn meinen Dank für den Geisterpfeifenfisch. Rauchiger Depripunk. Mir fallen sofort diverse Gelegenheiten ein, anlässlich derer ich das laut aufdrehen könnte.
Was mir auch einfällt, weil heute Montag ist: Doom.
Guten Morgen.


