Es ist Montag. Ein Blick in den Kalender versichert mir: der nächste ruhige Tag wird irgendwann in zwei Wochen sein. Als ich ein kleiner, dicker Junge war, versprach man mir, wenn ich “irgendwann” einmal — jedenfalls biologisch betrachtet — “erwachsen” sein würde, dürfte ich endlich alles tun, was ich wolle. Folgende Frage beginne ich mir zu stellen: Habe ich vergessen, das irgendwo zu beantragen, oder kommt das noch?
Ein bisschen Politik Taubenzüchterei, denn es ist Montag und da ist die Laune sowieso schon nach dem Aufstehen hinüber: In der den meisten Menschen bis dahin unbekannten Spielzeugstadt Sonneberg (Thüringen) hat sich das Versagen der übrigen Taubenzüchtervereine, die Linderung der Sorgen der örtlichen Taubenfreunde betreffend, erstaunlich spät dergestalt gezeigt, dass ein Bösetaubenzüchterverein nun erstmals einen Taubenverantwortlichen stellt. Bis zur nächsten Wahl eines Taubenverantwortlichen wird es also mehr böse Tauben geben als zuvor. Es gibt mehrere denkbare Ansätze, wie man dieser Wendung — sofern man inhaltlich überhaupt daran interessiert ist — begegnen könnte. Der Ansatz, den Großteil der an der Stichwahl teilgenommen habenden Taubenfreunde zu beschimpfen, scheint wenig vielversprechend, denn das jahrelange Beleidigen des Bösetaubenzüchtervereins hat bisher nicht dazu geführt, dass selbige sich plötzlich mit den Tauben derjenigen Vereine zufriedengeben, deren Züchter ihnen eben noch Schmähungen entgegengebracht haben. Diejenigen, die sich ohnehin selbst als Freunde böser Tauben begreifen, wird man mit der Bezeichnung als Bösetaubenfreunde jedenfalls eher nicht zum Umdenken bewegen. Man könnte diesem Phänomen begegnen, indem man die Ursachen für die Unzufriedenheit mit den Tauben der anderen Taubenzüchtervereine untersucht und beseitigt und so den Bösetaubenfreunden Taubenangebote macht, die die Verheißungen des Bösetaubenzüchtervereins werden lassen; oder man intensiviert das Verfluchen des Vereins und seiner Taubenfreunde und ändert sonst einfach nichts. Das ist zumindest leichter. Haben wir schon immer so gemacht.
Die Verschwörungstheorie des Tages: Die Titanic (und inzwischen auch das Tauchboot Titan) wurde(n) absichtlich versenkt. Das Internet ist seltsam.
Andererseits: Im Internet gibt’s gute Musik.
Guten Morgen.



Es ist Sommerloch. Da kann man schon mal einen Kahn versenken, wenn keine Pipeline zu Hand ist. zumindest gibt es dann immer genügend zu sabbeln oder schreiben, selbst für einen Infosender.