Die “Rhein-Neckar-Zeitung” (“RNZ”) desinformiert in zwei Artikelserien (verlinkt werden will sie allerdings nicht — LSR) über einen “Hackerangriff” auf das Rathaus in Schriesheim, in dessen Folge personenbezogene Daten ins fiese Darknet geraten sind:
Es ist derzeit noch nicht bekannt, welches Einfallstor die Hacker nutzten: War es möglicherweise ein mit einer Schadsoftware infizierter Anhang?
Wenn dem so ist, würde ich persönlich den Administrator feuern, der nicht nur solche Anhänge ungefiltert ins Intranet weiterleiten lässt, sondern überdies anscheinend Leuten, die alles anklicken, was wie eine Datei aussieht, hinreichend viele Rechte einräumt, die gesamte Infrastruktur des Rathauses zu infiltrieren. Ohne personelle Konsequenzen (und, daraus folgend, die Furcht vor solchen) besteht anscheinend zu wenig Anreiz zur Umsicht. War der Schuldige gar jemand, der es besser wissen sollte, empfehle ich rechtliche Schritte gegen selbige Person einzuleiten; andernfalls ist eine EDV-Schulung offenbar dringend notwendig.
Ich teile im Übrigen Fefes Auffassung, dass eindeutig zu viele Daten über zu viele Personen an zu vielen Stellen gespeichert sind.
Zum Glück ham’se Fachleute bei der “Rhein-Neckar-Zeitung”:
Der Sohn eines RNZ-Mitarbeiters, der am Karlsruher Institut für Technologie studiert hat, machte die Probe aufs Exempel[.] (…) Er brauchte nur einen speziellen Internetbrowser, denn nur mit dem können die Seiten im Darknet dargestellt werden.
Das ist natürlich grober Unfug, denn um “Seiten” im “Darknet” (meinten Sie: Websites im Tor-Netzwerk?) “darzustellen”, braucht jemand, der irgendwas irgendwo studiert hat (ohne den Herrn persönlich zu kennen: Informatik war es vermutlich schon mal nicht), nur eine Software, die einen Proxyzugang zur jeweiligen Infrastruktur — und das ist heutzutage, da I2P und Freenet außerhalb ausgewählter Nischen kaum Verbreitung finden, überwiegend das Tor-Netzwerk — bereitstellt, und einen beliebigen Webbrowser, der mit SOCKS-Proxys zurechtkommt. Es ist, zurückhaltend ausgedrückt, schwierig, einen Webbrowser (“Internetbrowser”, soso, welche Internetprotokolle sprechen denn zum Beispiel Apples Safari und Microsofts Edge noch so?) zu finden, auf den das nicht zutrifft; wobei selbst das meist lösbar ist.
Aber hat der “Sohn eines RNZ-Mitarbeiters” sich mit seiner, äh, Recherche nicht strafbar gemacht? Da gehen die Meinungen auseinander:
Damit im Darknet zu surfen, ist zwar nicht illegal, aber doch wegen viel herumgeisternder Schadsoftware nicht ganz ungefährlich, sagt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI). Laut BSI werden Nutzer dann straffällig, sobald sie “illegale Inhalte konsumieren, herunterladen oder rechtswidrige Waren und Dienstleistungen erwerben”.
Nun ist der junge Mann mit Zugang zu den Rathausdaten, der inzwischen promoviert, kein Darknet-Experte und natürlich kein Krimineller; und natürlich hat er nur einmal ausprobiert, ob sich die angezeigten Ordner anklicken lassen[.]
Dafür musste er, sofern mein Textverständnis mich nicht täuscht, allerdings wissentlich die offensichtlich aus einer illegalen Quelle stammenden Daten von einem Kriminellen herunterladen. Der Staat verschwendet sehr viel von meinen Steuern dafür, auf meiner Hardware nachgucken zu können, ob ich vielleicht heimlich Cannabis konsumiere (tu’ ich übrigens nicht), aber bei der “Rhein-Neckar-Zeitung” prahlen sie öffentlich mit ihren Straftaten und dürfen immer noch frei herumlaufen. So habe ich mir das mit dem Staatstrojaner aber nicht vorgestellt, Herrschaften.
Das Rathaus arbeitet gerade “intensiv an Lösungen, um betroffene Personen in einer angemessenen Art zu informieren”[.]
Anders als bei Passwortlecks (die auch nur entstehen können, indem ein Administrator zu blöd für seinen Job war) ist es bei weggekommenen biometrischen Daten, die auch betroffen sein sollen, aber nicht ganz so leicht, die “gestohlenen” (die “Rhein-Neckar-Zeitung” benutzt auch die Begriffe “Datenklau” und “geraubte Daten”, als seien Kopieren, Klauen und Rauben nichts als Synonyme — dabei gilt: wenn die Daten hinterher noch da sind, wo sie vorher waren, hat niemand etwas “geklaut”, “geraubt” oder “gestohlen”, sondern bloß kopiert; so schwer zu verstehen ist das doch nicht?) Daten unbrauchbar zu machen, sofern der Verantwortliche nicht größere chirurgische Eingriffe zu bezahlen bereit und imstande ist.
Damit es aber nicht so aussieht, als wäre nichts unter Kontrolle, delirierte “das Rathaus” flugs die Existenz von Tor2web zur bloßen Spekulation:
Das Rathaus unternimmt zudem alle Schritte, damit die im Darknet veröffentlichten Daten nicht im öffentlich zugänglichen Internet, dem World Wide Web (www), zu sehen sind.
Immerhin lässt sich aus dem Stuss, den die “Rhein-Neckar-Zeitung” mehrere “Journalisten” zusammenschreiben ließ, eine wertvolle Information entnehmen (oder “rauben”, wie die “Rhein-Neckar-Zeitung” es wohl nennen würde):
Heute speichert ein normaler Rechner ein Datenvolumen von 350 Gigabyte.
Die Computer in der Redaktion haben wirklich kleine Festplatten.


OMG FAIL! WTF
Das Blatt geht bei mir gar nicht. Rotes Tuch. Da tut der Artikel wohl sein Übriges.
Achje! Was hat es angestellt?
Das übliche. Einseitige Artikel, zu Corona ganz schlimm.