Braunschweig, die mit großem Abstand schönste Großstadt zwischen Bielefeld und Magdeburg, hat etwas nicht getan und „Queer.de“ ist trotzdem dagegen:
Die Braunschweiger Stadtverwaltung verbietet die vom Bezirksrat Innenstadt beschlossene Installation von gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen – nach neun Monaten „Prüfung“ und mit einer absurden Begründung.
Nämlich:
Es könne nicht zuverlässig der Nachweis eines gleichen Sicherheitsstandards wie bei gewöhnlichen Ampeln erbracht werden, teilte sie dem Bezirksrat mit. Insofern wäre die Installation abweichender Symbolbilder „mit einem nicht abschätzbaren Risiko verbunden“.
Dass diese Begründung zumindest erstaunlich ist, stelle ich hierbei gar nicht in Abrede. Gelesen wird das aber nicht als Beispiel für seltsame Auswirkungen der Bürokratie, sondern als homosexuellenkritisch:
Für ihr vorgeschobenes Sicherheitsargument verleihen wir der Stadt Braunschweig unsere Homo-Gurke!
Ich lasse Witze über das Wort „Gurke“ an dieser Stelle ungemacht, denn meine Leser haben hierzu oft noch schönere Ideen als ich. Vermeintlich gelungene Witze über das Wort „Gurke“ in diesem Kontext bitte ich insofern in die Senfecke zu senfen. Erwähnenswerter ist aber die Implikation, es fördere die Toleranz und/oder Akzeptanz für nicht heterosexuelle Pärchenbeziehungen, wenn man Figuren auf beleuchteten Straßenverkehrsschildern anders anbringt.
Dass das klassische Beziehungsmodell „ein Mann und eine Frau“ noch immer nicht auf „drei oder mehr Personen beliebiger Identität“ erweitert worden ist, kann ich an dieser Stelle noch verstehen – auf Ampeln sind Silhouetten von Personen ab einer gewissen Anzahl nur noch schwer zu erkennen. Kaum zu übersehen ist aber die Implikation, man könne an einer Silhouette das Geschlecht erkennen: Zwei Menschen ohne Rock, zwischen denen ein Herzchen prangt – das muss ein Herrenpärchen sein!
Was mich zu der Frage führt: Wie homogurkig ist eigentlich „Queer.de“?
(Nachtrag vom 11. Januar 2022:) Es gibt diese Ampeländerung jetzt doch. Schade.
Und dann war da noch diese Eilmeldung von gestern Abend:
Kurz vor den Beratungen von Bund und Ländern wies Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Anfang März beschlossene Corona-Notbremse hin und sagte: „Wir werden leider auch von dieser Notbremse Gebrauch machen müssen.“
Ich habe eben einen neuen Beamtenwitz erfunden und der geht so: Welches Formular muss man eigentlich mit welcher Frist in wievielfacher Ausführung einreichen, wenn man in der Bürokratie eine Notbremsung vollziehen möchte?


Für mich sind Ampeln generell wegen ihrer politischen Symbolik problematisch. Die Union hat es gerade schwer genug. Warum gibt es kein schwarzes Lichtzeichen?
Schwampelpärchen?
Der Homa hüpft von Ast zu Ast, bis ihm ein Ast ins A.… passt
Danke, der ist grauenhaft.
Ich find es abartig, dass hinter zwei Silhouetten ohne Rock gleich an Männer gedacht wird. Das ist rückschrittlich!
Generell sollte es auch bei den Warnsignalen mehr diversity geben und das festhalten an grün für Ok und rot für Stopp zeugt von einem festhalten an alten imperialistischen Gedankengängen.
Wir sollten eine ständige Fußgänger-/innen-Kommision-/nen gründen die im drei Monatstakt verschiedene Warnleuchten deutschlandweit ausrollt. Nur so können wir die Führungsrolle beim nicht diskriminierenden Fußgänger-/innen-Warnsignal/-en-System/-en übernehmen.
Warum wir ständig über Fußgänger-/innen debattieren ist ebenfalls schlimm, was machen Rollstuhlfahrer-/innen oder welche mit nur neun Zehen?
Ihr seid alle so durchseucht mit eurer Rassenlehre, ihr/sie/es ekeln mich an!
Was ist denn mit Fahrradfahrenden? Und warum sind auf den Ampeln für Autofahrende keine Autos? Und was ist dann mit LKW und Motorrädern? Die werden auch diskriminiert!
Ich bin für Gurken und Tomaten auf allen Ampeln! Das passt auch farblich besser als grüne und rote Menschen!
Gurke, wieder so ein Symbol um das Patriachart zu erhalten. Rückständing!