Es ist Montag; nein, nicht bloß schon wieder der erste Montag vom Rest des Lebens, dessen Bösartigkeit durch ausgerechnet ein christliches Fest einerseits abgemildert, andererseits verdoppelt wird, weil ein Montag, der wie ein Sonntag ist, dem Sonntag, der keiner war, sozusagen den Boden ausschlägt, sondern überdies einer der wenigen Montage, an denen es von Bedeutung zu sein scheint, welcher Hanswurst am Wochenende seinem bedauernswerten Land im Wettstreit derer, die glauben, ihr Land ließe sich durch englischsprachigen Bumspop am besten repräsentieren, den Sieg einfuhr. Auch in diesem Jahr konnte dem geneigten Musikfreund ein kluger Umgang mit den Medien einen Großteil der Berichterstattung sowie die Kenntnis des vermeintlichen Siegerlandes ersparen. Deutschland scheint’s aber nicht geworden zu sein, denn bisher scholl mir kein vielstimmiges “Wir sind Grand Prix!” entgegen. Mehr gilt es darüber aber keineswegs zu wissen, denn Wissen über Firlefanz belegt Ressourcen, die man vielleicht lieber für Sinnvolleres reservieren sollte.
Auch andere Hobbys nämlich führen zu Aufmerksamkeit: Exhibitionisten in Sauna festgenommen. Geht es nicht noch eine Nummer kleiner? Leider nicht: Schweinekopf vor Angela Merkels Wahlkampfbüro gefunden, was ja schon deshalb erstaunlich ist, weil es keinen Anlass zu der Annahme gibt, eine CDU-Vorsitzende verbinde mit Schweineköpfen etwas Schlechtes. Früher waren wenigstens politische Drohungen noch unpeinlich.
Apropos unpeinlich und unschlimme Musik: Dieser Tage erscheint das dritte Album der famosen Bent Knee. Sicherlich wird es ein großartiges Album sein, die Vorfreude darauf mag ich aber niemandem verderben, überspringen wir die Wartezeit also statt mit dem Naheliegenden mit etwas feinem Postrock.
Guten Morgen.

