Dem aufmerksamen Leser dieser Zeilen ist womöglich mein unübliches Schweigen der letzten Tage auf dieser Internetpräsenz nicht entgangen. Die Zeit, die ich ansonsten mit weltmännischer Attitüde und hoher Kunst verbringe, habe ich indes diesmal anderweitig zu füllen beschlossen und mit der besten, liebreizendsten Begleitung, die ein alter Griesgram wie ich eigentlich kaum verdient haben dürfte, eine Reise in ein fernes Land angetreten.
Während das stets unzufriedene Volk des Heimatlands sich dieser Tage also, überwältigt davon, dass sich ihr Sehnen nach einem Sommer, wie er früher einmal war (R.C.), letztlich in Form einer Wärmephase (“Hitzewelle”, die Medien) erfüllt hat, entsetzt stöhnend in kühle Schatten zurückzieht, liegt der Verfasser dieser Zeilen, ausgestattet mit Schirmchengetränk und Sonnenbrille, am Palmenstrand und versteht das Problem nicht; überdies in einem Land, das jedes Klischee mit hoffentlich unbeabsichtigter Selbstironie wahlweise zunichte macht oder voll und ganz bestätigt. Zwar gibt es weder Feze noch Kopftücher, dafür aber viele schnauzbärtige Herren auf Plakaten und an der Straße, an der andere Touristen mit dem otobüs oder einem taksi zum Hotel gefahren werden, das neben ARD und ZDF einen Fernsehsender namens Süper RTL kennt. Was bei Hallervorden noch politische Spitze sein durfte, genügt hier noch immer zur Neuausrichtung von Weltbildern (lies: des meinen).
Genug Erlebnis darf’s bei all der angenehm sonnigen Entspannung dann doch sein, und so zieht es den Reisenden an einem strandarmen Tag in die Stadt (Antalya), wo es zu viel Eis und einen Basar gibt, an dessen Eingang man vor “getürkter Ware” gewarnt wird. Erwähnte ich, dass dieses Land Klischees zu vernichten imstande ist? Antalya, bis auf Weiteres die Welthauptstadt der Selbstironie, zeigt sich hier von seiner besten Seite.
Echt ist allerdings die Kultur dahinter, viele Jahrhunderte Tradition stehen westlicher Verirrung diametral entgegen:
Überhaupt ist in Antalya vieles größer, selbst der Spam denkt in größeren Dimensionen. Viagra-Cialis-Mails? Ach, i wo! Schnöde Mails sind der westlichen Industrie vermacht, dieser Adressatenkreis ist ein weit weiterer:
Und trotz alldem: Eigentlich ist es ja doch ganz schön, dieses Land.
Warm hier heute, nicht wahr?












