In den NachrichtenMontagsmusik
T.A.L.L. — Orwell // Antiparty mit Laptop

Tja, ICH hab' Bambus! Ätsch!

Es ist Mon­tag. In Berlin trauen sich Frauen ohne Wasser­mel­one kün­ftig nicht mehr in den Bus, denn nur in Begleitung ein­er Wasser­mel­one darf man dor­thin Pfef­fer­spray mit­nehmen oder so. Berlin ist selt­sam.

Selt­sam auch: Am ver­gan­genen Sonnabend fan­den an mehreren Orten in Deutsch­land „Lin­ux-Instal­la­tion­spar­tys“ statt, im Rah­men der­er mehrere Organ­i­sa­tio­nen gle­ichzeit­ig ver­sucht haben, den Leuten irgend­wie zu erk­lären, wie man Lin­ux halb­wegs sturzfrei instal­liert bekommt. Abge­se­hen von der Debat­te darüber, ob das Wort „Par­ty“ für solcher­lei Ver­anstal­tun­gen nicht etwas arg euphemistisch ist und/oder ob ich Leute, die dieses Ver­ständ­nis von ein­er „Par­ty“ haben, auf eine tat­säch­liche Par­ty über­haupt ein­laden wollen würde: Wenn ich Com­put­er­laie wäre (denn an solche richt­en sich diese Ange­bote meist) und meine erste Begeg­nung mit einem Betrieb­ssys­tem diejenige wäre, dass ich schon bei der Instal­la­tion Hil­fe brauche, dann würde ich lächel­nd abwinken und wie jed­er nor­male Men­sch ein­fach bei Win­dows bleiben. Das Jahr des Lin­uxdesk­tops ist immer näch­stes Jahr und das hat ziem­lich gute Gründe.

Allerd­ings würde im Zweifel auch eine Lisp­mas­chine reichen.

Killer­spiel der Woche: Im ukrainis­chen Mil­itär bekommt man jet­zt virtuelle Gum­mipunk­te für das Meucheln ander­er Men­schen mit ein­er Drohne. Beim näch­sten Amok­lauf bitte ich darüber nachzu­denken, ob das nicht erhe­blich zur Ver­ro­hung der unschuldigen Kinder­lein beiträgt. Wer Trans­port Tycoon spielt, der baut danach ja auch keine Straßen. (Dazu passt als pos­i­tive Gegen­nachricht: Jemand hat einen Odysseuss­chrein gefun­den. Die „Odyssee“ war vielle­icht doch eine Doku­men­ta­tion.)

Es wäre wahrschein­lich allzu bil­lig von mir, die Woche mit einem Lied von Cold­play einzuläuten. Es ist nicht so, dass ich Cold­play etwas abgewin­nen kön­nte, es ist nur vielmehr so, dass ich für das öffentliche Beöm­meln über ander­er Leute Liebesleben außer grobem Unver­ständ­nis wenig übrig habe. Über 80 Mil­lio­nen Beziehung­sprofis allein in einem Land, dessen Sprache die bei­den Delin­quenten ver­mut­lich nicht mal sprechen; man wun­dert sich, doch schweigt.

Schweigt lauter: Musik.

Guten Mor­gen.

Senfecke:

  1. Dieses Par­tyver­ständ­nis kann man schon bekom­men, wenn man von genug Amime­di­en influ­enced wurde. Wenn ich mir Videos von den großen Par­ties anschauen, dann Frage ich mich ern­sthaft, was die Leute antreibt. Laut Musik hören kann man heute fast über­all.
    immer­hin weiss ich jet­zt, wo ich das näch­ste Mal hinge­hen sollte, bevor ich ein Image instal­liere. Ger­ade COS instal­liert und siehe da, mein altes Win­dows startet wieder. Lei­der das kaputte, ganz Alte. Was indes mit COS, Mint und Ubun­tu ist, die sich eben­falls im Grub, der nicht startet, befind­en soll­ten? Ob ein Scherzkeks evtl. einen Unmount vor dem Grub Update gepackt hat?

  2. Nun, falls Homer schon Itha­ka und Lefka­da ver­wech­selte (böse Men­schen brin­gen noch Kefalo­nia ins Spiel, aber wer glaubt schon bösen Men­schen und das auch noch wegen eines dum­men kleinen Kup­pel­grabes), war die Odyssee dann doch kein so guter Tat­sachen­bericht. Von Kleinigkeit­en wie Kyrke, Kyk­lopen und einem äolois­chem Wind­beu­tel ein­mal abge­se­hen.

    Aber neben dem Odysseuss­chrein, der auf Itha­ka natür­lich nur Sinn ergibt, wenn O. dort auch ein paar Jahrhun­derte vorher als mykenis­ch­er König geherrscht hätte, darf die Wikipedia nicht fehlen, die Odysseus als promi­nen­ten Ein­wohn­er Lefkadas nicht ken­nt, doch sog­ar den speku­la­tiv­en Suizid der Sap­pho als his­torische Tat­sache darstellt. Wobei diese wohl tat­säch­lich an Lefka­da (Itha­ka?!) vor­beigekom­men sein muss, wenig­stens 2x, jew­eils auf der Hin- und Rück­reise Les­bos — Sizilien — Les­bos.

    • Bei Lem­ma­ta zu his­torischen Tat­sachen über Sagengestal­ten wäre ich in der Wikipedia ohne­hin vor­sichtig. Selb­st in der deutschsprachi­gen Aus­gabe gibt es sog­ar zwei ver­schiedene Jesusse, einen his­torischen und einen bib­lis­chen. Klingt nach einem Fall für den Psy­cho­an­a­lytik­er. Kirke halte ich hinge­gen für gar nicht so mythisch. Solche Frauen kenne ich auch.

      • Da ich Büch­er bis­lang nur kaufe, um meinem Kampf­s­port (Tsun­doku) zu frö­nen, kann ich zur Quel­lenkri­tik (Armin Wolf, “Homers Reise: Auf den Spuren des Odysseus”) lei­der nichts beis­teuern. Ich halte aber einst­weilen die durch die — allerd­ings notorisch noch unzu­ver­läs­sigeren — “Terra‑X”-Autoren lancierte These für plau­si­bel, dass die Odyssee als ein geo­graph­sch­er Lehrbericht gemeint gewe­sen sei. Insofern halte ich die Tren­nung in das was war und das was draus gemacht wor­den war für dur­chaus plau­si­bel. Dass die Kirke, die sich son­st mit zah­men Löwen, Wölfen und einem Specht umgab, Odysseus Mannschaft in Schweine ver­wan­delte, bedarf unter Umstän­den ein­er näheren tiefenpsy­chol­o­gis­chen Betra­ch­tung, unter einge­hen­der Würdi­gung der fort­ge­sponnenen Geschichte in der Telego­nie. (Oder kurz: mit pathol­o­gis­chem Narziss­mus kommt nur durch, wer es sich leis­ten kann.)

        PS: Ich würde dem all­wis­senden Spenden­sam­melvere­in in Sachen Jesus gar nicht wider­sprechen, ohne mich um das betr­e­f­fende Geschreib­sel zu küm­mern, da es mein­er pri­vat­en These ober­fläch­lich nahe ste­ht.

        So gab es mit einiger Gewis­sheit einen his­torischen Jesus, den, als glühen­den Zeloten, gräzisiert Jesus genan­nt zu wer­den sich­er ziem­lich anges­tunken hätte. Die “Ur-Chris­ten”, welche ich auch des Rom-Anzün­dens für wil­lens und fähig halte, waren mit einiger Sicher­heit Fans dieser, zu jen­er Zeit bere­its his­torischen, Per­son. Der bib­lis­che bzw., nach dem Haupt­pro­tag­o­nis­ten der römis­chen Psy­Op, paulin­is­che Jesus hat mit dem his­torischen kaum etwas gemein und diente zunächst dazu, die zelo­tis­che Mes­si­as­be­we­gung zu “zer­set­zen”. Im Fort­gang der Psy­Op, wiedere­in­mal kom­men hier Frauen ins Spiel, wurde ein Jesuskult instal­liert, um den maskulin­is­tisch elitären Mithraskult auch für Frauen zugänglich zu machen. Dies nah­men zunächst wenige, dann immer mehr Frauen mit großer Freude an. Die Ver­fol­gung dieser Chris­ten war dann dann weniger der öffentlichen Ord­nung, son­dern vielmehr der Egozen­trik der Mithras-Jünger geschuldet, was dann auch erk­lärt, warum der Ver­fol­gung mit großer fem­i­nis­tis­ch­er Wider­spen­stigkeit und Freude ent­ge­genge­treten wurde. Der Beginn ein­er Erfol­gs­geschichte.

  3. Alle Monate wieder? Okay, dann ich auch ma wieder: Komisch, die Lin­ux-User, die ich kenne, kön­nen in der Regel auch ein Schnitzel instal­lieren, während die Win­doofs zu dau sind, ihr eigenes OS zu instal­lieren. Erfahrun­gen sind unter­schiedlich.
    Der gemein­same Endgeg­n­er heißt der­weil Üvieh. Das wird geschlachtet und zur Par­ty als Met­tigel serviert.

    • Der Vorteil von Win­dows ist, dass man dafür keine Instal­la­tion­spar­tys braucht. Das ist ja immer schon beiliegend. Das Win­dowsin­stal­la­tions­din­gens ist der­weil idioten­sich­er genug, dass man entwed­er nur ein paar­mal auf “Weit­er” drück­en muss (abzüglich der Lizen­zschlüs­se­labfrage) oder wenig­stens einen hüb­schen Fehler angezeigt bekommt, was aber eine Aus­nahme ist. Ich hat­te dieses durch­genudelte The­ma aber auch nur deshalb wieder her­vorgekramt, weil mir in “sozialen Medi­en” über’s Woch­enende die rel­e­van­ten Men­schen mit ihrem bescheuerten Par­tyver­ständ­nis auf den Sack gin­gen und gar nicht so recht ver­standen, warum ich das irgend­wie albern fand.

      Vielle­icht sollte ich eine WfW‑3.11-Installationsparty aus­richt­en. Es gibt Met­tigel.

  4. Für die paar Klicks, die eine Mint-Instal­la­tion braucht, würde ich, rein aus Kosten-Nutzen-Grün­den, auch keine Par­ty schmeis­sen wollen.
    Über was soll ich den ganzen Abend mit den wild­frem­den Leuten reden? — Wenn die Instal­la­tion nach 15 Minuten fer­tig ist?
    Bei Win xx dauert das wenig­stens.…

    Und dafür extra Met­tigel?

  5. Die Prob­leme sind halt eher der Multi­boot und die Grafik­treiber, je nach ver­wen­de­ten Sys­te­men. Was früher bei Win die ATi waren, sind bei Lin­ux halt die Nvidia, zumin­d­est unter den aktuellen Frame­works und Dek­top­umge­bun­gen. Bei ein­er Stan­dard­kiste, die nur Stan­dar­d­auf­gaben erledi­gen soll, gibt es bei bei­den kaum noch Prob­leme im Ver­gle­ich zu früher.

  6. Ich hab schon so einige Damen gesehn, die ihre Wasser­mel­one immer dabei haben, genaugenom­men sog­ar ihrer zwei. Solche Damen haben mir schon immer Angst gemacht. Und jet­zt dür­fen sie im Bus auch noch Mess­er dabei­haben? Das ist nicht mehr mein ÖPNV.

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