Es ist Montag. Ich bin ein weißer Mann, habe eine Unfrisur, meine Pronomen sind “ach du grüne Neune” und ich bin sehr müde. Darauf erst mal zur Arztin.
Man habe einen Langolier gefunden oder zumindest ein Lebewesen, das so ähnlich aussieht, teilt die “New York Post” wahlweise frohlockend oder angsterfüllt dem Film- oder wenigstens Literaturkenner mit. Kein gutes Jahr für so was, möchte ich meinen, aber jetzt ist’s sowieso zu spät. Duschen sollte man ja auch nicht mehr, das ist jetzt out.
In hingegen sind Elektrofahrräder und Elektrotretroller. Diese Zukunft der Mobilität aber zeichnet sich kaum überraschend dadurch aus, dass sie die Probleme des motorisierten Individualverkehrs nicht etwa vermeidet, sondern wiederholt; jetzt aber werden die Radwege statt der Straßen verstopft. Das ist alles viel besser jetzt. Sagen die in der Zeitung. — Auch sonst leben wir in interessanten Zeiten: Es gibt neuerdings ein Brettspiel zu der Schachspielerserie “Das Damengambit”, in dem man dazu gehalten ist, “immer drei Züge im Voraus” zu planen. Man spielt es also nicht ganz anders als Schach, es sieht aber nicht aus wie Schach und es heißt auch nicht Schach. Schach wäre wahrscheinlich zu langweilig.
Ein bemerkenswertes Zitat aus der Gylfaginning in der noch immer als kanonisch angesehenen Übersetzung der Edda: Die Totengöttin Hel “ist halb schwarz, halb menschenfarbig, also kenntlich genug durch grimmiges, furchtbares Aussehen”. Gibt es eigentlich schon Distanzierungen irgendwelcher Hippiepaganenvereine vom ihnen wichtigsten schriftlichen Zeugnis des nordischen Heidentums? Wann kommt endlich die kommentierte — oder direkt geschwärzte (sagt man das noch?) — Fassung heraus?
Stattdessen schon herausgekommen (erst neulich, mehr dazu später) ist immerhin: Musik.
Guten Morgen.


Das dürfte der sensationsheischenste Artikel sein, der jemals über ein (Meeres-) Neunauge geschrieben wurde. Qualitätsblatt, diese NY Post.