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Flaggen kauf‘ ich am liebsten im Darknet (2): Regenbogenrechte

„Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören.“
– Art. 2 EU-Vertrag


Im Zuge der Transformation der einstigen EWG von einer Wirtschafts- zu einer vermeintlichen Werteunion galt die Flagge derselben bereits seit 1955 als Symbol für den „Schutz der Menschenrechte und die Förderung der europäischen Kultur“. Im Rahmen ihrer Befugnisse hat die heutige Europäische Union es auch weitgehend hinbekommen, dass die meisten ihrer Mitgliedsstaaten die Rechte, Gleichheit und Würde der meisten Menschen, Erwerbslose ausgenommen, meist als unveräußerlich verstehen.

Neuerdings aber scheint der Gleichheitsgrundsatz aber nicht mehr zu gelten, wie ein Chor aus Qualitätsmedien anlässlich des „Internationalen Tags gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie“ gestern mitteilte. So freute sich etwa Jannis Hagmann von der „taz“:

Zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie hat die Europäische Union, dieser Hort der Aufklärung, am Sonntag die Regenbogenflagge gehisst – und zwar nicht nur zu Hause im bunten Brüssel, sondern mitten in der Hauptstadt des Irak: an der EU-Vertretung in Bagdad.

Mir ist durchaus klar, was die Europäische Union damit mitteilen wollte: Man stehe als Gemeinschaft für gleiche Rechte für Menschen jeder sexueller Orientierung und Identität. Stattdessen mitgeteilt hat sie aber, dass es am Tag gegen usw. nicht nur um Menschen-, sondern auch um Homo-, Bi-, Inter- und Transsexuellenrechte geht; sie hat die Rechte der letzteren Gruppierung somit von denjenigen Rechten, für die die EU-Flagge vorgeblich steht, getrennt, was wiederum bedeutet, dass die EU-Flagge vielleicht auch weiterhin noch für die Wahrung der Rechte von Minderheiten steht, nur eben nicht für die von sexuellen Minderheiten.

Die Argumentation dahinter, glaubt man ausnahmsweise der „taz“, sei, dass nicht heterosexuelle Menschen sich im Irak und in einigen anderen Staaten, quasi als Gegenpol zu Berlin, dauernder Verfolgung ausgesetzt sähen und daher besonderer Verteidigung bedürften. Diese Argumentation halte wiederum ich für eine gefährliche, denn wenn die Gewichtung von Grundrechten anhand ihrer jeweiligen Gefährdung erfolgt, so bedeutet das, dass die Grundrechte einer nicht aktiv verfolgten Gruppe in einem weitgehend freiheitlich orientierten Staat kaum noch eine Schwere in sich tragen. Das Gebot der Gleichheit von Menschen und ihren Rechten kann entsprechend nur dann noch einen wesentlichen Wert haben, wenn man ihm keinen Hinweis auf einzelne Gruppen, die unter bestimmten Umständen besonders gefährdet sind, beifügt. Wenn die EU-Flagge nicht mehr genügt, um die Regenbogenflagge zu projizieren, dann ist das jedenfalls kein Problem, das mit dem Aufhängen von Flaggen einzelner Teilgruppen sinnvoll zu lösen ist.

Oder auch: Warum hängt die EU in Deutschland eigentlich keine Kinderrechtsflaggen auf?


Auch witzig: Keine Fußballfans im Stadion? Setzen wir doch stattdessen Sexpuppen rein! Die Damen und/oder Herren, die daraufhin ein Ersuchen um Entschuldigung (wofür?) seitens des Vereins für notwendig hielten, sind im Übrigen bedauernswerte Hanswürste.

Senfecke:

  1. Die Sexpuppen im Stadion waren die Handmund-geblasen oder mit Gebläse?!
    Also ich weiß nicht was mich reitet so eine Frage zustellen…pures menschliches Interesse an dem Sujet…
    Oder wurden die Puppen vorgeblasen aus z.B. Nordkorea geliefert?!
    Und wenn, wurden sie auf Kampfstoffe untersuchte?!
    Und werden die Puppen dann nach dem sie ihren Job getan haben an bedürftige weiter gegeben (Frage für einen Freund)?

    Wenn ein LgbtLer um Asyl in einer Botschaft der Eu im Z.B. Irak nachsuchen würde…könnte er welches bekommen oder bekäme er ne Regenbogen-Fahne…von von der ähem Leyen unterschrieben…

:) 
:D 
:( 
:o 
8O 
:? 
8) 
:lol: 
:x 
:aufsmaul: 
:P 
:ups: 
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:twisted: 
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