Piratenpartei
Bomber Harris‘ spä­ter Sieg

Der Wahlkampf beginnt, die schmut­zi­ge Wäsche wird aus­ge­packt: Unter media­lem Beifall ist Julia Reda aus der Piratenpartei aus­ge­tre­ten und emp­fiehlt in einem viel (daher nicht hier) zitier­ten Video auf YouTube, die Piratenpartei nicht mehr zu wäh­len. Der Grund dafür sei, dass ihre Partei recht­lich kei­ne Handhabe hat, den von ihr selbst als ihren Nachfolger auf­ge­bau­ten Zweitplatzierten von der ein­ge­reich­ten Liste strei­chen zu lassen.

Von der unvor­teil­haf­ten Situation abge­se­hen, dass die Piratenpartei nach dem über­wäl­ti­gen­den Zuspruch der letz­ten Wochen einen der­ar­ti­gen Schlag in die Magengrube von der­je­ni­gen Abgeordneten, ohne die sie die­sen Zweitplatzierten ver­mut­lich nicht mal ken­nen wür­de, zum jet­zi­gen Zeitpunkt nicht so ein­fach weg­stecken kann und wird, da sich auf Twitter bereits die übli­chen Mobs for­men, die geschlos­sen zur Wahl ande­rer Parteien auf­ru­fen, über­rascht mich weni­ger die schier idio­ti­sche Vorstellung, der bis­her ein­zugs­si­che­re Erstplatzierte - der höchst bemer­kens­wer­te Netzpolitiker Patrick Breyer - sei ein Opfer, des­sen Fehlen im Parlament in den näch­sten fünf Jahren nie­man­dem wirk­lich weh tun wür­de (als sei EU-Netzpolitik nicht gera­de jetzt ein wich­ti­ges Feld!), als die Verstrickungen erle­digt geglaub­ter Gestalten: Es gra­tu­lier­te zum Ausstieg neben Jasna „Gummibär“ Strick auch der ehe­ma­li­ge Bundesvorsitzende Thorsten Wirth mit Dankesworten an Julia Reda einer- und die Antifa ande­rer­seits. Anscheinend ist ein Austritt aus der Piratenpartei auch dann ein gro­ßer Erfolg, wenn man sich vier­ein­halb Jahre lang über­haupt nicht wesent­lich um ihr Schicksal geschert hat.

Das alles pas­siert, wäh­rend bei den bay­ri­schen Piraten die ersten Karrieristen wie­der ihren häss­li­chen Kopf aus der Erde recken. Dort tra­ge sich, wie man hört, zur­zeit zu, dass die jewei­li­gen Vorsitzenden des Münchener und des bay­ri­schen Verbands aktiv gegen einen jun­gen Aktivisten aus ihren Reihen oppo­nie­ren, weil sie ver­hin­dern möch­ten, dass er bekann­ter wird als sie. Anscheinend tut die­ser Partei ein biss­chen Auftrieb nicht gut.

Es ist den­noch beru­hi­gend zu sehen, dass Zeitungen mit der alten Vorstellung, eine Kleinstpartei mit Dreck bewer­fen zu las­sen sor­ge für zuver­läs­sig hohe Klickzahlen, immer noch nicht falsch lie­gen. Wenn mein Beruf mir irgend­wann nicht mehr genug Geld ein­bringt, grün­de ich viel­leicht eine Zeitung, die nur wäh­rend eines Wahlkampfes erscheint und als Quellen aus­schließ­lich „sozia­le“ Websites akzep­tiert. Das scheint leicht ver­dien­tes Geld zu sein.


Nachtrag I: Zu nie­man­des beson­ders gro­ßer Überraschung lässt sich die Antwort des inkri­mi­nier­ten Parteimitglieds so inter­pre­tie­ren, dass aus den Reihen der 2014 abge­wähl­ten Parteilinken aus­schließ­lich Manipulationen und Lügen zu erwar­ten sind. Mein über­rasch­tes Gesicht sieht merk­wür­di­ger­wei­se genau so aus wie mein ganz nor­ma­les Gesicht.

Nachtrag II: Die deut­sche Entsprechung der thun­ber­gi­schen Klimapanikpartei fin­det plötz­lich, Angst sei ein Zeichen von Schwäche. Mensch, fast wie früher!

Senfecke:

  1. Also ich weiss nicht :? ob ich ohne Medikament so so sau­ber hät­te schrei­ben können
    oder
    mit der Androhung des Verlustes mei­ner Fordpflanzungsorgane…
    Scho ver­lutscht mir die Spechtschleibung :aufsmaul:

:) 
:D 
:( 
:o 
8O 
:? 
8) 
:lol: 
:x 
:aufsmaul: 
mehr...
 

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