In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Knopfaugenflüchtlinge im Tränenjournalismus

Der „Guardian” hat eine Liste mit über 34.000 ertrunkenen Flüchtlingen – Stand: Mai 2018 – veröffentlicht, natürlich mit allen notwendigen Angaben (Name, Geschlecht, Alter, Herkunft), denn um Rationalität geht es schon lange nicht mehr, sondern um Mitleid; denn wie es auch vermeintliche Tierfreunde gibt, die an Steaks den Namen und vielleicht noch ein Foto des jeweiligen Tieres heften wollen, weil sie glauben, dass es dem Genießer so richtig schön leid tut, wenn er sich das Fleischstück im noch lebenden, niedlichen Zustand vorstellen kann, während er es verzehrt, so scheint es vermeintliche Menschenfreunde zu geben, die glauben, irgendetwas werde künftig besser, wenn man das Erregen von Mitleid für eine vornehme Aufgabe von Journalisten hält. Als sei das Berichtenswerte die Identität der Toten!

Wie auch das Errichten von Denkmälern für jeden einzelnen gefallenen Soldaten des ersten Weltkriegs dem zweiten Weltkrieg eben auch nicht geschadet hat.

Senfecke:

  1. Es geht darum, dass die Ertrunkenen einen Namen haben und keine anonyme Masse darstellen. Der Vergleich mit den Nutztieren ist geschmacklos. Und…..was ist falsch am Mitleid?

  2. Das Errichten von Denkmälern für jeden einzelnen gefallenen Soldaten eines jeden Krieges hätte vielleicht zu etwas mehr Nachdenken vor dem nächsten Krieg geführt.

  3. Zu den Ursachen von Kriegen, auf die .tux anscheinend anspielt, fällt mir nur folgendes Zitat ein:

    Der erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen »Dies gehört mir« und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wieviel Elend und Schrecken wäre dem Menschengeschlecht erspart geblieben, wenn jemand die Pfähle ausgerissen und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: »Hütet euch, dem Betrüger Glauben zu schenken; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass zwar die Früchte allen, aber die Erde niemandem gehört«.

    Aber ob er das verstehen wird, bei den Äußerungen, die er sonst so tätigt?

    Ja, die Ursachen von Kriegen werden mit der De-Anonymisierung der Opfer eher weniger adressiert, dafür eher mehr die Hemmschwelle, was übrigens ebenfalls intensiver auch bei den weltweiten Hungertoten getan werden sollte.

  4. Kapital kennt nur Zahlen. Mitleiderregender Journalismus erinnert an die ‘Identitäten’ qua Namen, um auch das zu kapitalisieren. Kapitalistische Kriege werden ja auch für Menschenrechte® geführt. Win-win-win!

:) 
:D 
:( 
:o 
8O 
:? 
8) 
:lol: 
:x 
:aufsmaul: 
:P 
:ups: 
:cry: 
:evil: 
:twisted: 
mehr...
 

Erlaubte Tags:
<strong> <em> <pre class="" title="" data-url=""> <code class="" title="" data-url=""> <a href="" title=""> <img src="" title="" alt=""> <blockquote> <q> <b> <i> <del> <span style="" class="" title="" data-url=""> <strike>

Datenschutzhinweis: Ihre IP-Adresse wird nicht gespeichert. Details finden Sie hier.

Senf hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du willst deinen Senf dazugeben, dir ist aber der Senf ausgegangen? Dann nutz den SENFOMATEN! Per einfachem Klick kannst du fertigen Senf in das Kommentarfeld schmieren, nur dazugeben musst du ihn noch selbst.