Es hat die “linke” Bloggeria wieder einmal einen Anlass gefunden, sich über Szenefremde lustig zu machen:
Ein Polizist, der als Zeuge aussagte, erinnerte sich an die linken Protestierenden bei der Neonazi-Kundgebung: „Und dann riefen die ihren Schlachtruf!“ (…) Und der Polizist so: „Ich kann kein Spanisch, ‚Barista, Barista antifascista‘ oder so.“
(Wortlaut aus dem qualitätsjournalistischen Original übernommen.)
Das ist jetzt, “nach G20”, da Antikapitalismus wieder an schlechtem Ruf gewinnt, natürlich eine amüsante Anekdote für all jene Berliner Trendlinke, die über Formen der Kritik an kapitalistischer Ausbeutung am liebsten mit ihrem MacBook bei einer veganen Starbucks-Himbeer-Latte — hehe, “Latte” — sinnieren; dernmaßen amüsant gar, dass schleunigst Shirts bedruckt wurden, die die beiden wichtigsten Errungenschaften der Zivilgesellschaft vereinigen; Kapitalismus und Kinderarbeit.
Dass niemand zu fragen scheint, was auf dem Weg vom Baumwollfeld zum bedruckten und gelieferten Shirt so alles passiert, ist wenig verwunderlich. Über den fehlenden Veganismus der lebensnotwendigen Appleprodukte diskutieren Salonlinke ja traditionell auch eher ungern. Ohne Kinderarbeit ist Kaffee selbst jedoch undenkbar: Kleine Hände pflücken besser.
Schönes neues Logo haben die “Linken” da. Da schmeckt der Klassenkampf gleich noch bitterer.

Hätte man nicht warten können?!