Erinnert sich noch jemand an Symantec?
Symantec ist eine dieser Firmen, die in den späten 1990-er Jahren viel Geld damit verdient haben, dass unbedarfte Internetnutzer sich sehr leicht verunsichern lassen und obendrein der absurden Ansicht sind, eine Software (ein Virenscanner, ein Paketfilter, ein anderes Betriebssystem) wäre dazu befähigt, ihr menschliches Versagen — also das Klicken auf alles, was blau und unterstrichen ist — adäquat auszugleichen. Symantec hatte Firmen wie Peter Norton Computing übernommen und vertrieb so jahrelang erfolgreich Software wie Norton AntiVirus, die durch die höchst umständliche und fehlerbehaftete Deinstallation Bekanntheit erlangten; es war eine Zeitlang üblich, dass auf “fertig” gekauften Rechnern bereits werksseitig ein Virenscanner von Symantec oder McAfee installiert war.
Dass ein “neuer” Virus oft erst ein Jahr in freier Wildbahn zu finden ist, bevor solche Virenscanner überhaupt von seiner Existenz erfahren, hatten Mitarbeiter von Symantec bereits 2012 erklärt. Warum man dann überhaupt noch einen Virenscanner kaufen sollte, blieb unklar.
Symantec selbst weiß es jedenfalls nicht, wie verschiedene Websites heute vermelden:
Symantec wolle sich jetzt auf Schadenbegrenzung konzentrieren und Firmen beim Umgang mit Hacker-Angriffen helfen. (…) Die Hacker kämen ja ohnehin ins System, Schutzsoftware hälfe nicht. So scheint jedenfalls die Meinung der Symantec-Führung zu lauten.
Für diese Erkenntnis hat Symantec ganze 24 Jahre gebraucht. Meinen Glückwunsch.
(“Geil bescheuert” — allein die Phrase schon.)


Das, was blau unterstrichen ist, macht das Internet gerade aus.
Ach so. “Blau und unterstrichen = muss ich anklicken”. Na dann.
Nebenbei: Mit Linux wäre das nicht passiert.
Was natürlich Quatsch ist. Wenn du unter Linux alles öffnest, was .sh heißt, hast du früher oder später auch ein Problem. Eher früher.
Das ist zwar richtig, aber während man unter Windows praktisch ständig als Superuser arbeiten muss, verlangt Linux, sofern richtig konfiguriert, für manche Operationen noch eine Authentifizierung. Das gibt immerhin die Möglichkeit, die Rechner für unbedarftere Familienmitglieder vor dem Schlimmsten zu schützen.
Bitte? Wieso sollte man das “müssen”?
Übrigens hat Windows seit Vista auch so eine “Authentifizierung” namens UAC. Worin genau besteht der Unterschied?