Am Dienstag kann man in den USA erstmals Google Glass kaufen. Was erwartet die Technik-Freaks: Ist es Spielzeug oder nützliches Gerät? Wir verraten, was man über die Datenbrille wissen muss.
Technik-Freaks wissen’s, dem Rest erklärt’s N24 (Motto unten auf der Website: “aktueller Qualitätsjournalismus rund um die Uhr”), bekannt für seine Panzerberichterstattung im hauseigenen Fernsehsender. Das ist sehr nett, sicherlich macht sich die jahrelange Erfahrung in “Journalismus” irgendwie bemerkbar.
Oder doch nicht?
Mit Google Glass ist es nun möglich, ohne zusätzliche Geräte und lediglich durch Sprachsteuerung in sekundenbruchteilen (sic!) Filme und Fotos zu produzieren.
“Ohne zusätzliche Geräte” außer der Google-Brille mit Sprachsteuerung; was ein Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustand ist, als man Fotos noch umständlich “ohne zusätzliche Geräte” (außer dem Smartphone mit Sprachsteuerung) machen musste.
N24 interessiert an Google Glass jedenfalls zu Beginn beinahe nur die Foto- und Videofunktion. Die sei zwar irre innovativ, aber gefährlich:
Durch Wi-Fi und über UMTS/LTE können die gemachten Aufnahmen auch sofort ins Internet gestellt und mit den Freunden geteilt werden. Gerade diese Funktion lässt Datenschützer hellhörig werden. Es besteht die Gefahr, dass Menschen ohne Zustimmung und Wissen fotografiert oder gefilmt werden. Ob die Kamera von Google Glass aktiv ist, ist für Außenstehende kaum ersichtlich.
So ist’s halt mit “Smartphones” auch; wenn draußen die Jugend herumsteht und sich einander die neuesten Katzenvideos und/oder Sexchats zeigt, weiß ich als Passant nicht, ob nicht einige der vermeintlich nur Zeigenden stattdessen ihre Umgebung filmen und/oder fotografieren. Aber so ein “Smartphone” hält man in der Hand und trägt es nicht auf der Nase, weshalb es über den Verdacht, mittels seiner Kamera und/oder seines Mikrofons als “Wanze” benutzt zu werden, natürlich erhaben ist. Würde ja niemand tun.
Zudem ist es weiterhin fraglich, was Google mit den gespeicherten Daten unternimmt. Sollte sich Google Glass wirklich so verbreiten, wie sich das Unternehmen es erwünscht, wird Google Zugriff auf Millionen von Informationen erhalten.
Weiter unten im Artikel schreibt der Autor, Google Glass biete derzeit “kaum Vorteile gegenüber einem Smart-Phone” (sic!), aber Nachteile scheint es auch kaum zu geben. Android-Smartphones sammeln ja auch “Millionen von Informationen” (wenngleich mich ja schon interessieren würde, in welcher Einheit das gemessen wird; sei’s drum).
Vielleicht ist das auch beim Verfassen des Artikels aufgefallen, so dass man Gefahr lief, nicht überzeugend genug vor dem Teufelszeug zu warnen. Na, ein Argument zieht immer:
Probleme solle es bereits mit illegalen Aufnahmen von Kinofilmen gegeben haben. Für Kinobetreiber ist es nicht mehr zu erkennen, ob Raubkopien erstellt werden.
Google Glass ist nur gut für Raubkopien, weil man damit Dinge filmen kann! Verbieten!
Wenn der Autor hier nur etwas konsequenter gewesen, hätte er den Gedanken weitergesponnen: Wer mit “aktivem” Google Glass sein Kind badet, fertigt damit außerdem Kinderpornografie an — und wer weiß, was Google dann damit macht!!1!elf
Zum Glück gibt es wackere Ritter, die etwas dagegen unternehmen:
Dagegen besteht bereits eine große Gegenbewegung, die befürchtet, dass ihre Privatsphäre gefährdet sei.
Und N24 mittendrin.


Senfecke:
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