In den NachrichtenNerdkrams
Medi­en­kri­tik LXXXVIII: N24 fühlt sich beob­ach­tet

Es ist neu, es ist böse:

Am Diens­tag kann man in den USA erst­mals Goog­le Glass kau­fen. Was erwar­tet die Tech­nik-Freaks: Ist es Spiel­zeug oder nütz­li­ches Gerät? Wir ver­ra­ten, was man über die Daten­bril­le wis­sen muss.

Tech­nik-Freaks wissen’s, dem Rest erklärt’s N24 (Mot­to unten auf der Web­site: „aktu­el­ler Qua­li­täts­jour­na­lis­mus rund um die Uhr“), bekannt für sei­ne Pan­zer­be­richt­erstat­tung im haus­ei­ge­nen Fern­seh­sen­der. Das ist sehr nett, sicher­lich macht sich die jah­re­lan­ge Erfah­rung in „Jour­na­lis­mus“ irgend­wie bemerk­bar.

Oder doch nicht?

Mit Goog­le Glass ist es nun mög­lich, ohne zusätz­li­che Gerä­te und ledig­lich durch Sprach­steue­rung in sekun­den­bruch­tei­len (sic!) Fil­me und Fotos zu pro­du­zie­ren.

„Ohne zusätz­li­che Gerä­te“ außer der Goog­le-Bril­le mit Sprach­steue­rung; was ein Fort­schritt gegen­über dem bis­he­ri­gen Zustand ist, als man Fotos noch umständ­lich „ohne zusätz­li­che Gerä­te“ (außer dem Smart­phone mit Sprach­steue­rung) machen muss­te.

N24 inter­es­siert an Goog­le Glass jeden­falls zu Beginn bei­na­he nur die Foto- und Video­funk­ti­on. Die sei zwar irre inno­va­tiv, aber gefähr­lich:

Durch Wi-Fi und über UMTS/LTE kön­nen die gemach­ten Auf­nah­men auch sofort ins Inter­net gestellt und mit den Freun­den geteilt wer­den. Gera­de die­se Funk­ti­on lässt Daten­schüt­zer hell­hö­rig wer­den. Es besteht die Gefahr, dass Men­schen ohne Zustim­mung und Wis­sen foto­gra­fiert oder gefilmt wer­den. Ob die Kame­ra von Goog­le Glass aktiv ist, ist für Außen­ste­hen­de kaum ersicht­lich.

So ist’s halt mit „Smart­phones“ auch; wenn drau­ßen die Jugend her­um­steht und sich ein­an­der die neue­sten Kat­zen­vi­de­os und/oder Sex­chats zeigt, weiß ich als Pas­sant nicht, ob nicht eini­ge der ver­meint­lich nur Zei­gen­den statt­des­sen ihre Umge­bung fil­men und/oder foto­gra­fie­ren. Aber so ein „Smart­phone“ hält man in der Hand und trägt es nicht auf der Nase, wes­halb es über den Ver­dacht, mit­tels sei­ner Kame­ra und/oder sei­nes Mikro­fons als „Wan­ze“ benutzt zu wer­den, natür­lich erha­ben ist. Wür­de ja nie­mand tun.

Zudem ist es wei­ter­hin frag­lich, was Goog­le mit den gespei­cher­ten Daten unter­nimmt. Soll­te sich Goog­le Glass wirk­lich so ver­brei­ten, wie sich das Unter­neh­men es erwünscht, wird Goog­le Zugriff auf Mil­lio­nen von Infor­ma­tio­nen erhal­ten.

Wei­ter unten im Arti­kel schreibt der Autor, Goog­le Glass bie­te der­zeit „kaum Vor­tei­le gegen­über einem Smart-Pho­ne“ (sic!), aber Nach­tei­le scheint es auch kaum zu geben. Android-Smart­phones sam­meln ja auch „Mil­lio­nen von Infor­ma­tio­nen“ (wenn­gleich mich ja schon inter­es­sie­ren wür­de, in wel­cher Ein­heit das gemes­sen wird; sei’s drum).

Viel­leicht ist das auch beim Ver­fas­sen des Arti­kels auf­ge­fal­len, so dass man Gefahr lief, nicht über­zeu­gend genug vor dem Teu­fels­zeug zu war­nen. Na, ein Argu­ment zieht immer:

Pro­ble­me sol­le es bereits mit ille­ga­len Auf­nah­men von Kino­fil­men gege­ben haben. Für Kino­be­trei­ber ist es nicht mehr zu erken­nen, ob Raub­ko­pien erstellt wer­den.

Goog­le Glass ist nur gut für Raub­ko­pien, weil man damit Din­ge fil­men kann! Ver­bie­ten!

Wenn der Autor hier nur etwas kon­se­quen­ter gewe­sen, hät­te er den Gedan­ken wei­ter­ge­spon­nen: Wer mit „akti­vem“ Goog­le Glass sein Kind badet, fer­tigt damit außer­dem Kin­der­por­no­gra­fie an – und wer weiß, was Goog­le dann damit macht!!1!elf

Zum Glück gibt es wacke­re Rit­ter, die etwas dage­gen unter­neh­men:

Dage­gen besteht bereits eine gro­ße Gegen­be­we­gung, die befürch­tet, dass ihre Pri­vat­sphä­re gefähr­det sei.

Und N24 mit­ten­drin.

Senfecke:

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