Nerdkrams
Open-Source-Jeo­par­dy

Natür­lich ist Open Source die Ant­wort. Ihr habt nur die Fra­ge ver­ges­sen.

Wäh­rend Linux eher aus Ver­se­hen ent­stan­den ist (aus­führ­lich beschrie­ben etwa im Buch „Just for Fun“), ist 386BSD (der direk­te Vor­läu­fer von Free­BSD und Net­BSD) aus einer Not her­aus gebo­ren: Es gab Anfang der 1990er Jah­re noch kein lizenz­frei­es und uni­ver­si­täts­taug­li­ches Betriebs­sy­stem. Win­dows und OS/2 waren noch lan­ge nicht so weit, Linux gab es noch nicht, Minix war nicht für den Ser­ver­ein­satz kon­zi­piert wor­den. Uni­ver­si­tä­ten blieb also sel­ten etwas ande­res übrig als eine UNIX-Lizenz von einem der gro­ßen Kon­zer­ne (HP, Sun, SGI, IBM und der­glei­chen – auch Micro­soft gehör­te weni­ge Jah­re zuvor noch dazu) zu erwer­ben. 386BSD als erstes bei­na­he frei­es Open-Source-System löste also ein zu sei­ner Zeit bestehen­des, drin­gen­des Pro­blem.

Hät­te 386BSD bereits exi­stiert, als ich mit Linux ange­fan­gen habe, wäre Linux wahr­schein­lich nie pas­siert.
Linus Tor­valds; ja, er hat „pas­siert“ gesagt

Ein Zeit­sprung ins Jahr 2013: Uni­ver­si­tä­ten haben schon längst kei­ne Lizenz­pro­ble­me mehr. Auf den Ser­vern läuft wahl­wei­se Win­dows Ser­ver (als Cam­pus­li­zenz deut­lich preis­wer­ter als auf­wän­di­ge Linux­schu­lun­gen) oder irgend­ein frei­es unixo­ides System, gele­gent­lich auch noch ein kom­mer­zi­el­les UNIX, meist aus histo­ri­schen Grün­den. Heim­an­wen­der, damals meist tech­nik­af­fi­ne Bast­ler (oder Leu­te, denen man die­se Wahl nicht gelas­sen hat), bezie­hen neue Betriebs­sy­stem­ver­sio­nen heut­zu­ta­ge meist zusam­men mit einem neu­en Gerät, über so etwas wie Lizenz­ge­büh­ren müs­sen sie sich kei­ne Sor­gen mehr machen. Immer wie­der wer­de ich gera­de­zu reli­gi­ös anmu­ten­der Ver­su­che gewahr, die fro­he Bot­schaft, Linux sei doch aber kosten­los und das alles, mit sanf­tem Druck unter die Leu­te zu brin­gen. Aber inwie­fern pro­fi­tiert ein durch­schnitt­li­cher Benut­zer, der mit sei­ner sowie­so vor­han­de­nen Win­dows­in­stal­la­ti­on zufrie­den ist und über­haupt kein Inter­es­se dar­an hat, am System­kern her­um­zu­pro­gram­mie­ren, von einem Wech­sel?

Was war das Ziel der Linux­ge­mein­schaft – Win­dows zu erset­zen? Man kann sich wahr­lich höher gesteck­te Zie­le vor­stel­len.
Bill Joy

Sicher­heit und Sta­bi­li­tät allein sind noch kein Grund für einen Umstieg auf ein ande­res Betriebs­sy­stem. Zeigt mir ein Betriebs­sy­stem, das 2013 noch kei­ne ein­zi­ge kri­ti­sche Sicher­heits­lücke hat­te, mit­tels derer eine voll­stän­di­ge oder teil­wei­se Über­nah­me des Systems mög­lich gewe­sen wäre, und ich zei­ge euch einen Men­schen, der die Unwahr­heit spricht. Die Fokus­sie­rung auf das Betriebs­sy­stem als blo­ße Platt­form ist im Übri­gen auch Quatsch. Bei­na­he nie­mand arbei­tet mehr mit dem Betriebs­sy­stem – es ist die Platt­form, nicht die Anwen­dung. Vor­tei­le für den gewöhn­li­chen Anwen­der bie­tet also allein das­je­ni­ge Betriebs­sy­stem, das als Platt­form für die­je­ni­gen Anwen­dun­gen, die den von ihm ganz per­sön­lich beab­sich­tig­ten Zweck erfül­len, funk­tio­nie­ren kann. Nie­mand hin­dert einen Anwen­der dar­an, unter sei­nem Drein­ga­be-Win­dows aus­schließ­lich mit frei­er Soft­ware zu arbei­ten, wenn die­se Effi­zi­enz­vor­tei­le gegen­über pro­prie­tä­ren Alter­na­ti­ven bie­tet. Ob er neben­bei in den Quell­code des Ker­nels oder irgend­wel­cher Anwen­dun­gen gucken kann, ist neben­säch­lich. Fragt mal eure weni­ger com­pu­ter­af­fi­nen Ver­wand­ten, ob es ihnen zum Bei­spiel wich­tig ist, bei Bedarf die etwa vier Mil­lio­nen Zei­len des Chro­mi­um-Quell­codes ein­se­hen zu kön­nen. Ich habe, ohne eure Ver­wand­ten wirk­lich gut zu ken­nen, bereits eine Ahnung, wie die Ant­wort wohl lau­ten wird.

Tat­säch­lich sinn­voll ist die Ver­wen­dung von quell­of­fe­ner Soft­ware dann, wenn es um sicher­heits­re­le­van­te Daten geht. Die NSA, dies ist zur­zeit in den ein­schlä­gi­gen Nach­rich­ten­ma­ga­zi­nen zu lesen, macht die mei­sten Ver­schlüs­se­lun­gen bei Bedarf ein­fach auf („Pro­jekt Bull­run“) – in die­sem, nur in die­sem, Fall bin ich der Ansicht, dass freie Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware (nein, Thun­der­bird ist kei­ne Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware) auch für das sprich­wört­li­che Oma Lies­chen die klü­ge­re Wahl ist, denn einer sol­chen Soft­ware wer­den – jetzt erst recht – Fach­leu­te für Kryp­to­gra­fie aus­führ­lich auf die, sozu­sa­gen, Fin­ger schau­en; auch kom­ple­xe mathe­ma­ti­sche Ver­fah­ren wie sol­che, die für eine gute Ver­schlüs­se­lung not­wen­dig sind, las­sen sich mit genug zeit­li­chem Auf­wand auf klein­ste Son­der- und Feh­ler­fäl­le über­prü­fen. Was Oma Lies­chen, wenn sie aber nur ihren Enkeln gele­gent­lich ’ne Mail schrei­ben will, aller­dings mit Linux statt Win­dows anfan­gen soll, ist und bleibt mir schlei­er­haft.

Natür­lich geht es um Ver­trau­en. Vie­le Leu­te gucken auf den Code, also ist er wahr­schein­lich sicher vor Ein­bre­chern. (Des­we­gen sind ja auch Ban­ken und Häu­ser in einer beleb­ten Innen­stadt sicher vor Ein­bre­chern, nicht?) Wenn bei­spiels­wei­se ein­tau­send Men­schen eine Mil­li­ar­de Code­zei­len über­prü­fen, bedeu­tet das, dass die­se Code­zei­len wahr­schein­lich sicher sind? – Ja, unter einer bestimm­ten Vor­aus­set­zung: Jeder der ein­tau­send Men­schen über­prüft einen ande­ren Code­teil als die ande­ren 999 Men­schen und ist nicht nur mit der Pro­gram­mier­spra­che, son­dern auch mit dem Kon­zept des jewei­li­gen Code­teils (Gerä­te­trei­ber, Ver­schlüs­se­lung, Netz­werk­tech­nik, …) ver­traut. – Anders gesagt: Die Wahr­schein­lich­keit, dass ein nach dem „Vie­le-Augen-Prin­zip“ ent­wickel­tes Betriebs­sy­stem ein „bes­se­res“ audi­ting erhält als ein sol­ches, bei dem spe­zi­ell für die­sen Ein­satz­zweck aus­ge­bil­de­te Men­schen dafür bezahlt wer­den, sicher­heits­re­le­van­te Code­tei­le aus­gie­big zu kon­trol­lie­ren, nähert sich infi­ni­te­si­ma­ler Klein­heit.

Open Source ist eine Ant­wort – aber wie lau­tet noch mal die Fra­ge?

(Anmer­kung, der Voll­stän­dig­keit wegen: Die­ser Text ersetzt einen Text ähn­li­chen Inhalts vom Dezem­ber 2011.)

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Senfecke:

  1. Moin,

    ich den­ke einer(oder eher zwei) der Fra­gen wird lau­ten:
    „Wel­che Soft­ware kann ich ohne NSA-Back­door nut­zen? Wo muss ich kei­ne Angst haben, dass die­se Soft­ware nach Hau­se tele­fo­niert?“

    Wenn in Open­So­ur­ce ein NSA-Back­door gefun­den wer­den wür­de, dann gäbe es in war­sch­lich nicht­ein­mal 24 Stun­den einen Fork der Soft­ware.

    LG

  2. <>
    Z. B. vom prak­ti­schen Paket­ma­nage­ment, dass den dezen­tra­len Update-Irr­sinn á la Win­dows ersetzt. Oder von der Sicher­heit (zeig mir einen Men­schen, der es schafft, sich mit Linux bin­nen eines hal­ben Jah­res über 80 Exem­pla­re ver­schie­den­ster Mal­wa­re ein­zu­fan­gen), von der durch­aus auch Oma Lies­chen pro­fi­tiert, soll­te sie irgend­wann zu gebrech­lich sein, um zur Bank zu lau­fen und daher beschlie­ßen, ihrem Enkel per Online-Ban­king etwas Gutes zu tun. Oder von der Zukunfts­si­cher­heit, die in den zahl­rei­chen Alter­na­ti­ven besteht, falls der pro­prie­tä­re Anbie­ter mal beschlie­ßen soll­te, 90 % der User zu Touch-Ober­flä­che und App­sto­re umzu­er­zie­hen oder auf ein teu­res Abo-Modell umzu­schwen­ken oder Kon­kurs anmel­den zu müs­sen. Oder von der Pri­vat­s­sphä­re, die bei pro­prie­tä­ren Syste­men meist schon wegen der Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht nicht zu gewähr­lei­sten ist. Oder von der Frei­heit, auch in fünf Jah­ren noch, wenn sich die Bedürf­nis­se vlt. längst ver­än­dert haben, alles damit machen zu dür­fen, was er will. Oder ein­fach nur von dem guten Gefühl, dass das OS ihm nicht stän­dig über die Schul­ter schaut und nach Hau­se tele­fo­niert. Ach ja, die Kosten­lo­sig­keit nicht zu ver­ges­sen. Und vlt. noch die Tat­sa­che, dass vor­in­stal­lier­te Syste­me neu­er­dings dazu nei­gen, bis zur Dys­funk­tio­na­li­tät mit Crap­ware zuge­müllt zu wer­den (z.B. mit drei ver­schie­de­nen Viren­scan­nern).

    tl;dr: Vor­tei­le gibt es schon, und das nicht zu knapp. Allein die mei­sten Leu­te scheu­en den nöti­gen Auf­wand oder trau­en sich den Umstieg schlicht und ergrei­fend nicht zu.

  3. Z. B. vom prak­ti­schen Paket­ma­nage­ment, dass den dezen­tra­len Update-Irr­sinn á la Win­dows ersetzt.

    1. Du bist mit Slack­wa­re und ande­ren Linux­dis­tri­bu­tio­nen nicht ver­traut.
    2. Bit­te hier ent­lang.

    Micro­soft Update tut im Übri­gen das glei­che wie zum Bei­spiel apt-get: Alle vom Dis­tri­bu­tor ange­bo­te­nen Pro­gram­me wer­den aktua­li­siert. Sind halt weni­ger. Aber auch unter Dumm­bun­tu wirst du Pro­ble­me haben, wenn du Pro­gram­me von Dritt­an­bie­tern (= nicht aus den Repo­si­to­rys) nutzst.

    zeig mir einen Men­schen, der es schafft, sich mit Linux bin­nen eines hal­ben Jah­res über 80 Exem­pla­re ver­schie­den­ster Mal­wa­re ein­zu­fan­gen

    Unter Android ist das heut­zu­ta­ge ziem­lich leicht. Ein­fach Hirn aus­schal­ten beim Roo­ten. ;)

    soll­te sie irgend­wann zu gebrech­lich sein, um zur Bank zu lau­fen und daher beschlie­ßen, ihrem Enkel per Online-Ban­king etwas Gutes zu tun

    Oma Lies­chen kann hier zum Bei­spiel auch zu einer schreib­ge­schütz­ten Win­dows-PE-Instal­la­ti­on grei­fen.

    Oder von der Zukunfts­si­cher­heit, die in den zahl­rei­chen Alter­na­ti­ven besteht, falls der pro­prie­tä­re Anbie­ter mal beschlie­ßen soll­te, 90 % der User zu Touch-Ober­flä­che und App­sto­re umzu­er­zie­hen

    So wie Cano­ni­cal?

    Oder von der Pri­vat­s­sphä­re, die bei pro­prie­tä­ren Syste­men meist schon wegen der Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht nicht zu gewähr­lei­sten ist.

    Inwie­fern ver­letzt Win­dows dein Recht auf Pri­vat­sphä­re?

    Oder von der Frei­heit, auch in fünf Jah­ren noch, wenn sich die Bedürf­nis­se vlt. längst ver­än­dert haben, alles damit machen zu dür­fen, was er will.

    Wor­an, außer am Sel­ber­kom­pi­lie­ren, hin­dert dich Win­dows in fünf Jah­ren?

    Ach ja, die Kosten­lo­sig­keit nicht zu ver­ges­sen.

    Das ist Win­dows für Oma Lies­chen auch.

    Und vlt. noch die Tat­sa­che, dass vor­in­stal­lier­te Syste­me neu­er­dings dazu nei­gen, bis zur Dys­funk­tio­na­li­tät mit Crap­ware zuge­müllt zu wer­den (z.B. mit drei ver­schie­de­nen Viren­scan­nern).

    Das ist nach mei­ner Erfah­rung im Rück­gang, selbst HP legt nur noch einen Viren­scan­ner, einen CD-Bren­ner und anson­sten die eige­nen, durch­aus nütz­li­chen Tools bei. Und erwar­te nicht, dass das unter frei­en Syste­men nicht der Fall ist. Mal ein vor­in­stal­lier­tes SuSE Linux gese­hen? Üäh!

  4. Du bist mit Slack­wa­re und ande­ren Linux­dis­tri­bu­tio­nen nicht ver­traut.

    Stimmt. Zurecht, wenn du mich fragst.

    Bit­te hier ent­lang.

    http://www.chip.de/downloads/Chocolatey_59219029.html
    Stol­ze 662 Down­loads bei Chip.de. Dürf­te erklä­ren, war­um ich kei­nen ken­ne, der es nutzt.

    Alle vom Dis­tri­bu­tor ange­bo­te­nen Pro­gram­me wer­den aktua­li­siert. Sind halt weni­ger.

    Schö­ner Euphe­mis­mus.

    Aber auch unter Dumm­bun­tu wirst du Pro­ble­me haben, wenn du Pro­gram­me von Dritt­an­bie­tern (= nicht aus den Repo­si­to­rys) nutzst.

    Das ist wahr, Wird Oma Lies­chen aber wohl kaum betref­fen.

    Unter Android ist das heut­zu­ta­ge ziem­lich leicht. Ein­fach Hirn aus­schal­ten beim Roo­ten.

    Wer für gewöhn­lich mit Hirn auf Stand­by rum­läuft, wird wohl erst gar nicht soweit kom­men, wenn du mich fragst.

    So wie Cano­ni­cal?

    Exakt. So wie bei Ubun­tu auf der einen und Kub­un­tu, Xub­un­tu, Lub­un­tu etc. auf der ande­ren Sei­te.

    Inwie­fern ver­letzt Win­dows dein Recht auf Pri­vat­sphä­re?

    Die Fra­ge ist rhe­to­ri­scher Natur, oder?

    Wor­an, außer am Sel­ber­kom­pi­lie­ren, hin­dert dich Win­dows in fünf Jah­ren?

    Am Wei­ter­be­nut­zen, wenn der Sup­port aus­ge­lau­fen ist. An der Instal­la­ti­on auf einem wei­te­ren Rech­ner. An der Instal­la­ti­on in einer VM. Vlt. auch irgend­wann am Instal­lie­ren von FOSS, wie ursprüng­lich ange­dacht:

    Das ist Win­dows für Oma Lies­chen auch.

    Es sei denn, die Kosten für das OS stecken im Preis für die Hard­ware mit drin.

    Damit man sich nicht falsch ver­steht: Ich will nie­man­den mis­sio­nie­ren, zumal nicht ver­sier­te Nut­zer wie dich, die mit ihrem Com­pu­ter umge­hen kön­nen. Aber der Aus­sa­ge, dass FOSS für den Otto-Nor­mal­an­wen­der kei­ne Vor­tei­le hät­te, kann ich so nicht zustim­men.

  5. Zurecht, wenn du mich fragst.

    Natür­lich, es lässt dein binä­res Welt­bild intakt.

    Stol­ze 662 Down­loads bei Chip.de.

    Die Down­load­sta­ti­stik auf einer Web­site für Com­pu­ter­ein­stei­ger ist für dich ein Aus­schlag geben­des Kri­te­ri­um für die Qua­li­tät eines Pro­gramms?

    Wird Oma Lies­chen aber wohl kaum betref­fen.

    Oma Lies­chen wird auch vom Umstieg auf dein Linux nicht pro­fi­tie­ren.

    Wer für gewöhn­lich mit Hirn auf Stand­by rum­läuft, wird wohl erst gar nicht soweit kom­men, wenn du mich fragst.

    Das Pro­blem ist, dass die Medi­en – nicht nur Linux-Fan­blogs, die ja aus dem Boden sprie­ßen wie sonst nur Löwen­zahn und Moos – kol­por­tie­ren, Linux wäre sicher und viren­frei und man müss­te sich mit Linux kei­ne Gedan­ken mehr um sei­ne Com­pu­ter­si­cher­heit machen. Dadurch wird das Hirn­ab­schal­ten erst ange­regt.

    Exakt. So wie bei Ubun­tu auf der einen und Kub­un­tu, Xub­un­tu, Lub­un­tu etc. auf der ande­ren Sei­te.

    Eben: Auch unter Linux ist die Welt nicht intakt.

    Die Fra­ge ist rhe­to­ri­scher Natur, oder?

    Nein, ich wüss­te wirk­lich gern, wie du auf so einen Käse kommst.

    Am Wei­ter­be­nut­zen, wenn der Sup­port aus­ge­lau­fen ist.

    Das ist auch unter Linux der Fall. Obwohl: Wenn ein System läuft, dann läuft es.

    An der Instal­la­ti­on auf einem wei­te­ren Rech­ner. An der Instal­la­ti­on in einer VM.

    Bei­des dürf­te Oma Lies­chen (die mit einem neu­en Rech­ner auch immer ein neu­es Win­dows bekommt) herz­lich wurscht sein.

    der Aus­sa­ge, dass FOSS für den Otto-Nor­mal­an­wen­der kei­ne Vor­tei­le hät­te, kann ich so nicht zustim­men.

    Das habe ich zur Kennt­nis genom­men, bin aller­dings der Über­zeu­gung, dass dei­ne Argu­men­ta­ti­on nicht schlüs­sig ist.

  6. OK, letz­te Run­de.

    Natür­lich, es lässt dein binä­res Welt­bild intakt.

    Woher kennst du mein Welt­bild?

    Die Down­load­sta­ti­stik auf einer Web­site für Com­pu­ter­ein­stei­ger ist für dich ein Aus­schlag geben­des Kri­te­ri­um für die Qua­li­tät eines Pro­gramms?

    Nein, aber für des­sen Ver­brei­tung und Nut­zung. Dass es sowas auch für Win­dows gibt, heißt noch lan­ge nicht, dass es auch genutzt wird.

    Das Pro­blem ist, dass die Medi­en … kol­por­tie­ren, Linux wäre sicher und viren­frei und man müss­te sich mit Linux kei­ne Gedan­ken mehr um sei­ne Com­pu­ter­si­cher­heit machen.

    Seh ich auch so. Wer auf jeden (Down­load-) Link klickt, der nicht bei drei auf den Bäu­men, lebt mit unter jedem OS gefähr­lich. Der Unter­schied ist ledig­lich gra­du­el­ler Natur.

    Auch unter Linux ist die Welt nicht intakt.

    Mag sein. Aber wem die Ent­wick­lung Ubun­tus nicht gefällt, fin­det reich­lich Alter­na­ti­ven. Was kann der Com­pu­ter­käu­fer tun, dem Win­dows 8 nicht gefällt (außer down­gra­den oder das Betriebs­sy­stem wech­seln)?

    Das ist auch unter Linux der Fall. Obwohl: Wenn ein System läuft, dann läuft es.

    Natür­lich. Nur muss dann nicht gleich ein neu­es OS oder gar einen neu­en Com­pu­ter erwer­ben.

    Bei­des dürf­te Oma Lies­chen (die mit einem neu­en Rech­ner auch immer ein neu­es Win­dows bekommt) herz­lich wurscht sein.

    Tou­ché. Trotz­dem irgend­wie nett, dies zu dür­fen, oder?

    Nein, ich wüss­te wirk­lich gern, wie du auf so einen Käse kommst.

    Äh (Alu­hut auf), Online-Akti­vie­rung, Smart­screen, TCM 2.0, Gra­tis-Exploits für Geheim­dien­ste, Ver­knüp­fung von bestimm­ten Funk­tio­nen mit der Live-ID, Hin­ter­tü­ren in Sky­pe, Sky­drive und Hot­mail fal­len mir da spon­tan ein.

    So, das wars von mei­ner Sei­te. War nett, sich mit dir aus­zu­tau­schen.

    Che­ers

  7. Woher kennst du mein Welt­bild?

    Das unter­stel­le ich dir anhand dei­ner Kom­men­ta­re. „Linux = Paket­ma­na­ger, Win­dows = nicht“ ist binär und falsch.

    Nein, aber für des­sen Ver­brei­tung und Nut­zung.

    Moment­auf­nah­me: 966,274 total down­loads

    Nun ja.

    Wer auf jeden (Down­load-) Link klickt, der nicht bei drei auf den Bäu­men, lebt mit unter jedem OS gefähr­lich. Der Unter­schied ist ledig­lich gra­du­el­ler Natur.

    Wie­der ein ver­meint­li­cher Vor­teil von frei­er Soft­ware weni­ger.

    Aber wem die Ent­wick­lung Ubun­tus nicht gefällt, fin­det reich­lich Alter­na­ti­ven. Was kann der Com­pu­ter­käu­fer tun, dem Win­dows 8 nicht gefällt (außer down­gra­den oder das Betriebs­sy­stem wech­seln)?

    Der Umstieg von Ubun­tu auf zum Bei­spiel Fedo­ra ist auch kein viel klei­ne­rer als auf Win­dows.

    Nur muss dann nicht gleich ein neu­es OS oder gar einen neu­en Com­pu­ter erwer­ben.

    Man muss? Wie­so und wofür?

    Trotz­dem irgend­wie nett, dies zu dür­fen, oder?

    Das Gros der mir bekann­ten Anwen­der darf unter Win­dows auch genau das, was es dür­fen will.

    Online-Akti­vie­rung

    Eine Linux- oder BSD-Dis­tri­bu­ti­on, die nicht mit aus­führ­li­cher Beschrei­bung dei­nes Systems nach Hau­se fun­ken darf (Stich­wort: Paket­ma­nage­ment), wür­de dir auch kei­nen Spaß machen, oder?

    Smart­screen

    Sicher­heits­vor­keh­rung für New­bies, abschalt­bar für unser­ei­nen.

    TCM 2.0

    TCM? Wovon redest du?

    Gra­tis-Exploits für Geheim­dien­ste

    Wie der im IPsec-Stack von Open­BSD und die unge­zähl­ten in OpenS­SL? Sehr über­zeu­gend.

    Ver­knüp­fung von bestimm­ten Funk­tio­nen mit der Live-ID

    Eben­so optio­nal wie eine Ubun­tu-ID.

    Hin­ter­tü­ren in Sky­pe

    Bei Linux­nut­zern eine recht belieb­te Soft­ware, wie man so hört.

    Sky­drive und Hot­mail fal­len mir da spon­tan ein.

    Das hat aber mit pro­prie­tä­rer Soft­ware nichts zu tun, son­dern ist ein Design­pro­blem von „Cloud“-Software. Oder glaubst du, dei­ne bevor­zug­te Alter­na­ti­ve zu bei­den Dien­sten ist, sofern nicht selbst geho­stet, abhör­si­cher?

  8. Also mit Open­BSD gibt es kei­ne erkennt­li­chen Pro­ble­me bei der Sicher­heit, im Fall der Fäl­le direkt sel­ber bau­en: http://www.openbsd.org/faq/faq5.html
    Das es immer eine Mög­lich­keit gibt in ein System ein­zu­bre­chen ist klar, denn das Haupt­pro­blem sitzt immer vor der Tasta­tur.
    Die Gerüch­te das star­ke Kryp­to­gra­phie ein­fach zu knacken ist soll kaschie­ren.
    Was zu knacken ist sind die Paß­wör­ter die i.d.R. Geburstsdatum/NamePartner/Automarke usw. usf. dar­stel­len.
    Ein Paß­wort unter 20 Buch­sta­ben dürf­ten für aktu­el­le Clu­ster mit pas­sen­der Bruteforce-Soft­ware kei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung sein.
    Außer natür­lich es besteht nur aus Son­der­zei­chen.
    Aber auch dann kann ein erfah­re­ner Sys­ad­min aus einem ein­fa­chen MD5 in /etc/passwd das Paß­wort erken­nen.
    Sobald jemand phy­si­ka­li­schen Zugriff auf den Rech­ner hat und root wer­den kann ist es sowie­so vor­bei, denn dann kann jemand key­log­ger und ande­re „Schnüff­ler“ instal­lie­ren.
    Das was halt so ein „Staats­tro­ja­ner“ tut.

  9. Ich muss nur zwei Din­ge kom­men­tie­ren, die mir in den letz­ten Wochen ( = seit dem ich dei­nen Blog ken­nen­ge­lernt habe) auf­ge­fal­len sind:

    - Du nimmst immer die Worst-Case-Bei­spie­le aus der (GNU/)Linux-Welt als Bei­spiel für dei­ne Argu­men­ta­ti­on gegen die ver­schie­den­sten (GNU/)Linux-Derivate (sie­he D…buntu) und ver­suchst – wie in dem Bei­spiel cho­co­la­tey – immer mit den Best-Case-Bei­spie­len (auch wenn sie der gro­ßen Mas­se der Flie­gen, die sich um den Hau­fen Schei­ße ver­sam­melt haben, voll­kom­men unbe­kannt sind) aus der MS-Welt dei­ne Schluss­fol­ge­run­gen zu zie­hen

    - Ein binä­res Welt­bild ist immer noch bes­ser als ein Welt­bild vol­ler Blue­screens ;)

  10. Blue­screens sind die Win­dows­ver­si­on einer Ker­nel Panic. Nie eine gehabt? – Im Übri­gen: Ja, natür­lich zie­he ich Worst-Case-Bei­spie­le her­an, da Linux­er deren Exi­stenz vehe­ment leug­nen.

  11. In mei­ner über 7,5 jäh­ri­gen Debi­an GNU/­Li­nux-Geschich­te nur ein­mal gehabt, aber da waren die Spei­cher­blöcke (erste 40-MB) des Rams nicht mehr funk­ti­ons­fä­hig (also nicht betriebs­sy­stem­be­dingt) (und ich war bis auf in den ersten 3 Jah­ren (außer in Ser­vern) nur mit einer Mischung aus Debi­an Test­ing / Sid unter­wegs.

    Ich bin mir sicher, dass die gro­ße Mas­se der Flie­gen um den Hau­fen Schei­ße da eine ande­re Erfah­rung machen durf­ten… ;)

  12. Ich mag es, wenn Lin­sux­leu­te unsach­lich wer­den – sie unter­mau­ern mei­ne Gegen­dar­stel­lung. (Außer­dem muss ich dann auch nicht mehr sach­lich blei­ben.)

    Blue­screens hab‘ ich anson­sten auch seit Jah­ren nur noch auf frem­den Syste­men gese­hen.

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