In Deutschland sollen öffentliche Kantinen in Zukunft an einem Tag der Woche auf Fleisch verzichten. So fordern es zumindest die Grünen in ihrem Programm zur Bundestagswahl. (…) [Michael Fuchs] verweist auch darauf, dass die Grünen oder einige ihrer Repräsentanten schon Zirkustiere, Heizpilze, Zigarettenautomaten, Werbung für Geländewagen oder chemische Weichmacher in Sexspielzeug verbieten wollten. (…) Die Parteichefin der Grünen, Claudia Roth, hält den Vorwurf einer “Verbots-Partei” für völlig unbegründet.
Weil nämlich:
“Man muss nicht jeden Tag zwei Burger essen”, sagte Göring-Eckardt. Auch für den Tier- und den Klimaschutz sei eine Reduzierung des Fleischkonsums förderlich.
(Hervorhebung von mir.)
Natürlich könnte man den Kantinen einfach weiterhin freistellen, was sie verkaufen, und davon ausgehen, dass ein durchschnittlicher Mensch durchaus zum Selberdenken fähig ist, aber so’n Staat weiß eben besser, was gut für den Bürger ist. Energiesparlampen, Vitamin-B12-freie Ernährung und Krieg im Kosovo zum Beispiel. Nächster Schritt: Fleischfreie Tage in Supermärkten, Schlachtereien und Fast-Food-Filialen.
“Du erklärst mir immer wieder, was erlaubt ist und was nicht,
lenkst mein Leben jeden Tag und bist durchtbar fürsorglich;
ach, was wär’ ich ohne dich?”
– Farin Urlaub: Lieber Staat


Habe auch mal zeitweise vegan gelebt (nicht sehr lange), und B‑12-frei ist das nicht! Also zumindest nicht, wenn man statt fleischlichem B12 vegane B‑12-Tabletten aus dem Ausland einnimmt. Ob die Grünen für das Kantinenmenü auch “die Pille danach” einführen wollen?
Bewusst leben, bewusst ernähren, Tabletten futtern, um nicht krank zu werden. Supi!
Überhaupt: Durchdacht ist das nicht.
Bin ja auch kein Veganer mehr, vor allem weil Veganer meist eh keine sind. In Saft kann Gelatine drin sein, in Chips Fleisch als “Gewürz” etc., aber welcher Veganer verzichtet vorsorglich auf alles außer selbstgekochtes Obst, Getreide und Gemüse? ;-)
Der Taz-Artikel ist aber auch nicht so ganz das wahre. Klar töten Veganer wohl auch nicht gerne Bakterien und co, was beim Ackerbau, Atmen, aufs Klo gehen usw. passieren kann. Aber sollen sie dann gar nichts essen, Veganismus als Suizid? Zum Glück habe ich in meiner kurzen Veganer-Phase nie ernst gemacht…
Veganismus zumindest als selbst gewähltes Elend.