Weil’s so schön war — einen noch:
Die katholische Kirche müsse sich damit auseinandersetzen, dass Menschen sie verließen, da sie “unter der Illusion alternativer religiöser Ideen glauben”, dass die Kirche ihnen nichts Bedeutendes und Wichtiges mehr bieten könne, sagte der Papst am Samstag in Rio de Janeiro.
Doesn’t matter, had sex beziehungsweise, Papst Franzerl (herrje, ihr Medien, den Johannes Paul II. habt ihr doch auch nicht “Ioannes Paulus” genannt), nein, dass Menschen mit euch nichts mehr zu tun haben wollen, hat nichts damit zu tun, dass sie alternativen religiösen Ideen verfallen sind — ab einem gewissen Alter hätte man halt nur gern mal Sex mit Frauen und nicht mehr mit dem Pfarrer, und euer geistliches Rahmenprogramm, dieses ganze heilige Brimborium, erzeugt in mir so einen unangenehmen Brechreiz, je älter ich werde, desto stärker.
Götter wurden irgendwann mal erdacht, um den Menschen eine Erklärung für Dinge zu geben, die sie nicht verstehen. So weit ich weiß, helfen eure Elohim aber nicht bei der Steuererklärung und sind auch nicht besonders gut darin, der Menschheit zu erläutern, wie Krieg und Elend mit dem Bild von einem gütigen Gott zusammenpassen sollen, und woher Blitz und Donner kommen, weiß inzwischen sicherlich sogar Aiman Abdallah.
Geistige Aufklärung als alternative religiöse Idee zu bezeichnen ist aber schon sehr erhellend. Die Tempel von Ba’al und Aschera haben eure Elohim damals wohlweislich zu zerstören befohlen, den Tempel des menschlichen Geistes aber kriegt nicht einmal ihr kaputt. (Randnotiz: Glaube kann Gehirnschwund verursachen.)
Das Problem hattet ihr im Mittelalter nicht, das war herrlich, stimmt’s?
