Vielleicht hätte man es ja wissen können. Schon 2011 erkannten auch eher langsame Medien wie SPIEGEL ONLINE, dass Richard Stallman Recht hat, wenn er schreibt, dass die cloud vor allem Enteignung bedeutet.
Wer seine Daten, wie öffentlich und belanglos sie auch sein mögen, auf einen fremden Server hochlädt, der gibt damit die Herrschaft über diese Daten ab. Wie kann ein Nutzer der cloud prüfen, was der Serverbetreiber mit den Daten anstellt? Aber es ist doch so praktisch, sein digitales Leben auf Google und Facebook — nicht nur bei fremden Anbietern, sondern auch in einem fremden Land — zu verteilen, man hat ja nichts zu verbergen.
Und trotzdem muss erst PRISM, ein Überwachungsszenario, das von Geheimdiensten schon seit Jahren — von der Öffentlichkeit nicht weiter zur Kenntnis genommen und für Hirngespinste von Aluhüten, also Datenschützern, gehalten — auch im Inland praktiziert wird, daherkommen, bis deutsche Blogger aus allen Wolken (eben aus der cloud) fallen:
Lange war sich die Netzwirtschaft einig: Daten und Rechenprozesse sind in der Cloud am besten aufgehoben. Doch im Lichte der US-Internetüberwachung erscheint das Konzept plötzlich wie eine ziemlich dumme Idee.
Was die Wirtschaft sagt, wird schon stimmen. Natürlich kann man es auch überleben, wenn man russisches Roulette spielt. Dass erst jemand auf die eine Kugel im Lauf hinweisen muss, bevor die Mitspieler merken, dass da irgendetwas gefährlich sein könnte, ist allerdings ein bisschen bedenklich. Wie unfassbar naiv seid ihr eigentlich, ihr Martin Weigerts und ihr Netzwirtschaftler dieses Landes, dass ihr glaubt, der lächelnde Mann im Anzug mit dem Geldkoffer, dem ihr zufällig an der Bushaltestelle begegnet, sei vertrauenswürdig genug, dass ihr ihm eure Passwörter und euer Leben anvertrauen könnt, falls ihr beides mal verloren haben solltet?
Ihr werdet euch noch wünschen, wir wären paranoid gewesen.


Hallo .tux!
Das ist der Unterschied zwischen mir und vielen anderen Bloggern:
Ich weiße auf meinem Blog seit mindestens 2 Jahren (sogar noch vor Stallman!) auf die ganzen Überwachungsmaßnahmen auch hier in Deutschland hin, aber Leute wie ich sind ja nur Verschwörungstheoretiker, die man am Besten gar nicht erst beachtet
Ich würde mal behaupten, daß die “Verschwörungstheorie” mit PRISM ein ziemlich abruptes Ende gefunden hat!
Grüße nun aus TmoWizard’s Castle zu Augsburg
Mike, TmoWizard
Au contraire. Es geht jetzt erst richtig los.
Problem ist doch ganz einfach die Bequemlichkeit der Leute, mal völlig unabhängig vom Marketing-Bullsh**-Bingo was die Cloud angeht.
Es ist halt einfach leichter/bequemer (und in vielen fällen günstiger) bei Anbieter XY seine “Instanz” in der Klaut laufen zu lassen, als selbst die Maschinen zu verwalten…
Richtig. (Du musst hier nix zensieren übrigens.)