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Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Der SPIEGEL und die Begleit­so­li­sten

Nein, Hans Hiel­scher (SPIEGEL ONLINE), ein­fach nein:

Der Jazz-Kon­tra­bas­sist Charnett Mof­fett ent­puppt sich mit sei­nem Album als vir­tuo­ser Solist. Auch ande­re Künst­ler befrei­en sich von ihrer Rol­le als Hin­ter­grund­mu­si­ker.

Der Kon­tra­bas­sist ist im Jazz kei­nes­wegs dazu ver­dammt, ein Hin­ter­grund­mu­si­ker zu sein, nur, weil sein Name nicht pro­mi­nent auf dem Schall­plat­ten­co­ver zu fin­den ist. Sei­ne Arbeit ist ein tra­gen­des Ele­ment eines jeden Jazz­al­bums, gern auch ersetzt durch einen E‑Bass-Spie­ler – der dann wie­der­um eben­falls kein blo­ßer Hin­ter­grund­mu­si­ker ist, auf ewig dafür zustän­dig, dem Sän­ger zur Pro­mi­nenz zu ver­hel­fen.

Aber ich ver­ste­he Sie, Hans Hiel­scher, schon, wenn Sie davon aus­ge­hen, dass nur rele­vant ist, wer die Kame­ras auf sich fixie­ren lässt. Es ist aber nicht die Schuld der Bas­si­sten, wenn „Musik­jour­na­li­sten“ wie Sie, Hans Hiel­scher, immer nur die Front­per­son abzu­bil­den pfle­gen. Wenn Sie sich nicht dafür inter­es­sie­ren, dass eine Musik­grup­pe nicht nur aus einem Sän­ger oder einem Gitar­ri­sten besteht, soll­ten Sie das mit der Musik bei SPIEGEL ONLINE ande­rer­seits viel­leicht ein­fach las­sen.