Durch Zufall fiel mir am vergangenen Wochenende die seinerzeit aktuelle “Süddeutsche Zeitung” quasi in die Hände. Im enthaltenen “Medien”-Teil macht sich euer, “Süddeutsche Zeitung”, Ralf Wiegand über den gegenwärtigen trend der scripted reality in Nachmittags-talkshows leidlich “lustig”, indem er seine eigene Leserschaft auf ein höheres intellektuelles Niveau hebt:
… das voyeuristische Publikum, das sich wohlig noch ein Dosenbier aufmachen durfte: Guck’ mal, die im Fernsehen sind auch nicht besser. (…) Warum Sat 1 (sic!) sogar die abgehängteste Unterschicht mit so einem Müll beleidigt, ist leicht zu beantworten[.]
In der gleichen Ausgabe eures Quatschblatts begibt sich euer Autor Alex Rühle in Gefahr für Leib, Leben und Lachmuskeln, indem er eine Woche lang Insassen der DeppenMittel‑, ehemals Hauptschule “an der Wiesentfelser Straße” — das scheint ein Eigenname zu sein, der aber mit ganzen acht Silben auch nicht unbedingt zum Verständnis beitragen dürfte — mit dummen Fragen belästigte. Sein Resümee:
Und dann waren da noch die zwei Fünftklässler auf dem Gang:
“Tschuldigung, Ihre Zeitung, ist das so was wie die Bild?”
“Na ja, mit mehr Text.”
“Ey krass, Mann, noch mehr Text!”
Ihr, “Süddeutsche Zeitung”, fühlt euch anscheinend also recht wohl in eurer selbstdefinierten Rolle als Bild für vermeintlich Intellektuelle und lasst keine Gelegenheit aus, sie zu betonen. Nun bekommt jede Zeitung die Leser, die sie verdient, und so lasst ihr es euch nicht nehmen, folgenden repräsentativen Leserbrief von Michael Maresch aus München abzudrucken:
Da gibt es junge Männer, die so vereinsamt sind, dass sie monatelang Waffen und Sprengstoff zusammensammeln und gebrauchsfähig machen können und niemand ist in ihrem Umfeld, niemand, der das merkt. Da gibt es eine Gesellschaft, die setzt diese jungen Männer, allein mit ihrem Hirn, vor die Computer, bis sie auch noch den letzten Funken sozialer Verantwortung verloren haben. Weil die Computer nur so tun, als förderten sie “soziale” Netzwerke. In Wahrheit versuchen dort vom Kapitalismus fehlgeleitete Megazocker mit möglichst wenig Arbeit möglichst viel Geld abzugreifen. Wenn dann irgendeiner in so einem “sozialen” Einsamkeitsnetzwerk mal ein Treffen vorschlägt, kriechen Tausende aus ihren asozialen Computerhöhlen und die Polizei muss sie zerstreuen. Wir lassen die Jungen alleine mit den anonymen Zockern im Internet. Und im Wonnemonat Juli, wenn alles blüht, platzen die jahrelang gereiften kranken Hirne der Massenmörder auf: Erntezeit der Einsamkeit.
Ey krass, Mann.
In einer Gesellschaft, die nur aus Michael Mareschs, Alex Rühles und Ralf Wiegands bestünde, würde mein Hirn auch früher oder später platzen. Vielleicht sollte ich einfach aufhören, die “Süddeutsche Zeitung” zu lesen.

Hat hier irgendjemand mein rofl gesehen ?
ROFL! ROFL! Haltet es!
Das kam zu schnell … keine Chance …
Du bist alt!
Ach daher die Falten. Was mach ich jetzt nur ;(
Sterben, irgendwann.
Hm … ist eine Option … ich geh jetzt aber erst mal ins Bett … heute war ein schlechter Tag zum sterben … viel zu warm … Gute Nacht
Nacht!
.tux:
Ist man mit einem hetzge weniger einsam?
Ich fühle mich zumindest nicht in Amokstimmung.
“Ich fühle mich zumindest nicht in Amokstimmung.”
Nächsten oder vielleicht übernächsten Juli bist Du bestimmt auch so weit.
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Hamster sind die besseren Haustiere
Juhu!