Forscher haben zwischen anderen alten, verrauschten Aufnahmen eine alte, verrauschte Aufnahme von Otto von Bismarck entdeckt, der dem von Thomas Alva Edison erfundenen Phonographen etwas vorgesungen hatte. Für Historiker sicher recht interessant, musikalisch auch besser als das, was die Hirne der Radiohörer heutzutage so weichkocht. “Paraaaa, Paraaaa, Paradise!”, entschuldigt mich, ich werde kurz kotzen gehen.
Folgt ihr so lange dem Verweis zur Aufnahme, so landet ihr auf der Internetpräsenz des National Park Service, der noch mehr solcher Aufnahmen — zum Teil ebenfalls musikalischer Natur — bereithält. Darunter befindet sich auch eine Aufnahme des Komponisten Arthur Sullivan, der nach einer Präsentation des Phonographen etwas gestelzt zu Protokoll gab:
(…) I am astonished and somewhat terrified at the results of this evening’s experiment — astonished at the wonderful power you have developed, and terrified at the thought that so much hideous and bad music may be put on record forever.
Frei übersetzt:
(…) Ich bin überrascht und etwas erschreckt über die Ergebnisse des Experiments dieses Nachmittags — überrascht über die wundervolle Kraft, die Sie entwickelt haben, und erschreckt ob des Gedankens, dass so viel abscheuliche und schlechte Musik auf ewig auf eine Aufnahme gelangen könnte.
Kassandra? Rasputin? Nostradamus? Alles kalter Kaffee. Die düstere Prophezeiung des Arthur Sullivan wurde schreckliche Wirklichkeit und hat den Propheten bis in die Gegenwart überdauert.
Wo bleibt eigentlich dieser verdammte Weltuntergang?
(Indirekt: Danke an L.!)


ja der Weltuntergang kommt schon noch, nur Geduld… wir sind ja gerade erst am Anfang vom Ende
Aber eines konnte der gute Herr Sullivan nicht vorhersagen, dass man in Deutschland keine schlechte Musik frei hören darf, danke GEMA, danke.
Doch — die gute ist ja gesperrt.