Spaß mit Spam
Hallo freund

Diese Anrede höre ich üblicherweise nur in der Fußgängerzone, wenn der kleine Sohn einer offenbar recht liberalen Mutter mal wieder Dummheiten macht. Das klingt dann ungefähr so: „Hal-looooo?! Fre-heuuuund?!” (Man stelle sich zur besseren Visualisierung jedes Wort auf der ersten Silbe betont, aber auf der letzten gebrüllt vor.) Aber es ist keine liberale Mutter, die dergestalt ihren Sohn rügend um meine Aufmerksamkeit buhlt, sondern eine gewisse „Natasha”. Und sie geht gleich ziemlich ran, die Gute:

Hallo,

Ich würde Sie gerne kennen lernen

Nun mal langsam: Warum, woher, wann; die üblichen technischen Daten eben?

Mein Name ist Natascha und ich bin 26 Jahre alt, ich lebe in Russland.

Das könnte das mit dem Kennenlernen dann vielleicht doch ein bisschen erschweren. Aber wie sind Sie eigentlich an „mich” geraten?

Ich habe Ihr Bild in der Agentur von Bekannten und Sie mochten mich.

(Ich frage mich ja manchmal, was es in Russland so alles für Agenturen gibt, und will das dann eigentlich doch lieber nicht wissen.)

Immerhin geben Sie zu, dass Sie oberflächlich sind. Ehrlichkeit ist in diesen Dingen heutzutage ein wahrlich seltener Schatz geworden.
Aber wie muss man sich das nun eigentlich vorstellen? Man besucht also als russische Frau, die ihren Namen je nach Gusto buchstabiert, Bekannte in denen ihrer Agentur, und die Bekannten drücken einem dann mit den Worten „wir mögen dich, hier hast du einen Kerl” – auf Russisch natürlich – mein Bild in die Hand? Mich fröstelt ein wenig.

Ich möchte besser kennen zu lernen mit Ihnen und zu entsprechen.

Dann entsprechen Sie erst mal, bevor Sie sich aufdrängen; ich kenne Sie immerhin nicht, und Russland erscheint mir dann doch außerhalb meiner gewünschten Reichweite.

Ich habe auch meine Foto.

Äh – ich gratuliere.

Wenn ich dich mochte, und Sie interessiert sind – bitte mailen Sie mir.

Ich fühle mich beinahe ein wenig geschmeichelt. Ihre Interessensgenossinnen pflegen anlässlich dieses Anliegens bedingungslose Forderungen zu stellen, Sie lassen mir die Entscheidung auch verbal frei. Dann bin ich mal so frei …

Warten auf Ihre Antwort.

Natasha.

… und nehme an, die Agentur Ihrer Bekannten wird Ihnen meine Entscheidung alsbald mitteilen. Schauen Sie einfach mal wieder dort vorbei!

Mit hinterhältigem Lächeln,
unleserlich.

Senfecke:

  1. Na, wenigstens eine, die Dich mag.
    Ich erhalte nie solche Spammails. In welchen Foren muss man sich so rumtreiben, um das zu ändern?

  2. Na, wenigs­tens eine, die Dich mag.
    Ich erhalte nie sol­che Spam­mails. In wel­chen Foren muss man sich so rum­trei­ben, um das zu ändern?

    Kam von mir.

  3. Ich schätze, in gar keinen. Mit manchen Mailadressen nur etwas unvorsichtiger umgehen.
    Und sie russischen Agenturen selbst zuzusenden erspart man sich dann offenbar.

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