Filmkritik
Mr. Pop­pers Pin­gui­ne: Eine aus­führ­li­che Film­kri­tik

Sehr lusti­ger Film. Vor allem der eine Pin­gu­in da, der dau­ernd irgend­wo gegen­rennt.
Na gut, etwas aus­führ­li­cher:

Mei­ne Affi­ni­tät zu Pin­gui­nen ver­hin­der­te es zuver­läs­sig, dass ich, von Bekann­ten eini­ge Wochen zuvor auf die Exi­stenz die­ses Fil­mes hin­ge­wie­sen, mich von Wer­tun­gen wie „Kin­der­film“ beein­drucken ließ. Zur Sicher­heit ließ ich es mir den­noch nicht neh­men, das Licht­spiel­haus nur in Beglei­tung einer erwach­se­nen (und bild­hüb­schen, was natür­lich nichts damit zu tun hat) Auf­sichts­per­son zu betre­ten, man weiß ja nie.

Die Hand­lung ist schnell zusam­men­ge­fasst: Erfolg­rei­cher Jung­un­ter­neh­mer (Jim Carrey) mit zer­rüt­te­ter Fami­lie bekommt von sei­nem Vater mit­ten in einem wich­ti­gen Geschäft einen Pin­gu­in ver­erbt, auf­grund eines Miss­ver­ständ­nis­ses wer­den es letzt­end­lich sechs Pin­gui­ne, und ich frag­te mich spon­tan, war­um mir eigent­lich noch nie jemand einen Pin­gu­in geschenkt hat, aber ich bin eben auch nicht Jim Carrey; und die­se sechs Pin­gui­ne sor­gen erst dafür, dass er sei­ne Anstel­lung ver­liert, dann aber, dass das Geschäft doch noch geret­tet wird und die Fami­lie auch wie­der zusam­men­fin­det. Gegen Ende, wie üblich bei Jim-Carrey-Fil­men, zeich­net sich das Hap­py End blö­der­wei­se ab, und die­ses Ende muss man dann eigent­lich auch gar nicht wei­ter gucken.

Man könn­te jetzt argu­men­tie­ren, der Film sei „typisch Jim Carrey“, kenn­ste einen, kenn­ste alle, aber „Mr. Pop­pers Pin­gui­ne“ ist weit­aus weni­ger tief­grün­dig als zum Bei­spiel „Der Ja-Sager“, die Lie­bes­ge­schich­te stellt nicht den eigent­li­chen Kon­flikt des Prot­ago­ni­sten dar, son­dern pas­siert eher neben­bei. Im Zen­trum steht die Fra­ge, wie man „Fami­lie“ defi­niert; Hun­de als Teil der Fami­lie sind mitt­ler­wei­le als Nor­ma­li­tät anzu­se­hen, aber wie sieht’s aus mit Tie­ren, die in einem Haus­halt übli­cher­wei­se nicht ihr gewohn­tes Umfeld vor­fin­den? (Ein biss­chen tra­gisch ist vor die­sem Hin­ter­grund ja auch die Geschich­te mit dem einen Pin­gu­in da, der sich von der Ant­ark­tis an einen Sand­strand ver­irrt hat und dem es nun nicht ganz so pri­ma geht; ganz unwich­tig ist das mit dem Lebens­raum ja nun auch nicht.)

Ich deu­te­te es bereits an: „Mr. Pop­pers Pin­gui­ne“ lebt von urko­mi­scher Situa­ti­ons­ko­mik, sei es nun die Assi­sten­tin, die in Inka-Bau­se-Manier per­ma­nent Plo­si­ve benutzt, sei es die Toll­pat­schig­keit, die man Pin­gui­nen bei­na­he schon sprich­wört­lich nach­sagt und die ihren anfangs arg­lo­sen Besit­zer immer wie­der in amü­san­te Situa­tio­nen brin­gen.

Der Prot­ago­nist selbst („Mr. Pop­per“) bleibt, was erfreu­lich ist, weil es viel zu sel­ten pas­siert, wäh­rend des gesam­ten Fil­mes er selbst. Anders als in ande­ren sei­ner Komö­di­en – etwa „Bruce All­mäch­tig“ – voll­zieht sich hier kei­ne Wand­lung vom Sau­lus zum Pau­lus, viel­mehr passt sich sei­ne Umwelt lang­sam an den Umstand an, dass er nun ein­mal Pin­gui­ne besitzt und sie nur wider­wil­lig zie­hen las­sen wür­de. Das ist mir sehr will­kom­men, arg kon­stru­ier­te Ver­su­che, ein Hap­py End zu erzwin­gen, waren näm­lich in den letz­ten Jah­ren einer der Grün­de, wie­so ich vie­le Kino­fil­me trotz guter Kri­ti­ken mied.

„Mr. Pop­pers Pin­gui­ne“ ist jeden­falls ein wirk­lich guter Film.

Senfecke:

  1. Das Pro­blem bei den mei­sten Trai­lern ist, dass die besten Wit­ze des gan­zen Films dort ver­bra­ten wer­den. Den Trai­ler zu den „Pin­gui­nen“ ken­ne ich nicht.

  2. Ich konn­te kei­ne Wit­ze erken­nen, weder die besten, noch die schlech­te­sten, noch irgend­et­was dazwi­schen. Unter­stellt, das, was Du sagt, stimmt, ist der Film ein­fach nur albern.

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