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Kurz ver­linkt LIV: Die Rück­kehr der Juni­or­part­ner / Deut­scher Ego­is­mus

Erin­nert sich noch jemand an die SPD, die­se vor 1998, als Ger­hard Schrö­der die Nach­fol­ge Hel­mut Kohls antrat, poli­tisch ziel­ge­rich­te­te, ein­fluss­rei­che und eigent­lich auch inhalt­lich noch eini­ger­ma­ßen erträg­li­che Par­tei, die in der fol­gen­den Koali­ti­on mit der „Uni­on“ (christ­lich wie die Kreuz­zü­ge, demo­kra­tisch und sozi­al wie die Deut­sche Demo­kra­ti­sche Repu­blik) sich als „Juni­or­part­ner“ an den stimm­ge­wal­ti­ge­ren „Seni­or­part­ner“ anbie­der­te und die leicht­gläu­bi­gen Wäh­ler infol­ge des­sen anwi­der­te?

Sie ist wie­der da:

Der SPD-Vor­sit­zen­de Sig­mar Gabri­el hat Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) die Zusam­men­ar­beit bei einer Steu­er­re­form ange­bo­ten.

Wenn SPD und CDU „zusam­men“ die Steu­ern refor­mie­ren wol­len, kann das nur ein Erfolg wer­den.
Das sieht dann ver­mut­lich unge­fähr so aus (Arti­kel von 2005):

Wenn es nach Spit­zen­po­li­ti­kern von Uni­on und SPD geht, wür­de die Mehr­wert­steu­er angeb­lich auf 20 Pro­zent erhöht.

Oder auch so (Arti­kel vom Dezem­ber 2010):

SPD und CDU stim­men für Steu­er­erhö­hun­gen in Sal­zu­flen

Die­se SPD ist schon put­zig.


Auch ziem­lich put­zig ist übri­gens Roma­no Pro­di, ehe­mals Regie­rungs­chef Ita­li­ens, der dann mal den Cap­tain Obvious macht:

Ex-Regie­rungs­chef Pro­di hält die Deut­schen für ego­istisch. (…) Er ver­wies dar­auf, dass die Deut­sche Bank fast ihre gesam­ten ita­lie­ni­schen Staats­an­lei­hen im Wert von acht Mil­li­ar­den Euro ver­kauft habe. Dies sei „ein ein­drucks­vol­les Signal des Nicht-Ver­trau­ens“.

Signor Pro­di, chie­do scu­sa, aber so recht Ver­trau­en in ein Land, des­sen Finan­zen auf­grund eige­nen Ver­sa­gens nicht die besten sind und des­sen lau­te­ste Kra­kee­ler, wie Sie einer sind, dann ver­su­chen, ande­ren Län­dern die Schuld hier­an zuzu­schie­ben, zu haben ist dann doch nicht unbe­dingt ein­fach. So schwie­rig ist das nicht zu ver­ste­hen: Wenn ich Anteils­eig­ner an einem gro­ßen Unter­neh­men bin und des­sen Bank­rott unmit­tel­bar bevor­steht, wer­de ich nicht mit dem Ver­kauf war­ten, bis mei­ne Antei­le nichts mehr wert sind, son­dern sie vor­her absto­ßen.

So funk­tio­niert das in der Wirt­schaft. Aber wem sage ich das?