Persönliches
Der versprochene Beitrag über Ostern

Hal­lo, liebe treue Leser!
Ich fange direkt mal pro­vokant an:

Wen inter­essiert Ostern? Aufer­ste­hung, na danke. Feiern wir auch jedes Jahr den Geburt­stag Bud­dhas, den Todestag Mohammeds oder den ersten Aus­bruch des Vulka­n­gottes Maui oder wie der heißt?

Zweimal im Jahr sind alle die fromm­sten Chris­ten, und den Rest des Jahres wollen’se ’ne Kirche nicht mal von außen sehen müssen und wün­schen ihren Mit­men­schen zeitweise den Papst oder sonst­wen an den Hals.

Heuch­ler!

(Zitat von mir)

Tja, was feiern die Deutschen denn an Ostern?
Eine ähn­liche Frage hat­ten wir ja schon mal — und auch dies­mal fällt dem geneigten Leser ver­mut­lich nicht viel neues ein.

Befra­gen wir mal unser schlaues “Buch”:

An Ostern feiern die Chris­ten die Aufer­ste­hung Jesu Christi vom Tod. Diese geschah nach urchristlich­er Glauben­süberzeu­gung (vgl. im Neuen Tes­ta­ment) “am drit­ten Tag” nach seinem Tod, wobei der Todestag als erster Tag zählte: also am dem Kar­fre­itag fol­gen­den Oster­son­ntag.

Abge­se­hen davon, dass dieser Glaube, rein wis­senschaftlich betra­chtet, längst von der mir sehr willkomme­nen Annahme abgelöst wurde, Jesus sei Mit­glied der Nazoräer-Sek­te gewe­sen, in deren Umfeld auch ein “spir­itueller Tod” zele­bri­ert wurde (mehr dazu in diesem Buch), gehört doch eine Menge sim­plic­i­tas zu so einem Glauben. Aber das ist beim Glauben ja vertret­bar, ste­ht er nicht umson­st in direk­ter Konkur­renz zum Wis­sen; also weit­er:

Ostern ist aus the­ol­o­gis­ch­er Sicht das wichtig­ste christliche Fest. Es soll die Freude über den endgülti­gen Sieg des Sohnes Gottes über Tod und ewige Ver­damm­nis aus­drück­en.

Hat er, mit Blick auf den Irak, gut gemacht, der Gottes­sohn!

Wo doch Ostern in unser­er hek­tis­chen Zeit sowieso nicht mehr viel mit Glauben zu tun hat, son­dern dank “Oster­ha­sis” (also umgeschmolzene “Wei­h­nachts­man­ns” vom Vor­jahr) und passenden Eiern (welch­er Hase legt bitte Eier? WTF!) längst verko­rkst wurde.

Apro­pos Eier; da kam mir doch (mit­tler­weile) gestern eine Mut­ter mit Kind ent­ge­gen, in der nicht unbe­d­ingt schö­nen Innen­stadt von Wolfen­büt­tel, wo einige über­große Eierim­i­tate herum­la­gen, und wollte dem Kind tat­säch­lich weis­machen, der “Oster­hase” habe sie dort hin­gelegt. Na, den Hasen hätt ich gern mal gese­hen!

Da wun­dert man sich nicht mehr über die verko­rk­ste Jugend, man bemitlei­det sie andächtig und geht sein­er Wege.

Aber zurück zum The­ma Ostern:
Da predi­gen die Deutschen in den Medi­en fleißig Tol­er­anz, aber ver­lan­gen wie selb­stver­ständlich, dass man, ungeachtet der Glaubens­frage, ihr albernes Eier­such­fest mit­feiert. Schlimm genug, dass Ostern diverse Früh­lings­göt­tin­nen durch den immer gle­ichen, lang­weili­gen JHWH erset­zt (und fol­glich einige Glauben­srich­tun­gen von der Erde getil­gt) hat.

Liebe Leser:
Ostern ist für mich ein Tag (nun ja, ein Dop­pelt­ag) wie jed­er andere. Ich will euch nicht meinen “Glauben” aufzwin­gen, aber dann lasst mich bitte auch mit dem euri­gen in Ruhe!

Viel Spaß beim Eier­suchen, liebe Män­ner (der musste ein­fach sein)!
— euer Oster­hase