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Ka Frei­tag, ka G’schrei

Ob sich die Anhän­ger des toten Jesus über­haupt Gedan­ken dar­über machen, was er davon hiel­te, wenn er nach etwa zwei Jahr­tau­sen­den wie­der auf die Erde zurück­kehrt und über­all Bil­der sei­nes Todes hän­gen sieht? Bizarr, wie eigent­lich alles, was die katho­li­sche Kir­che eine Fei­er oder gar einen Fest­tag nennt.

Das gan­ze Kar­frei­tags­brim­bo­ri­um ist ein deut­li­ches Zei­chen dafür, dass die Tren­nung von Staat und Kir­che (ich berich­te­te) drin­gend voll­zo­gen gehört, wird doch immer­hin selbst Nicht­ka­tho­li­ken das Tan­zen ver­bo­ten. Klar, Kar­frei­tag ist ein stil­ler Tag, außer Schank- und Spei­se­be­trie­ben (erlaubt nach § 6,2 NFei­er­tagsG) – gemeint ist wahr­schein­lich eine katho­li­sche Mes­se – ist kein Fei­ern erwünscht. Auf Mes­sen darf aller­dings wahr­schein­lich schon noch gesun­gen wer­den, ver­mut­lich das Got­tes­lob.

Und flat­ter hat Recht:

Das ande­re ist dann die­se Geschich­te mit dem Lat­ten­jupp­f­rei­tag. Da darf kei­ner nie­mals nicht in einer Knei­pe eine Musik hören und schon gar nicht tan­zen. Begrün­dung: Das sei ein stil­ler Fei­er­tag. Stil­ler Fei­er­tag! Und wet­ten, dass die­se “Stil­len” ihre aku­sti­schen Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen wie­der bau­meln las­sen, bis uns das Blut die Häl­se her­ab­rinnt? Wet­ten?!

Pünkt­lich um 17:55 fing vor der Tür soeben das grenz­be­scheu­er­te Ange­lus-Läu­ten an. Natür­lich: So ein katho­li­scher Gläu­bi­ger kriegt’s halt auf­grund sei­nes gei­sti­gen Hori­zonts ohne das Gebim­mel nicht auf den Schirm, wie spät es ist.

Und bis zur Bun­des­tags­wahl wer­det ihr sowie­so wie­der ver­ges­sen haben, wel­che Par­tei dar­an schuld ist, dass eine immer klei­ner wer­den­de Grup­pe reli­giö­ser Fana­ti­ker uns qua Gesetz den Tag ver­mie­sen kann. Ich ken­ne euch doch. Und hin­ter­her will es wie­der kei­ner gewe­sen sein.