Wenn es um die Eurokrise geht, sind die selbst ernannten “Experten” in so großer Zahl vorhanden, dass man sich wundert, wieso es eigentlich noch Arbeitslose gibt. Nur wenige dieser “Experten” schaffen es zu dauerhafter Medienpräsenz. Einer von ihnen ist Hans-Werner Sinn, seines Zeichens so genannter “Top-Ökonom”, gelegentlich im Auftrag von BILD aktiv, was eigentlich schon alles Nötige über ihn aussagt.
Dieser Hans-Werner Sinn nun hatte eine tolle Idee:
Ein Land, das den Euro verlässt, bekommt seine eigene Währung zurück, erhält den Status eines „angeschlossenen Mitglieds“ („associated member“) und darf in der Europäischen Union bleiben.
Das klingt nach einem Angebot, das man (Griechenland, A.d.V.) nicht ausschlagen kann. Man bleibt in der EU mit all ihrem bürokratischen Firlefanz, muss aber nicht mehr für andere Länder haften. Aber wie soll Griechenland dann die eigene Wirtschaft wieder in Schwung bekommen? Auch darauf hat Hans-Werner Sinn gemeinsam mit Friedrich Sell von der “Bundeswehr Universität” — nur echt mit Deppen Leerzeichen, ist eben nur Armee und nichts, wofür man schreiben können muss — in München eine prima Antwort:
Gleichzeitig bleiben die reformbedürftigen Staaten in der Europäischen Union. Sie behalten damit ihre Ansprüche auf die Brüsseler Fördertöpfe.
Sie bekommen also weiterhin Geld, allerdings ohne die Auflagen, die eine Mitgliedschaft in der Währungsunion mit sich brächte.
Das klingt nach einem Plan, wie ihn sich nur ein Hans-Werner Sinn ausdenken kann: Es wird weiterhin jemand zahlen, diesmal aber nicht der Steuerzahler, sondern das abstrakte pars pro toto Brüssel. Wer das wohl ist?
Unter diesem Gesichtspunkt würde ich allerdings auch gern den Euro verlassen. Wo muss ich das bekanntgeben?


Das ist doch mal eine sinnvolle Sache so ein Euro-Austritt.
Ich finde dein Humorverständnis gut.