Für das Handelsblatt schwätzt Franz Max Josef Strauß heute zum Thema Koalitionsbildung in Griechenland dies ins Internet hinein:
Scheitert der Aufbau einer modernen Verwaltung in Athen, ist ein wirtschaftlicher Aufschwung nahezu ausgeschlossen, was zu massiven sozialen Problemen führen würde.
Dann droht das Land dauerhaft zum teuren Kostgänger Europas zu werden, und niemand braucht davon zu träumen, dass dann die griechischen Staatsanleihen jemals zurückbezahlt werden. Der europäische Steuerzahler müsste dann im Namen der Euro-Rettung diese Last schultern, was ein schlimmes Signal an andere süd- oder osteuropäische Verwaltungen und eine schwere Hypothek für den europäischen Einigungsprozess wäre.
Griechenland, der teure Kostgänger Europas mit massiven sozialen Problemen (der Sparkurs treibt zum Beispiel die dortigen Arbeitslosenzahlen in die Höhe), dessen Staatsanleihen wohl niemand je wiedersehen wird und dessen Misswirtschaft von uns, den reichen Euroländern, im Namen der „Euro-Rettung“ (Strauß) ausgeglichen werden muss, würde ohne eine moderne Verwaltung also bleiben, was es jetzt ist.
Aber wie sieht eine „moderne Verwaltung“ aus? Tja, das findet man ganz einfach heraus, indem man die radikalsozialistische Partei SYRIZA wählt:
Syriza ist wohl die einzige Möglichkeit, dass die Griechen aus eigener Kraft die bisherigen korrupten „Eliten“ ablösen könnten, weil es den Rücken frei hat und nicht auf vergangene Verstrickungen Rücksicht nehmen muss. Dass Tsipras mit dem Ausstieg aus dem Euro – und den damit verbundenen Verlusten der Gläubiger Griechenlands – drohte, sollten wir ihm als notwendigen Theaterdonner und Wahlkampfrhetorik zubilligen.
Korrupte Eliten wird man am einfachsten los, indem man eine linksradikale Regierung wählt, das hat ja auch in Deutschland – drüben in der Zone – schon mal so gut funktioniert, dass einige von ihnen immer noch einigermaßen hohe politische Ämter in diesem Land bekleiden. Dass der Vorsitzende der SYRIZA den Euro abzuschaffen fordert, ist sicher nur ein Witz von ihm und gar nicht so gemeint, denn dann sähe es mit der Rückzahlung der geliehenen Euro auch eher düster aus, und warum sollte Griechenland seine Schulden nicht zurückzahlen wollen? Das wäre doch nicht nett.
Und so schlimm ist das ja auch gar nicht mit den Albträumen von der linken Terrorherrschaft, sagt der Strauß, weil Deutschland mit Linksradikalen bisher erstaunlich gut zurechtgekommen sei:
Wir sollten uns vielleicht an unsere eigene Geschichte erinnern, nämlich daran, dass 1968 auch bei uns Protestierer in Massen hinter den Bildern kommunistischer Unterdrücker und Diktatoren herliefen, um das bürgerliche Establishment zu erschrecken. Aus ihnen gingen im Laufe der Jahre viele demokratische Parlamentarier und Bundesminister hervor, die so gar nichts mit den Bildern gemein haben, hinter denen sie mal hergelaufen sind.
Der Bekannteste dieser Parlamentarier und Bundesminister ist wahrscheinlich „Joschka“ Fischer, der als früherer Bundesaußenminister nicht nur den ersten deutschen Angriffskrieg seit 1945 zu verantworten hat, zu ihnen gehört des Weiteren Otto Schily, Träger des Big Brother Lifetime Awards 2005 „für den Ausbau des deutschen und europäischen Überwachungssystems auf Kosten der Bürger- und Freiheitsrechte und für seine hartnäckigen Bemühungen um die Aushöhlung des Datenschutzes unter dem Deckmantel von Sicherheit und Terrorbekämpfung“.
Genau solche Leute braucht Griechenland. Die wissen noch, worauf es ankommt.


Krieg und Überwachung? Da sage ich nicht nein! Ein Leser mehr! +1
Im übrigen, Karl Marx und Friedrich Engels würden sich mit 8000 u/min im Grabe drehen wenn sie wüssten wie ihre Ideologien misshandelt wurde in den letzten Jahrzehnten. Hätte man nicht warten können?! Jehova! Jehova!
Marx und Engels fänden mehr Sozialismus sicher töfte.
ja, aber nur Ihren. Nicht diese Parteiendiktaturen oder im zukünftigen Falle eine „Gremiumsdiktatur der 17“ aus Brüssel.
Die würde ja dann eh‘ abgeschafft, gab es in der DDR ja auch nicht.
Netter Artikel. Er hat mir gefallen. Sie sind witzig und konkret.