Ach, heute ist ja wieder der Tag der Scherzbolde, an dem jedes alberne Portal versucht, krampfhaft lustig zu sein. Auf dem Blog “Pinguinzubehör” etwa wird wieder mal die alte “Ubuntu wird kostenpflichtig”-Schiene befahren, und dass der dort genannte “Trick”, das Hintergrundbild fest einzukompilieren, dafür gar nicht nötig wäre, weil die GPL, unter der Linuxdistributionen gezwungenermaßen stehen, das Erheben von Lizenzgebühren ausdrücklich erlaubt, versteht sich von selbst. Wenn Aprilscherze nur nicht immer so offensichtlich wären…!
Trotzdem schreibe ich mal etwas, und weil es heute allzu offensichtlich wäre, gezielt ach-so-lustige Unwahrheiten zu verbreiten (reimt sich!), verlinke ich dafür nur mal kurz ein wenig Politik.
Obwohl das hier natürlich einen guten Aprilscherz abgäbe. Renate Künast — zum Leidwesen der Grünen weniger nervig als Claudia Roth — hat nämlich gesagt:
Wir Grünen haben ein inhaltliches Profil, da scheue ich die Debatte nicht.
Dieses inhaltliche Profil konkretisiert sie eindrucksvoll:
Welt am Sonntag: Erinnern Sie die Piraten an die Anfänge der Grünen?
Künast: Es gibt Parallelen, aber in einigen Punkten unterscheiden wir uns deutlich. Die Piraten sind nun die Neuen. Wir sind die Grünen.
Aber nicht nur die Grünen sind ein wichtiger Bestandteil des deutschen Parteiensystems, auch die F.D.P. ist relevant:
FDP-Landeschef Daniel Bahr sagte, die FDP müsse bei der Landtagswahl am 13. Mai dafür sorgen, dass die Liberalen in Deutschland eine starke Stimme bleiben. „Die FDP wird gebraucht.“
Eine “starke Stimme” also; Hauptsache, laut krakeelen, wenn man schon mit leisen Worten niemanden mehr beeindruckt. Beeindruckend ist es aber, dass man in Nordrhein-Westfalen tatsächlich noch 395 stimmberechtigte F.D.P.-Mitglieder auftreiben konnte:
Lindner, der keinen Gegenkandidaten hatte, erhielt fast 100 Prozent der Stimmen – nämlich 394 von 395 gültigen Stimmen.
“Fast 100 Prozent” ohne einen Gegenkandidaten ist natürlich auch eher ein “leck mich” als ein “ich stehe voll hinter dir” seitens der Basis; aber sei’s drum.


Andy Warhol sagte mal:
In welchem Zusammenhang?
zu allem.
Ein schlauer Mann!
schlauer jedenfalls als die meisten Politiker.
“Manchmal machen sich Menschen jahrelang mit dem selben Problem fertig, wenn sie nur sagen müssten “Na und?”. Das ist einer meiner Lieblingssätze “Na und? Was solls?” — Andy Warhol
Soso, du hast einen neuen Lieblingskünstler.