Nerdkrams
Siris Erben

Das iPho­ne 4S („for ass“) hat als nen­nens­wer­ten Kauf­grund „Siri“ spen­diert bekom­men, eine ner­vi­ge Ver­si­on der Goog­le-Sprach­su­che von Android-Mobil­te­le­fo­nen. Ob man iPho­ne-Nut­zer nun dar­um benei­den soll­te, dass sie für den lach­haf­ten Preis von ein paar hun­dert Krö­ten die tech­ni­sche Grund­la­ge für etwas kau­fen dür­fen, was in der Regel eher mäßig funk­tio­niert und die Benut­zer in der Öffent­lich­keit wie Gei­stes­ge­stör­te wir­ken lässt, wenn sie Selbst­ge­sprä­che zu füh­ren schei­nen, weiß ich nicht – sie um Siri zu benei­den ist jeden­falls schon längst nicht mehr nötig.

Wer näm­lich ein Android-Gerät – Android „2“ genügt völ­lig – sein eigen nennt und wem bei der mit­ge­lie­fer­ten Sprach­su­che die von Apple bewor­be­ne Seman­ti­kerken­nung fehlt, der muss nicht viel Geld in ein iPho­ne 4S stecken, son­dern kann sich mit Ali­co­id (99 ct. im Android Mar­ket) oder Ali­ce (preis­frei eben­dort) behel­fen.

Der Name kommt ear­ly adop­tern wahr­schein­lich bekannt vor, gab es doch schon seit 1995 ver­schie­de­ne Ent­wick­lun­gen die­ses Namens, am Bekann­te­sten wahr­schein­lich ist die „Alice“-Version für ICQ. Die­se dien­te sozu­sa­gen als Anruf­be­ant­wor­ter für den Sofort­nach­rich­ten­dienst und konn­te ein­ge­hen­de Nach­rich­ten mehr oder weni­ger sinn­voll beant­wor­ten.

Die wirk­li­che Neue­rung von Siri ist der Ser­ver, über den die Kom­mu­ni­ka­ti­on, vom Benut­zer unbe­merkt, statt­fin­det. Siri selbst ist anschei­nend ziem­lich blöd, die Rou­ti­nen auf dem Ser­ver ziem­lich mäch­tig. Kom­po­nen­ten, um Siri nach­zu­bau­en, sind also eine ein­fa­che Sprach­ein­ga­be mit der Mög­lich­keit, Daten­aus­tausch mit einem Ser­ver zu betrei­ben, der sie dann nach Belie­ben aus­wer­tet, und eben die­ser Ser­ver.

Goog­le hat Ser­ver, genau­er gesagt: Goog­le hat zur­zeit acht Rechen­zen­tren. Was Goog­le dank sei­ner Such­ma­schi­ne außer­dem hat, ist das Wis­sen, wie man Text­ein­ga­ben so lan­ge umfor­mu­liert, bis irgend­et­was ganz ande­res dabei her­aus­kommt, was ein Algo­rith­mus ver­ste­hen kann – seman­ti­sche Suche ist also kein Pro­blem. Seit dem 9. Juni 2010 ist es in deut­scher Spra­che mög­lich, Goog­le-Such­an­fra­gen per Mikro­fon durch­zu­füh­ren. Was noch zur Siri fehl­te, war die Anbin­dung an nahe­zu belie­bi­ge apps.

Ein tritt die Fami­lie Ali­ce.

Die­se apps nut­zen eine Kom­bi­na­ti­on aus Sprach­aus­ga­be und Goog­le-Sprach­su­che, um wie das einer Offen­ba­rung nicht unähn­lich ange­prie­se­ne Siri auf Sät­ze in, mehr oder weni­ger, natür­li­cher Spra­che brauch­ba­re Ant­wor­ten zu geben. („Mehr oder weni­ger“: Die Fra­ge „Wer isn des?“ wird wohl kein befrie­di­gen­des Ergeb­nis nach sich zie­hen.)

Vor­aus­set­zung: Android. Dass Ali­co­id mehr kann als Ali­ce, ist noch nicht unbe­dingt ein Grund, zu der Bezahlapp zu grei­fen, wenn ein­fa­che Ter­min­pla­nung oder ähn­li­che Auf­ga­ben genü­gen, bedenkt man, dass Ali­co­id zur­zeit (legal) nur per Android Mar­ket und somit nur von Kre­dit­kar­ten­be­sit­zern zu erwer­ben ist, was in Deutsch­land ja durch­aus nicht auf die über­wie­gen­de Mehr­heit der Android-Nut­zer zutref­fen dürf­te. Zu emp­feh­len ist sowie­so, zuerst ein­mal zu über­prü­fen, ob die eige­ne Aus­spra­che mit der Goog­le-Sprach­su­che har­mo­niert, denn auch Ali­co­id kann da kei­ne Wun­der wir­ken.

Es wäre sicher­lich ver­mes­sen, tech­nik­ver­lieb­te Zeit­ge­nos­sen aus­zu­la­chen, wenn sie in einer Men­schen­men­ge wie­der ein­mal mit ihrem Tele­fon reden. Hin und wie­der jedoch ist ein mit­lei­di­ger Blick in Rich­tung derer, die für die­se Funk­ti­on 600 oder mehr Euro aus­ge­ben, die rich­ti­ge Ent­schei­dung.

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Senfecke:

  1. ER: Hal­lo.

    SIE: Häh?

    ER: Wie gehts dir?

    SIE: Ich kenn dich nicht.

    ER: Ich bin Reich.

    SIE: Oh, hal­lo, ich bin Mel, bin 23 jah­re alt. Schön, dass wir uns mal tref­fen.

    ER: Nein, nein… „Reich“ ist mein name.

    SIE: Zieh lei­ne, ich rede nicht mit män­nern.

    Und so.

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