Endlich dreht sich die Spirale der Politik wieder in einer kommentarwürdigen Geschwindigkeit:
Während in Italien der Notstand ausgerufen wurde, um des Immigrantenproblems — wieso kommt in Deutschland eigentlich niemand auf solche Ideen? — Herr zu werden, bekommt America‘s next Top President Obama Schelte von seinem Konkurrenten McCain:
Noch bevor Obama in der Nacht zum Sonntag in Chicago landete, prangerte sein republikanischer Rivale John McCain einen fehlenden Besuch des Senators bei verwundeten US-Soldaten in Deutschland an. Politiker hierzulande kritisierten Obamas Vorschlag, durch mehr Nato-Truppen in Afghanistan Steuersenkungen in den USA zu finanzieren.
(Quelle)
Das ist aber auch nicht nett. Gegen mörderische Terrorregimes, die die Todesstrafe gar befürworten, muss man doch mit allen Mitteln vorgehen! Wen kümmert da ein wenig Kollateralschaden? Herrje.
Was mich persönlich aber verwundert, ist die Kritik deutscher Politiker an den Vorschlägen eines amerikanischen Präsidentschaftskandidaten. Gerade das Entsenden weiterer Truppen mit dem einzigen Ziel, der USA möglichst viel ökonomischen Schaden zu ersparen, war doch bislang offenbar stets im Interesse unserer Regierung.
Sollte sie am Ende aus der immer lauter werdenden Kritik des Volkes gelernt haben? Sollte sie am Ende bemerkt haben, dass es in unserem Land wirtschaftlich auch nicht gerade perfekt steht (apropos “perfekt”)?
Wünschenswert wäre es ja.
Aber ich fürchte, ein autarkes, friedliebendes Deutschland mit stabiler Wirtschaftslage werde ich nicht mehr erleben.
Nachtrag vom 29. Juli:
Wie durch Obamas Anwesenheit versehentlich der vorläufige Tiefpunkt der Live-Übertragungen erreicht wurde, erfährt man immerhin bei der FAZ, entsprechend grausige Bilder zum Text stellt der Medienpirat zur Verfügung.


Die Erfahrung bringt die Weisheit.