Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Als jemand, dem das Frühwerk Conrad Schnitzlers mit Kluster, (mittlerweile) Tangerine Dream und auch solo sehr zusagt, halte ich „Gold“ (Bandcamp, TIDAL) für ein höchst überzeugendes Album, musikalisch in der Tradition von „Blau“ und durchaus auch „Rot“ stehend, in deren Entstehungszeit ab 1974 auch dieses spät – fast dreißig Jahre später – erstmals veröffentlichte Album fällt.
Schnitzler experimentiert hier ein weiteres Mal mit allerlei elektronisch erzeugten Instrumenten, kurz höre ich sogar ein Akkordeon. Rhythmen und Harmonien sucht man hier freilich vergebens, „Gold“ ist ein Album der freien Form. Es zirpt, plingt und knarzt munter umher, erst in „Stück 12“ (alle Stücke sind zwar vergleichsweise kurz, jedoch auch eigentlich unbetitelt) kommt infolge der elektronischen Perkussion fast so etwas wie Tanzstimmung auf; wobei man selbst hierzu kaum tanzen kann, dazu passiert einfach zu viel. Eine orientalisch klingende Fast-Flöte improvisiert über heftigem Zwitschern und Blubbern über die quasi solierende Perkussion. Ist das Weltraumtechno? Mit dem folgenden 13. Stück, das klingt wie eine kühle, leere Fabrikhalle als Musik (langjährige Leser wissen, dass ich dieser klirrenden Kälte meist etwas abgewinnen kann), kommt auch etwas Industrial ins Spiel.
„Gold“ macht Spaß und ist enorm kurzweilig für diejenigen Menschen, die (wie ich) viele der bekanntesten Hervorbringungen der „Berliner Schule“, die oft so klingen wie eine Lavalampe aussieht, für unglaublich langweilig halten. Kein typisches Conrad-Schnitzler-Album, für mich aber (vielleicht auch deshalb) eines der besten.



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