Es ist Montag. Was wird wohl vorher eintreffen: Mein beantragter Reisepass, auf dass ich dieses Land verlassen kann und nur deshalb wieder zurückkehre, weil es hinreichend viele ärgerliche Menschen nicht mögen, dass ich da bin, oder der Zug, den ich nehmen werde, um auf Ersteres zurückzugreifen? (Herrje, jetzt teilt der alte Mann hier schon wieder Dinge aus seinem Leben, er wird langsam wunderlich. Was kommt als Nächstes? Wieder irgendein schnulziger Text über Verflossene? Meine Güte! Und warum heißt es überhaupt „Verflossene”, wenn die gar nicht aus Wasser sind?) – Es könnte schlimmer sein: Wenigstens ist mein Name nicht ungültig.
Nina Apin von der „taz“ kommentiert, es sei „unerträglich“, dass „Superreiche“ (das sind aus irgendeinem Grund anscheinend andere Menschen als „Normalreiche“, Mittelständler oder auch nur Leute wie ich, die Geld für die Altersvorsorge beiseitelegen können) viel Geld haben, erklärt aber nicht, warum. Bekommt ein bedürftiger Mensch denn mehr Geld, wenn ein anderer Mensch weniger Geld hat?
In den vergangenen Jahren wurden Steuereinnahmen jedenfalls anteilsmäßig zu wenig für etwas ausgegeben, das denen genutzt hätte, die es brauchen könnten. Panzer und Gewehre kann man nicht essen. Für das unfassbar bekloppt benannte „Deutschlandticket“ ist weder genug Geld für die Aufrechterhaltung der Finanzierung noch für die Findung eines weniger bekloppten Namens übrig und die Mülleimer der Stadt, in der zu wohnen ich das Vergnügen habe, werden mittlerweile von ganzen Gruppen durchforstet. Kein Wunder: Das Fernsehen kostet ja auch immer mehr Geld und anders als Lebensmittel kann man sich das nicht aussuchen.
Deutschland braucht keine Reichensteuer, Deutschland braucht zunächst einmal eine bessere Verteilung der vorhandenen Steuern. Mehr Geld falsch zu verteilen löst die falschen Probleme. Aber was weiß ich schon von Wirtschaft?
Apropos Panzer: Das US-amerikanische Militär wird „neue Atomwaffen in Auftrag geben und die Einsatzregeln anpassen“ („junge Welt“). Ich gehe davon aus, alles wird dadurch viel besser. Sonst wäre das ja gar keine gute Idee.
Immer eine gute Idee hingegen: Musik.
Guten Morgen.


Man kann keine Panzer essen, reiche Menschen aber schon. Das löst zwar erst einmal nicht das Verteilungsproblem, aber irgendwo muss man ja anfangen. Frau Apin allerdings wird das vermutlich nicht weiterhelfen, die ist bestimmt Veganerin. Andererseits: für leckere Langschwein-Rezepte müssen keine Tiere sterben!
„Langschwein“ kannte ich auch noch nicht. Schade.