Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Im Jahr 2004 veröffentlichten die Krautrocklegende Faust und die Hip-Hop-Combo Dälek gemeinsam ein Album namens „Derbe Respect, Alder“. Zu hören gab es — nun — versierten Krautrock im rhythmusbetonten Stil von Faust mit allerlei Elektronik und Rap. Wer dachte, dass noch merkwürdigere Zusammenarbeit kaum vorstellbar ist, der hatte zwar eigentlich Recht, aber auch nicht mit Hans-Joachim Irmler gerechnet.
Dieser — federführend auf meinen Lieblingsalben von Faust, mittlerweile jedoch ausgeschieden — hat 2018 mit dem Projekt Anguish (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp) noch eine Schippe draufgelegt, wie wir geistigen Lokführer sagen. Anguish, keinesfalls mit einer der übrigen Musikgruppen gleichen Namens zu verwechseln (es ist schwer geworden, eine Musikgruppe zu gründen, die einen einprägsamen Namen erhalten soll, der noch nicht anderweitig vergeben ist), bestand — wohl nur ein Album lang, aber ich kann irren — neben Hans-Joachim Irmler aus jeweils zwei Mitgliedern von Dälek (MC dälek und Mike Mare) sowie der großartigen Free-Jazz-Gruppe Fire! Orchestra, nämlich dem Schlagzeuger Andreas Werliin und dem nicht minder großartigen Tenorsaxophonisten Mats Gustafsson, über den ich mich hier gelegentlich schon mal gefreut habe.
Wie es klingt? Na, großartig natürlich.
Genres sind was für Journalisten und Schwächlinge. Free Doom Crossover Jazzrap. Was weiß denn ich. Das letzte Stück heißt „Wümme“, vermutlich benannt nach dem Gründungsort von Faust. Alles passt.
Schöne Scheibe für so Momente.


stark. Danke