1. Kühe.
Es gab viele Kühe; so viele Kühe gar, dass manche Teilnehmer morgens an ihrem Kaffee zweifelten, weil das Aroma so sehr biss. Als der Wind heute früh aus der anderen Richtung kam, machte ich mir Sorgen um ihr Wohlergehen: es roch nicht mehr nach Kuh. Der “Campingplatz” war eigentlich eine Kuhwiese. Zelten war ein Minensuchspiel. Zum Glück mochte ich Zelten schon vorher nicht.
2. Einhörner.

3. Musik.
Ich fühle mich von J.B.O., den headlinern des ersten Festivaltages, beschummelt. Die haben sich — anders als in ihrem live dargebotenen Liedchen “Bolle” behauptet — augenscheinlich gar nicht “köstlich amüsiert”, sondern wirkten eher gelangweilt. Ich vermute, das folgt aus der Routine. — Immerhin: Die Sorge, dass (wie im Vorjahr) morgens um zu früh Uhr ein Witzbold viel zu laut “Guten Morgen, Sonnenschein” über den Zeltplatz schallen lässt, war unberechtigt. Der Zeltplatz war diesmal aber auch einfach viel zu groß für so einen Quatsch.
4. (Vor-)Urteile.
Erzählte ich im Freundeskreis davon, welche Veranstaltung ich am Wochenende zu besuchen im Sinn hatte, so traf ich überwiegend auf Unverständnis. Das sei doch pervers, wenn man irgendwo hinfahre, wo andere Menschen miteinander sich und einander feiern, ohne dabei eine Hose zu tragen. Aus sicherer Quelle kann ich allerdings erzählen: Zwar wacht man morgens statt zum Gebrüll der Vögel zum Knallen der Peitschen und Stöcke auf und wird allerorten mit Nacktheit und Sexualität behelligt, jedoch muss man überhaupt nicht mitmachen, wenn man nicht will, sondern kann zum Beispiel auch einfach bekleidet die Livekonzerte gut finden und sich dazu ein wenig unerotisch bewegen. Das klappt ziemlich gut.
5. Menschen.
Der wesentliche Charme des Burning Pants besteht darin, dass der gemeinsame Mindestkonsens zu einem offenen Miteinander und so letztlich zu schönen Tagen mit völlig Fremden führt. Dass ausgerechnet Feministinnen auf dem örtlichen Klo den Schriftzug “Besitz” vom Körper einer Mitfrau zwangsentfernt haben, ohne diese überhaupt um Erlaubnis zu fragen, weil Frauen immer “starke Heldinnen” seien und auf gar keinen Fall jemals die Kontrolle abgeben dürften, was wiederum diese ja letztendlich zum Patriarchat gemacht hat, habe ich leider zu spät erfahren, sonst wäre ich vermutlich an Ort und Stelle in schallendes Gelächter ausgebrochen und hätte prompt eine völlig überflüssige Diskussion zu führen gehabt, aus der ich hier wirklich gern zitiert hätte. — Der Nachteil der schier grenzenlosen Herzlichkeit der normalen (ha: als ob!) Besucher des Festivals: auch ein menschenscheuer Griesgram wie der Autor dieser Zeilen blickt mit Schwermut auf die kommenden Tage. Der Alltag wirkt so bieder, wenn er erst mal ausbleibt.
6. Ausblick.
In diesem Jahr war jeder Besucher eine “VIP”, eine Trennung zwischen einfachen Besuchern und Menschen mit Zugang zur “After-Show-Party”, wie sie im örtlichen Jargon genannt wird, gab es nicht mehr. Die Karten für nächstes Jahr gibt es bereits zu kaufen. Ich bin nicht abgeneigt, erneut vorbeizuschauen (und mich hinterher wieder darüber zu ärgern, dass bereits Hinterher ist).
(Abt.: Jetzt schreibt der Irre schon wieder solchen Müll ins Netz, ich kündige das Abo!!11)

Immer diese Groupies, die in der First Row nicht drangekommen sind. Das könnte selbst eine Nachlese der brennenden Unterhose erklären.