MusikNerdkrams
Über Listen­Brainz und Last.fm

Wie man­che mei­ner Leser bereits fest­ge­stellt haben (es soll gar bereits vor­ge­kom­men sein, dass ich dort mei­ne „Kon­takt­li­ste“ ent­spre­chend ergänz­te), neh­me ich seit Juli 2005 an dem damals noch Audio­scrob­bler hei­ßen­den, im sel­ben Jahr von Last.fm gekauf­ten Dienst teil, der es mir ermög­licht, mein (jeden­falls per Com­pu­ter) Gehör­tes im Web abzu­bil­den. Hier­bei lässt sich Last.fm in aller­lei ande­re Soft­ware inte­grie­ren, selbst You­Tube wird unter­stützt. Ein Vor­teil davon ist, dass ich jeder­zeit Sta­ti­sti­ken her­um­zei­gen kann, was ich gera­de „so höre“. (Es ist nicht mas­sen­taug­li­cher Kram. Ich höre gern nicht mas­sen­taug­li­chen Kram.) Ich mag Sta­ti­sti­ken.

Nun steht Last.fm als mitt­ler­wei­le zu CBS gehö­ren­des Ange­bot vor der Her­aus­for­de­rung, sei­nen Chefs zumin­dest ein biss­chen Geld ein­brin­gen zu müs­sen. Dafür – das war mir auf­ge­fal­len – wird es zuse­hends lästi­ger, als nicht zah­len­der „Kun­de“ (mein­ten Sie: Ware?) auf der Web­site her­um­zu­drücken, da fort­wäh­rend der Hin­weis erscheint, man kön­ne ja gegen eine monat­li­che Zah­lung zum Bei­spiel Monats- und nicht bloß Wochen- und Jah­res­sta­ti­sti­ken angucken. Ich hal­te die­ses Abon­ne­ment­un­we­sen für fürch­ter­lich, aber mich fragt natür­lich kei­ner. Gibt es da eigent­lich eine ande­re Mög­lich­keit?

Aber natür­lich gibt es die! Natür­lich hat das GNU-Pro­jekt mit Libre.fm eine eige­ne schein­to­te Soft­ware im Ange­bot, aber die alte Ver­si­on ist ein­ge­stellt wor­den und die neue noch nicht fer­tig. So ist das halt bei GNU. – Libre.fm ist aber auch eher rudi­men­tär aus­ge­stat­tet und wirk­lich nicht schön. Wer von Last.fm optisch ver­wöhnt wur­de, der will gar nicht bei Libre.fm aktiv sein.

Eine attrak­ti­ve­re und trotz­dem freie Alter­na­ti­ve, die mir erst vor weni­gen Tagen über­ra­schend bekannt gemacht wur­de, heißt Listen­Brainz. Hin­ter die­sem Pro­jekt steht die MetaB­rainz Foun­da­ti­on, die für aller­lei Pro­jek­te mit selt­sa­men Namen ver­ant­wort­lich ist, vor allem ist hier­bei die Musik­da­ten­bank Music­Brainz her­vor­zu­he­ben. Zum Tag­gen mei­ner Musik­samm­lung – die mei­sten mir bekann­ten Tag­ging­pro­gram­me, auch das von mir mitt­ler­wei­le rege genutz­te beets, haben eine Anbin­dung an deren API – lei­ste­te die­se bis­her wirk­lich gute Dien­ste. Natür­lich dient Listen­Brainz auch dem Zweck, die­se Daten­bank wei­ter zu ver­bes­sern, völ­lig selbst­los wird das Ange­bot inso­fern nicht bereit­ge­stellt. An Pro­fit ist der Stif­tung den­noch nicht gele­gen, kon­se­quent liegt ihr anschei­nend kom­plet­tes Soft­ware­port­fo­lio ein­schließ­lich noch nicht ver­öf­fent­lich­ter Anwen­dun­gen aus­ge­rech­net bei Git­Hub her­um.

Weil man für die Teil­nah­me an Listen­Brainz ein Music­Brainz-Kon­to braucht, sind die guten Benut­zer­na­men alle­samt schon weg, ein spä­te­res Umbe­nen­nen ist anschei­nend nicht mög­lich; man beei­le sich also, wenn man sich das mal angucken will, denn die Situa­ti­on ver­bes­sert sich in abseh­ba­rer Zeit wahr­schein­lich nicht. Selbst „tux0r“, wenn auch mit etwas ande­rer Groß­schrei­bung, war bereits belegt, ich muss­te woll­te also auf einen Namen aus der Früh­zeit der Die Ärz­te zurück­grei­fen. Das ist doch wie­der lästig.

Die­se Hür­de zu über­sprin­gen bringt zwei zusätz­li­che Vor­tei­le mit sich: Anders als Last.fm unter­schei­det Listen­Brainz zwi­schen Künst­lern iden­ti­schen Namens (ich hielt das auch mal für ein theo­re­ti­sches Pro­blem, aber allein der Künst­ler­na­me Mag­ma ist, glaubt man der Daten­bank von Dis­co­gs, deut­lich zwei­stel­lig ver­ge­ben.) Außer­dem kosten Monats­sta­ti­sti­ken nichts und man braucht nicht mal ein Abon­ne­ment abzu­schlie­ßen. Wer sei­ne bis­he­ri­gen Sta­ti­sti­ken gern behal­ten wür­de, der kann über­dies – mitt­ler­wei­le anschei­nend eini­ger­ma­ßen zuver­läs­sig, glaubt man Kom­men­ta­ren in so Foren – die Inhal­te sei­nes Last.fm-Kontos ein­fach impor­tie­ren.

Ein gleich­zei­ti­ges Über­tra­gen an Last.fm und Listen­Brainz ist jedoch nicht ohne Wei­te­res mög­lich, sofern man nicht auf exter­ne „Scrob­bler“ zurück­grei­fen möch­te, und an eine auto­ma­ti­sche Syn­chro­ni­sie­rung ist erst recht nicht zu den­ken (und ein „Zurück­im­port“ exi­stiert auch nicht). Ein sol­cher exter­ner „Scrob­bler“ ist zum Bei­spiel cmus-sta­tus-scrob­bler, der gleich­zei­tig Last.fm und Listen­Brainz bedie­nen kann, aber der Musik­spie­ler cmus mag sicher­lich nicht jedem gefal­len. Wer also dau­er­haft Listen­Brainz nut­zen möch­te, der soll­te ent­we­der regel­mä­ßig auf „Impor­tie­ren“ drücken oder sei­ne Last.fm-„Präsenz“ auf­ge­ben. Irgend­wann ist es ja Gewohn­heit.

Dabei unter­stüt­zen ziem­lich vie­le Musik­spie­ler, selbst Spo­ti­fy (aber das von mir gele­gent­lich genutz­te TIDAL noch nicht), die Musik­über­tra­gung, da Listen­Brainz ein weit­ge­hend Last.fm-kompatibles API bereit­stellt und somit nur die Ziel­adres­se geän­dert (oder, das funk­tio­niert dann wohl auch für alle ande­ren Pro­gram­me, in der Hosts-Datei umge­lei­tet) wer­den müss­te. Anders als Last.fm zei­gen Listen­Brainz-Pro­fi­le anstel­le der Gen­res (aber Gen­res sind ja sowie­so Quatsch) der gehör­ten Musik die Her­kunfts­län­der der Künst­ler an. Es gibt ein „glo­ba­les“ Benut­zer­pro­fil, das qua­si alle Listen­Brainz-Nut­zer gleich­zei­tig abbil­det. Auch mal inter­es­sant.

Ich wer­de vor­erst bei­de Dien­ste par­al­lel nut­zen, es kostet ja nichts. Mal sehen, ob und wann ich mich von einem von ihnen tren­ne.

Senfecke:

  1. Dan­ke, als eben­falls lang­jäh­ri­ger last.fm Nut­zer ein inter­es­san­tes The­ma.

    und 2 schö­ne Klas­si­ker auf der aktu­el­len (5.5.) „Ficken, Bum­sen, Bla­sen – alles auf dem Rasen“ vom Vor­zei­ge­pun­ker. Und Bul­len­schwei­ne – ein wich­ti­ges Zeit­do­ku­ment der 80’er :-)

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