Das Leben sei “zu kurz, um mit Missionaren abzuhängen”, schreibt der weltweit einzige durchweg lesenswerte Berliner Blogger und hat Recht. Der Wirtschafts- und Systemknall (Bitcoins kommen mir nicht ins Haus, ich bleibe bei Aktien, da habe ich wenigstens verlässliche Werte und keine Pferdewetten als Grundlage) lässt sich erstaunlich viel Zeit, der Knall der Menschen ist schon da. Sie tun jetzt überall Senf rein. Neulich probierte ich einen dieser modernen “Shots” (Obstmatsch mit Senf drin, schmeckte bemerkenswert), vorgestern sah ich in einem Supermarkt Gin mit Senf. Da kriegt man beim Lesen schon Sodbrennen. Das Honig-Senf-Bier habe ich vor ein paar Jahren beim Bierfest leider verpasst. Keine Ahnung, was die schon wieder vorhaben. Vielleicht alle vergiften.
Mit blankem Entsetzen haben wir das Schreiben des Tuttlinger Kreis-Klinikums und des Landratsamts in Tuttlingen an Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe zur Kenntnis genommen. In diesem werden die Betreiber unverblümt dazu aufgefordert dafür zu sorgen, dass alte, behinderte oder erkrankte Personen im Falle einer Corona-Infektion nicht mehr behandelt werden.
Sozialstaat ist wie Freiheitsrechte: In Friedenszeiten ist nichts wert, was in Kriegszeiten nicht existiert. Allerdings: Krieg ist ja immer irgendwo. Gerade sehen und hören wir ihn nur nicht direkt vor dem Fenster. Diese Welt ruht in sich, denn diese Welt schweigt. Beim Aktivistentwitter wollen sie jetzt, dass Christian Lindners “Klöten” (ebd.) häufiger mal Teil der Berichterstattung über irgendwelche sozialen events sind, weil Annalena Baerbocks Beine auch häufiger mal Teil der Berichterstattung über irgendwelche sozialen events sind. Das fände ich wahrscheinlich aus genau den falschen Gründen lustig.
Der Film “… Jahr 2022 … die überleben wollen” (“Soylent Green”) spielt im Jahr 2022. Zu viele Menschen fanden es witzig, dass sie die Jahre 1984 (hihi, wie das Buch, ne?) bis 2015 (“Zurück in die Zukunft”) überlebt haben. Überlebt doch mal 2022.

Ich bin so froh, dass ich im März 2020 alle meine Twitter Accounts gelöscht habe. Die Drukos zu den “Klöten” von Lindner sind so Abgrundtief dumm, das mir nicht mal mehr irgendein ironischer Vergleich einfällt.
Man könnte sie vielleicht als beispielhaft für die Dummheit bei Twitter nutzen. Aber ich befürchte da gibt es noch welche die selbst das toppen.